Kommunalwahl: Grüne gewinnen deutlich dazu, SPD und Bürger für Hainburg verlieren

Hainburg: Union kann absolute Mehrheit ausbauen

Ausgezählt ist, das Ergebnis liegt vor: Bei der Kommunalwahl in Hainburg hat die CDU ihre absolute Mehrheit verteidigt. Mit 54,2 Prozent verbessert sie sich sogar gegenüber 2016 um drei Prozent. Damit stellt die Union künftig 20 statt bisher 19 der 37 Gemeindevertreter.

Die meisten Hainburger Wähler gaben ihre Stimme am vergangenen Sonntag für die Christdemokraten ab.

Hainburg – Noch stärker zugelegt haben die Grünen, die ihr Ergebnis von 13,3 auf 18,6 Prozent steigern konnten, das sind sieben Sitze, zwei mehr als bisher. Mächtig verloren hat die SPD, die von 22,3 auf 15,2 Prozent absackt und nur noch sechs Mitglieder ins Parlament entsendet, also zwei weniger. Leicht verschlechtert landen die Bürger für Hainburg (BfH) bei 12,1 Prozent (2016: 13,3), macht vier Mandate, minus eins. Gestiegen ist die Wahlbeteiligung, von 50 auf 54,8 Prozent.

Die meisten Stimmen aller Bewerber, nämlich 5343, hat Christian Spahn auf sich vereinigt. „Das hat mich sehr gefreut“, sagt der Unions-Mann, der Parteichef Jürgen Harrer, Ex-Bürgermeister Bernhard Bessel, Gemeindevertretervorsteher Oliver Möser und den Fraktionsvorsitzenden Lukas Buhl hinter sich lässt. Spahn wertet das Ergebnis auch „als Bestätigung meiner Arbeit“. Seit vier Jahren ist er Erster Beigeordneter der Gemeinde und will die Amtszeit von sechs Jahren ausschöpfen. Gegenüber unserer Zeitung hat er angekündigt, sein Mandat daher nicht anzutreten. Erster Nachrücker der CDU ist Walter Harrer.

„Drei Prozent mehr, das ist ein großartiger Vertrauensbeweis und zeigt, dass die breite Mehrheit der Bürger mit unserer Arbeit zufrieden ist.“ So reagiert CDU-Spitzenkandidat Jürgen Harrer. „Wir sind sehr dankbar und freuen uns, unsere Gemeinde in den nächsten fünf Jahren mit Bürgermeister Alexander Böhn und dem Ersten Beigeordneten Christian Spahn weiter verantwortlich und zukunftsgerecht zu entwickeln.“

Harrer kündigt an, mit allen Fraktionen zu sprechen. „Letztlich eint uns Gemeindevertreter das Ziel, das Beste für Hainburg zu wollen. Ich würde mich freuen, wenn es gelingt, Entscheidungen zu den Schwerpunkten Wirtschaft, Finanzen, Klima- und Umweltschutz, Bildung, Betreuung, Digitalisierung, Mobilität und Infrastruktur auf eine breite Basis zu stellen.“

Galgenhumor beweist SPD-Spitzenmann Manfred Tilsner: „Den freien Fall haben wir etwas abgebremst“, sagt der Partei- und Fraktionsvorsitzende. Am Wahlabend lagen die Sozialdemokraten noch bei vier Sitzen, geworden sind es sechs. Davor freilich waren es sieben, die SPD war zweitstärkste Fraktion, liegt jetzt auf Platz drei.

Ziel war, die Zahl der Mandate zu halten, „ganz große Optimisten haben sogar auf einen mehr gehofft“. Tilsner selbst hat mit Blick auf den Trend immerhin den Verlust eines Sitzes einkalkuliert, „zufrieden bin ich also nicht. Dennoch blickt er nach vorn statt zurück im Zorn: „Wir haben neue, junge Leute und mit 50 Prozent den idealen Frauenanteil.“ Mit dem Vorstand wolle man über die Besetzung von Ämtern in Fraktionsvorsitz und Gemeindevorstand entscheiden.

„Über den Wählerzuwachs freuen wir uns sehr“, sagt Susan Ritter, Spitzenfrau der Grünen, um gleich hinzufügen: „Dadurch ändert sich leider nichts an den politischen Verhältnissen.“ Sie vermutet ein „Weiter so“. Die Grünen wollen ihre Projekte und Anliegen weiter verfolgen. Mit Nicolas Frickel habe die Fraktion zudem „einen jungen Mann gewonnen, der unser Durchschnittsalter senkt und von dem ich erwarte, dass er uns ordentlich durcheinanderwirbelt“. Zur Frage des Fraktionsvorsitzes sagt Susan Ritter diplomatisch: „Der bisherige Vorsitzende (Cliff Hollmann, d. Red.) hat seinen Job hervorragend gemacht.“

Für die BfH bedauert Fraktionsneuling Heinz Seipel, dass es nicht gelungen sei, die absolute CDU-Mehrheit zu brechen. Damit, dass die Bürger für Hainburg einen Sitz eingebüßt haben, habe niemand gerechnet. Für sich persönlich geht Seipel, der bisher für die SPD im Parlament saß (und sein Parteibuch behält), davon aus, dass er sein Amt als stellvertretender Gemeindevertretervorsteher abgibt. Es dürfte an die zweitstärkste Fraktion fallen – die Grünen.

Gewählt sind:
CDU: Christian Spahn, Jürgen Harrer, Bernhard Bessel, Oliver Möser, Lukas Buhl, Karlheinz Habermann, Margarete Fertig, Adeline Krammig, Alexander Bub, Pia Schwab, Johannes Schwab, Marcus Redanz, Tobias Kaiser, Volker Jäkel, Stephan Lukas, Dirk Böhn, Petra Merget, Marcus Fuchs, Marco Friedl und Norbert Scherer, erster Nachrücker Walter Harrer;

Grüne: Susan Ritter, Cliff Hollmann, Thorwald Ritter, Horst Winter, Ilka Simon, Nicolas Frickel und Manuela Hollmann;

SPD: Manfred Tilsner, Nicole Linke, Osman Durmus, Dagmar Brettinger, Manuela Golosek und Heribert Ehmes;

BfH: Heinz Seipel, Wigbert Appel, Volker Giese und Claudia Brücher.

(Von Markus Terharn)

Rubriklistenbild: © Eibner-Pressefoto/imago-images

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