Simeonstift-Planung:

Der Grünzug-Streit - Wo die Streuobstwiese, wo die Bebauung?

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Auslegung des Plans Nummer 35 beschlossen: „Bebauung mit zwölf großflächigen Häusern bis an die Feldflur im Süden des Geländes.“

Das Neubauprojekt am Simeonstift in Klein-Krotzenburg ruft bei den Oppositionsparteien kritische Stimmen hervor.

Hainburg – Die Firma HZ Bau aus Seligenstadt will dort bekanntlich in Abstimmung mit dem Betreiber des Pflegeheims alte Gebäude abreißen und Mehrgenerationenwohnungen errichten. Die Gemeindevertretung in Hainburg hatte in dieser Woche über die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans Nr. 35 zu beschließen. Das nahmen die Grünen zum Anlass für einen Änderungsantrag. Die Fraktion fordert, die Wiesenfläche im Süden des Grundstücks nicht zu bebauen. Stattdessen sollen dort, wo derzeit noch das Haus Waldfriede und das Hermann-Kaiser-Haus stehen, weitere Neubauten vorgesehen werden.

Der Investor plant, diese beiden Gebäude abzureißen und dort eine Grünfläche anzulegen. Das Gelände sei auch im Regionalen Flächennutzungsplan als Grünzug ausgewiesen, betonte Bürgermeister Alexander Böhn (CDU). Die Planer sehen dort eine Streuobstwiese vor. Die mache aber an dieser Stelle „überhaupt keinen Sinn“, hatte Thorwald Ritter (Grüne) bereits im Fachausschuss kritisiert. „Das ist der völlig falsche Platz dafür“, wiederholte Ritter seine Kritik in der Gemeindevertretung. Seine Fraktion wolle stattdessen den Kaiserwäldchen-Park erhalten. Fraktionssprecher Cliff Hollmann ergänzte, die Bebauung mit zwölf großflächigen Häusern bis an die Feldflur im Süden des Geländes „ist uns von Anfang an übel aufgestoßen“.

Thorwald Ritter verwies auch auf die Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde, die ebenfalls empfehle, die Neubauten auf die Bestandsfläche zu konzentrieren und die Wiese im Süden freizuhalten.

CDU-Fraktionschef Jürgen Harrer führte aus, dass die derzeitigen Planungen dem Flächennutzungsplan entsprechen, „die der Grünen nicht“. Die CDU bevorzuge eine Grünfläche am Entree des Geländes, keine verengende Bebauung.

Osman Durmus (SPD) forderte erneut ein Gesamtkonzept, das im Zusammenhang mit dem neuen Mini-Ortsteil die Verkehrsproblematik und den zusätzlichen Bedarf an Kitaplätzen oder Freizeitmöglichkeiten einbeziehe.

Bürgermeister Böhn wandte ein, die Gemeinde habe durchaus Prognosen zu Kitaplätzen erstellt – und rechne mit drei bis vier zusätzlichen pro Jahrgang. Auch über andere Fragen der Infrastruktur habe man sich Gedanken gemacht. Allerdings sei zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens noch gar nicht sichergestellt, dass die Pläne des Investors unverändert so umgesetzt werden. Der B-Plan werden öffentlich ausgelegt, sodass die Träger öffentlicher Belange Anregungen und Änderungswünsche anbringen können.

Thorwald Ritter und SPD-Fraktionschef Manfred Tilsner (SPD) zeigten sich enttäuscht, dass die Planer bisher keinerlei Anregungen und Kritikpunkte der Gemeindevertreter aufgegriffen hätten. Mit ihrem Änderungsantrag konnten sich die Grünen dennoch nicht durchsetzen. CDU und ein BFH-Vertreter stimmten dagegen, SPD und ein weiterer BFH-Vertreter enthielten sich. Dem Beschluss über die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans stimmten CDU und BFH zu, SPD und Grüne dagegen.

VON KATRIN STASSIG

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