Wohnungen statt Einkaufsmärkte

Hainburger überrascht: Neues Nahversorgungszentrum wird kleiner als gedacht 

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Auf der Industriebrache hinter dem Rewe-Standort „Auf das Loh“ in Hainstadt sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Foto:

Das „Nahversorgungszentrum Auf das Loh“ in Hainstadt fällt deutlich kleiner aus als gedacht. Die Pläne beschränken sich nun auf einen Neubau für den bestehenden Rewe-Markt, darüber hinaus ist Wohnbebauung vorgesehen.

Hainburg – Ende September 2017 hatten die Investoren die Pläne für ein Nahversorgungszentrum am Standort „Auf das Loh“ in Hainstadt öffentlich vorgestellt. Zusätzlich zum bestehenden Rewe-Markt waren ein Discounter (Aldi) und eine Drogerie (Rossmann) vorgesehen. Hinter dem Lebensmittelmarkt an der Offenbacher Landstraße erstreckt sich ein Teilstück der Industriebrache des ehemaligen Winter-Geländes. Die Firma Schoofs Immobilien (Neu-Isenburg) wollte das Areal gemeinsam mit Projektpartnern komplett neu gestalten. Letzter Punkt gilt immer noch, aber die Pläne sehen inzwischen völlig anders aus.

Vor etwa einem Jahr hatte die Gemeindevertretung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan verabschiedet. In dieser Woche nun gaben die Investoren bekannt, dass sich das Nahversorgungszentrum in der ursprünglich vorgestellten Form nicht verwirklichen lässt. Hintergrund ist eine Entscheidung von Rewe, die den Investor unerwartet traf. Aus der Konzernzentrale in Köln kam die Ansage, dass das Unternehmen einen gemeinsamen Standort mit Aldi an dieser Stelle nicht wünsche. Daraufhin machte auch Rossmann einen Rückzieher.

Firmenpolitik von Rewe stößt auf Unverständnis

Die Firmenpolitik von Rewe stieß bei den Gemeindevertretern im Ausschuss auf Unverständnis, zumal Rewe an anderen Standorten neben Aldi platziert sei. Andreas van Ommen (Schoofs) erläuterte, dass Rewe den Discounter als Konkurrenz ansehe, wenn dieser sich neu im Ort ansiedele.

Die Gemeindevertreter bedauerten die Entwicklung. Ein Drogeriemarkt hätte für Hainstadt eine wichtige Bereicherung dargestellt, betonte Gabriele Staab (CDU). Die veränderte Planung sieht nun einen Neubau für den Rewe-Markt (mit dann 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche) vor, direkt daneben sind ebenfalls in einem Neubau eine Bäckerei/Gastronomie vorgesehen. Im ersten Stock darüber könnte ein Fitnessstudio entstehen – dafür gebe es Interessenten.

40 bis 50 Wohneinheiten sind möglich

Auf dem hinteren Teil des Grundstücks ist Wohnbebauung geplant. Die Entwürfe dafür stellte Daniel Altstadt, Geschäftsführer von Almahaus (Hanau), vor. In freistehenden Gebäuden sind 40 bis 50 Wohneinheiten möglich, mit drei bis sechs Wohnungen pro Haus. Ein Gebäude mit zwölf Wohnungen könnte für Sozialen Wohnungsbau vorgehalten werden. Die Häuser sollen – analog zur gegenüberliegenden Bebauung – über zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss verfügen und ohne Keller gebaut werden. Insgesamt etwa 4000 Quadratmeter Wohnfläche sieht die derzeitige Planung vor – die noch nicht endgültig ist.

Auf dem Eckgrundstück vorne an der Offenbacher Landstraße könnte ein „repräsentatives Gebäude“ mit Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen oder Büros in den oberen Stockwerken entstehen.

Bedenken meldeten die Gemeindevertreter im Fachausschuss in puncto Stellplätze an. Volker Giese (BFH) formulierte es drastisch: Unter zwei Stellplätzen pro Wohnung werde er dem Vorhaben nicht zustimmen. „Wir bestimmen, was da gemacht wird“, beharrte er. Die Satzung der Gemeinde Hainburg, darauf wies Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) hin, sieht allerdings nur 1,5 Stellplätze vor.

Von Katrin Stassig 

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