Wegen Hundefreilauffläche

Kontroverse um Spielplatzverkleinerung

Hainburg - Eigentlich herrschte beim Thema Hundefreilauffläche schöner Konsens. Der Antrag der Grünen, eine solche in Hainburg einzurichten, stieß bei den Gemeindevertretern auf breite Zustimmung. Von Katrin Stassig 

Auch der Vorschlag von Bürgermeister Alexander Böhn (CDU), eine Fläche am wenig genutzten Freizeitgelände am Triebweg dafür abzugrenzen, schien mehrheitsfähig. Trotzdem kam in der Ausschusssitzung am Montagabend Missstimmung auf, die in lautstarke Wortgefechte mündete.
Das Thema stand erneut auf der Tagesordnung, weil der Bürgermeister die angekündigte Kostenschätzung für eine Hundefreilauffläche mitgebracht hatte. Böhn nannte Materialkosten (für Wildschuttzaun und Tor) von etwa 10.000 Euro plus Personalkosten von 5000 Euro, wenn der Bauhof der Gemeinde die Maßnahme selbst umsetze. Auch die Unterhaltung der Fläche sei ohne größeren Aufwand möglich, so Böhn.

Dann meldete sich Osman Durmus (SPD) zu Wort, der zu diesem Zeitpunkt als Vorsitzender des Ausschusses für Sport, Jugend, Kultur und Soziales die Sitzung leitete. Durmus erklärte sich mit der Verkleinerung des Bolzplatzes am Triebweg zugunsten der Hundefreilauffläche überhaupt nicht einverstanden. Dort seien noch nicht einmal sämtliche bei der Spielplatzbegehung vergangenen Juni monierten Mängel beseitigt – kein Wunder also, dass der Platz nicht genutzt werde.

„Wir sind nicht gegen eine Hundefreilauffläche, wir sind gegen eine Verkleinerung der Spiel- und Bolzplätze“, betonte Durmus. Die drohe auch am Spielplatz Ostring, den der Gemeindevorstand als Alternativstandort für die Kinder- und Jugendfarm vorgeschlagen hatte. Langsam beschleiche ihn das Gefühl, dass die CDU-Mehrheitsfraktion „etwas gegen Spielplätze hat“. Seine vorbereitete Ansprache konnte Durmus nicht zu Ende bringen, da er mit diesem Vorwurf den CDU-Fraktionschef Jürgen Harrer gegen sich aufbrachte, der lautstark widersprach und die Neutralitätspflicht vermisste, zu der der Ausschussvorsitzende verpflichtet sei. Auch SPD-Gemeinderat Rudolf Kaller fiel in die Debatte ein, in der keiner mehr richtig zu Wort kam.

Leserbilder zum Hundetag (Teil 3)

Die BFH-Gemeindevertreterin Claudia Brücher lenkte die Diskussion schließlich wieder in geordnete Bahnen. Auch sie erinnerte an die Spielplatzbegehung, bei der erstmals die Idee aufkam, das Gelände am Triebweg als Hundefreilauffläche zu nutzen. Sie komme täglich mehrmals dort vorbei, so Brücher, und der Platz werde so gut wie nie genutzt – und wenn doch, dann von Leuten mit Hunden. Der Bedarf sei da, und am Triebweg könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Auch Susan Ritter (Grüne) sprach von einer guten Lösung.

Rubriklistenbild: © dpa

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