Allen ein Stück entgegenkommen

Nach Protest neue Planung für Ludwig-Erhard-Straße

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Der Abschnitt der Ludwig-Erhard-Straße vor den Hausnummern 16-34 soll nicht angetastet werden. Bei einem Umbau wären Gehweg und Fahrbahn schmaler geworden, sodass auf der linken Seite keine Autos mehr parken könnten, rechts hätten Parkbuchten und Bäume zugunsten von Stellplätzen auf einem Mittelstreifen weichen müssen.

Hainburg -  Ende gut, alles gut. Nachdem Anwohner gegen den Umbau der Ludwig-Erhard-Straße in der Neuen Ortsmitte protestiert hatten, hatte die Gemeindeverwaltung ein Einsehen und überarbeitete ihre Pläne. Die sind nun beschlossene Sache. Von Katrin Stassig 

Die Ludwig-Erhard-Straße in der Neuen Ortsmitte wird nach Widerspruch der Anwohner nur im neuen Abschnitt mit einer zweiteiligen Fahrbahn ausgestattet. Die bestehenden Abschnitte bleiben unverändert. Der Gemeindevorstand hat die neue Planung bereits besprochen und beschlossen, Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) die Anwohner darüber informiert.

In der Ludwig-Erhard-Straße laufen derzeit Erschließungsarbeiten, da die Baulücke in der Mitte der Straße mit kostengünstigen Wohnhäusern geschlossen werden soll. Es handelt sich um die letzte von drei Baulücken in der Neuen Ortsmitte; an der Straße Zum Königssee und an der Konrad-Adenauer-Straße stehen bereits erste Häuser.

Warum die Gemeinde die Ludwig-Erhard-Straße im Zuge der Bauarbeiten auch in den bestehenden Abschnitten umgestalten wollte, hat Bürgermeister Böhn den Anwohnern noch einmal schriftlich dargelegt. Dies hatte Böhn zuvor auch in mehreren Anliegerversammlungen erläutert.

Nach dem alten Bebauungsplan von 1990 war für die Ludwig-Erhard-Straße eine stark verdichtete, mehrgeschossige Wohnbebauung vorgesehen. Aus diesem Grund wurde damals der Straßenkorridor mit einer Breite von 16,50 Meter festgelegt. Nachdem die Kommunalpolitiker auf dem noch freien Areal der Straße statt sozialem Wohnungsbau eine Bebauung analog der Nachbarschaft (Reihenhäuser) vorzogen, wurde 2016 mehrheitlich eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen.

„Mit der nun erforderlichen neuen Erschließung der Ludwig-Erhard-Straße ergab sich die Aufgabenstellung, möglichst viele öffentliche Parkplätze zu schaffen, die von jedem genutzt werden können“, erläutert Böhn die Ausgangslage. Gleichzeitig sollte die Straße ansprechend gestaltet werden. Diese Möglichkeiten „haben wir in der zunächst vorgelegten Planung gesehen, die allerdings auch einen massiven Eingriff in die vorhandene Bausubstanz darstellte“, räumt der Bürgermeister ein.

Auf beiden Seiten sei ein Großteil der Parkplätze nur von den Anwohnern nutzbar, da sie direkt vor der Garageneinfahrt angelegt sind. „Insofern sind dies quasi Privatparkplätze, die dem öffentlichen Verkehrsraum entzogen sind.“ Diese Situation sollte mit einem Parkstreifen in der Mitte der Fahrbahn behoben werden. In diesem Zusammenhang sollte die Straße außerdem so weit wie möglich abgesenkt werden, um die Einfahrt in die Tiefgaragen der Reihenhäuser zu erleichtern. Dies ist aktuell aufgrund des steilen Winkels schwer bis gar nicht möglich.

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Alles in allem habe die Gemeindeverwaltung in dieser Planung mehr Vor- als Nachteile gesehen, resümiert Böhn. Die Anwohner hingegen sahen das bekanntlich anders, beklagten den drohenden Verlust von Parkplätzen vor ihren Häusern und fürchteten um den Baumbestand, der für die Umgestaltung hätte weichen müssen. Nach vehementem Widerspruch in Form von Briefen, Anrufen und Gesprächen hat die Verwaltung gemeinsam mit ihrem Verkehrsplaner die Planung überarbeitet und im Gemeindevorstand besprochen und beschlossen. Die vorhandenen Abschnitte der Ludwig-Erhard-Straße vor den Nummern 16-34 und 1-3F sollen demnach nicht verändert werden.

Neu gestaltet wird lediglich der mittlere Abschnitt, der neu bebaut wird. Dort wird die Fahrbahn aufgefächert. Da die Kurve an diesem Punkt breit genug sein muss, damit Rettungs- oder Müllfahrzeuge passieren können, „fällt der Bereich für öffentliche Parkplätze nicht besonders groß aus“, so Böhn. Deshalb werde sich „das gesamte Angebot der öffentlichen Stellplätze an der Ludwig-Erhard-Straße nur geringfügig verbessern.“ Acht Stellplätze entstehen auf dem Mittelstreifen, dort sind zudem vier Baumstandorte und an den Rändern kleine Grünflächen vorgesehen. Umgestaltet werden soll außerdem die Kreuzung zur Konrad-Adenauer-Straße.

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Für die Verwaltung gestaltete sich die Umplanung aufgrund vieler Zwänge und des geringen Spielraums nicht gerade einfach und hat „einige Ingenieursstunden“ gekostet, wie der Bürgermeister auf Nachfrage berichtet. Die Kosten für die Bauarbeiten werden sich wohl am Ende reduzieren, da ja nun nicht die gesamte Straße neu gestaltet wird. Beziffern lasse sich diese Summe derzeit noch nicht. Böhn schätzt sie aufgrund der Fläche auf etwa 100.000 Euro. Für die Bauarbeiten in der Ludwig-Erhard-Straße waren, inklusive der Erschließung für den neuen Teil, Gesamtkosten von mehr als einer Million Euro veranschlagt.

Zum Abschluss bringt der Bürgermeister die Hoffnung zum Ausdruck, dass „wir allen mit dieser Entscheidung ein Stück entgegenkommen konnten“. Anwohner Karl-Heinz Maurer jedenfalls ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er bedankt sich nicht nur bei SPD und Grünen, die das Anliegen unterstützt hatten, sondern auch bei Gemeindevorstand und Bauamt für das „offene Ohr“ für die Wünsche der Anwohner.

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