Keine Grabsteine von Kinderhand

Neue Friedhofs- und Gebührenordnung für Hainburg tritt morgen in Kraft

Auf den Friedhöfen in Klein-Krotzenburg (Bild) und Hainstadt gilt von morgen an eine neu gefasste Satzung inklusive geänderter Gebührenordnung.
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Auf den Friedhöfen in Klein-Krotzenburg (Bild) und Hainstadt gilt von morgen an eine neu gefasste Satzung inklusive geänderter Gebührenordnung.

Künftig müssen Bürger aus Hainburg etwas tiefer in die Tasche greifen, wenn sie einen Angehörigen auf einem der beiden Friedhöfe bestatten lassen wollen. Das sieht die neu gefasste Gebührenordnung vor, die das Kommunalparlament nebst geänderter Friedhofsordnung in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Hainburg – Auch nach „Anpassung“ der seit 2016 unverändert gültigen Gebühren seien diese „in weiten Teilen, verglichen mit den anderen Kreisgemeinden, günstig“, heißt es in der Druckvorlage. Die Anhebung beziffert der zuständige Amtsleiter Fritz Hofmeister „zwischen sechs und zehn Prozent“. Die Satzung tritt mit der morgigen Veröffentlichung in Kraft und ist dann auch unter www.hainburg.de einzusehen.

Im Wesentlichen orientiert sich die Neufassung der Friedhofsordnung an der Mustersatzung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Stolz zeigten sich die Gemeindevertreter bei ihrer Zusammenkunft in der Kreuzburghalle über Paragraf 35, der ein Verbot von Grabsteinen und Einfassungen aus Kinderarbeit festsetzt: „Das haben nicht alle Gemeinden. Ein schöner Erfolg!“ Das Votum fiel einstimmig aus.

Weitere Anpassungen an landesübliche Standards betreffen zum Beispiel den Umweltschutz. So sind nur Särge aus leicht abbaubarem Material wie Holz zulässig. Urnen müssen biologisch abbaubar sein beziehungsweise verrotten können. Auch die Kleidung der Leiche soll das Erdreich nicht belasten.

Umbettungen aus einem Reihengrab in ein anderes innerhalb der Gemeinde sind nicht mehr möglich. Muss die Friedhofsverwaltung aus zwingenden Gründen eine Grabstätte verlegen, zahlt der Veranlasser dafür.

Ausdrücklich geregelt ist die Gestaltung der Urnenfelder. Grabschmuck und Anpflanzungen sind nicht erlaubt – weder auf einem Feld für anonyme Bestattungen (ohne Kreuz, Namensschild oder Gedenktafel) noch in einem Landschaftsgrabfeld (mit Namensschild). Anlage und Pflege sind allein Aufgabe der Friedhofsverwaltung.

Präzisiert sind Vorgaben zu Fundamentierung und Standsicherheit der Grabsteine. So müssen Nutzungsberechtigte statt wie bisher zweimal nur noch einmal im Jahr die Standfestigkeit überprüfen (lassen), nämlich nach Ende der Frostperiode.

Neu aufgenommen: Die Nutzungsberechtigten haften für Schäden, die durch ihre Anpflanzungen an Nachbargräbern, öffentlichen Anlagen oder Wegen entstehen. Wird eine Stätte nicht „in friedhofswürdiger Weise instandgehalten und gepflegt“, kann die Verwaltung sie nach Ablauf einer gesetzten Frist abräumen, einebnen und neu einsäen lassen.

Achtung: Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen zwischen fünf und 1000 Euro geahndet werden!

Die wichtigsten Gebühren im Überblick:

Die Bestattung eines Erwachsenen oder eines Kindes vom fünften Lebensjahr an kostet 800 Euro im Reihengrab, 850 im Familien- und 900 im Tiefgrab, für kleinere Kinder 350, 400 beziehungsweise 450 Euro. Für die Beisetzung einer Urne zu zahlen sind 450 Euro im Aschen-Reihen- oder -Familiengrab, im anonymen Grabfeld sowie im Reihen- oder Familiengrab für Erdbestattung, 300 Euro in der Urnenwand, 800 Euro im Landschaftsgrabfeld.

Nutzungsrechte an Reihengräbern schlagen mit 175 bis 550 Euro zu Buch, ein Familiengrab mit zwei (bei Tiefgräbern vier) Plätzen für 40 Jahre ist für 2000 Euro zu haben, ein Familienurnengrab für 550, ein Urnenwandgrab für 2100 Euro, je auf 30 Jahre. Die Entfernung von Urnen kostet 350 (Familiengrab) oder 175 Euro (Wand), die Beseitigung von Grabsteinen je nach Typ 425 oder 325 Euro. Von Markus Terharn

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