Jung-Autorin

Hainburgerin beschließt: „Morgen schreibe ich mein Buch“

Unter dem Namen Nina Dont hat die 30-jährige Hainburgerin Janina Kreppenhofer die Geschichte ihrer Familie in Romanform gebracht.
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Unter dem Namen Nina Dont hat die 30-jährige Hainburgerin Janina Kreppenhofer die Geschichte ihrer Familie in Romanform gebracht.

Eine junge Frau aus Hainburg hat ein Buch geschrieben: „Die Stille meiner Heimat“ ist jetzt erschienen.

Hainburg – „Ich lese sehr viel“, gesteht Janina Kreppenhofer, „aber Autorin wollte ich nie werden. Das stand nicht auf meinem Plan.“ Doch da sich Pläne ändern können, ist die 30-jährige Hainburgerin zur Schriftstellerin geworden, zunächst auf Hobby-Ebene. Das Thema ihres Debütromans kennt die junge Frau in- und auswendig: In „Die Stille meiner Heimat“ schildert sie ihre Familiengeschichte.

Mit dem Journalistenberuf hat Kreppenhofer mal geliebäugelt; im Offenbacher Pressehaus unserer Zeitung absolvierte sie ein Praktikum beim Fußballfachblatt „Kicker“. Sie entschied sich anders, verdient ihr Geld als Assistentin der Leitung Produktion und Entwicklung bei der Firma Singulus in Kahl, die Anlagen zur Beschichtung von CD und DVD baut. Geboren in Offenbach, aufgewachsen in Hainstadt, zog sie mit zehn Jahren nach Frankfurt, mit 22 kehrte sie zurück.

Als Kind verbrachte Janina ihre Ferien gern und oft beim Großvater. „Mein Ein und Alles“ nennt sie ihren für sie viel zu früh gestorbenen Opa. 1924 in Südmähren geboren, nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben, brachte er sie in Kontakt mit österreichischen Wörtern wie Ribiseln (Johannisbeeren) oder Vogerlsalat (Kartoffelsalat). Ihm und ihrer Mutter ist der Band gewidmet. Für die Veröffentlichung wählte die Jung-Autorin indes den Nachnamen ihres Vaters als Pseudonym, firmiert als Nina Dont.

Die Kreppenhofers sind ein weitverzweigter Clan, etliche leben im Raum Offenbach/Darmstadt. Einmal jährlich traf man sich, die Zusammenkunft 2018 organisierte Janina. 50, 60 Leute verfolgten ihre Powerpoint-Präsentation des Stammbaums. „Inzwischen kann ich sogar den Älteren viel erklären“, sagt sie schmunzelnd. „Wer etwas wissen will, ruft mich an.“

Historisches Hintergrundwissen bezieht Kreppenhofer zudem aus dem Heimatblatt „Der Südmährer“, das sie abonniert. Den Anstoß, etwas draus zu machen, lieferte jedoch erst der NaNoWriMo, der National Novel Writing Month. Ziel dieses längst internationalen Projekts ist es, zwischen dem 1. und dem 30. November einen Roman mit mindestens 50 000 Wörtern zu verfassen. „Eine Internetseite gibt Starthilfe“, erzählt die Literaturdebütantin. „Am 31. Oktober 2018 habe ich beschlossen: Morgen schreibe ich mein Buch!“

Gebraucht hat sie dafür anderthalb Jahre. Am Anfang standen Stichpunkte, Anekdoten, „die ich weiter ausgesponnen habe“, so die Verfasserin. „In Grundzügen ist es die Geschichte der Kreppenhofers – aber als Roman.“ Zitate habe sie anderen in den Mund gelegt, hier etwas weggelassen, da hinzuerfunden. Aus ihr selbst wurde ein junger Mann, Daniel, aus ihrem Opa dessen Oma, Maria.

Wie eine gewiefte Praktikerin hat die Anfängerin die Handlung geschickt auf zwei Zeitebenen verteilt. 2009 begibt sich Daniel auf die Suche nach der Vergangenheit. Und 1938 ahnt Maria nicht, dass ihre kleine heile Welt dem Untergang geweiht ist...

Viel Sorgfalt hat die Jung-Literatin in Satz, Lektorat, Korrektorat und Cover gesteckt, auch ins Quellenverzeichnis. Erhältlich ist das Ergebnis im örtlichen Buchhandel oder bei Janina Kreppenhofer, E-Mail nina.dont@gmx.de. „Ich signiere es Ihnen gern!“

Buchtipp:

Nina Dont: Die Stille meiner Heimat. Books on Demand, 512 Seiten, 15,99 Euro

VON MARKUS TERHARN

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