Bebauungsplan

Neue Perspektiven für die Industriebrache

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Industriebrache hinter dem Hainstädter Rewe-Markt: Die Gemeindevertreter haben die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. 

Die Kommunalpolitik in Hainburg unternimmt einen erneuten Versuch zur Entwicklung das Karree Offenbacher Landstraße/Auf der Loh. Einstimmig wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Hainburg – Geschlossen nimmt die Hainburger Kommunalpolitik einen neuen Anlauf zur Entwicklung der Industriebrache hinter dem Hainstädter Rewe-Markt: Einstimmig und ohne Diskussion beschloss die Gemeindevertretung kürzlich die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Karree Offenbacher Landstraße/Auf das Loh. Nicht der erste Versuch an dieser Stelle, aus Sicht seiner Befürworter freilich der bisher aussichtsreichste.

Dabei zielt die Bauleitplanung, der ein Paket neuer Gutachten von Artenschutzprüfung über Verkehrsuntersuchung bis zu Lärmprognose vorauszuschicken ist, laut Vorlage aus dem Rathaus im ersten Schritt eher auf Erhaltung denn auf Veränderung: Der Lebensmittelmarkt soll langfristig gesichert, dafür ein erweiterter Neubau mit bis zu 1 600 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich werden. Zusätzlich gibt es Platz für ein Café und eventuell ein Firnessstudio.

Die Idee, gleich nebenan einen Discounter zu bauen und so ein Nahversorgungszentrum zu schaffen, ist derweil vom Tisch – aufgrund „unternehmerischer Entscheidungen“, wie es im Rathauspapier heißt. Den vor zwei Jahren initiierten B-Plan-Entwurf dazu ließ das Gemeindeparlament einmütig im Papierkorb verschwinden.

Alles andere als neu ist der Gedanke, auf dem seit 40 Jahren verlassenen Fabrikgelände mit seinen zusehends vom Verfall gezeichneten Backsteinbauten eine Seniorenwohnanlage zu bauen. Schon 2007 hielt ein Bebauungsplan dieses Ziel fest, ohne dass sich freilich etwas tat. Jetzt ist laut Bauamt ein „Seniorenzentrum mit 90 bis 100 vollstationären Pflegeplätzen in Wohngruppenform“ als dreigeschossiger Komplex plus Staffelgeschoss gegenüber den Wohnhäusern Auf das Loh 14 bis 28 geplant. Auf der nordöstlichen Freifläche soll ein dreigeschossiges Gebäude für Betreutes Wohnen mit bis zu 15 Wohnungen Platz finden. Möglicherweise wird da auch Tagespflege angeboten, die alle Hainburger in Anspruch nehmen können.

Nicht zuletzt hoffen die Gemeindevertreter, auf dem Eckgrundstück unter der Adresse Offenbacher Landstraße 91 neue Perspektiven zu eröffnen. Durch die Ausweisung als Mischgebiet werde es möglich, dort zu bauen, schreibt die Bauverwaltung. Denkbar sei ein kleines Gebäude mit Dienstleistungsanbietern und Büros.

Für den Rathausneubau bedeutet der Beschluss grünes Licht, Untersuchungen und Analysen in Auftrag zu geben. Wann der B-Plan reif für einen Satzungsbeschluss und schließlich rechtskräftig ist, lässt sich aktuell kaum absehen. Mut macht Politikern wie Fachleuten, dass weder eine ökologisch wertvolle Fläche betroffen ist noch einem der Vorhaben eine förmliche Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschaltet werden muss. Auch ist für B-Pläne zur Wiederbelebung von Gewerbebrachen ein beschleunigtes Verfahren möglich. 

zrk

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