Hainburger Grünen-Politiker Thorwald Ritter

Umweltschützer aus Überzeugung feiert 70. Geburtstag

+
Runder Geburtstag: Thorwald Ritter.

Hainburg - Für die einen ist er der Prototyp des Öko-Politikers, dem auch der jahrzehntelange Weg durch die ernüchternden „Instanzen“ des kommunalpolitischen Oppositionsalltags nichts anhaben konnte, ein Umweltschützer und -mensch aus tiefster Überzeugung.  

Für die anderen ein beratungsresistenter Besserwisser, ein Überzeugungstäter und Dorn im Auge der Konservativen: der Hainburger Grünen-Politiker Thorwald Ritter feiert heute seinen 70. Geburtstag. Was nicht viele wissen: Thorwald Ritter blickt auf eine bewegte erste Lebenshälfte zurück. Nach Realschule und Lehrzeit (Vermessungstechniker beim Katasteramt in Offenbach) lässt sich seine Vita am besten geographisch darstellen: Entwicklungshelfer (Wasserversorgung/Jugend) in Jamaika und Nepal (1969-1972), Sozialpolitik-Studium in Swansea (Südwales, 1972/73), Jugendarbeit in London (1973-1975). Dazwischen das wichtigste private Datum: Am 13. April 1974 heiratete Ritter in London seine Sue (Jackson), die er auf Jamaika kennengelernt hatte.

Ab 1975 wendete sich Ritter heimatlichen Gefilden zu. Er zog nach Hainstadt, studierte Sozialpädagogik (FH) in Frankfurt, zählte 1976 zu den Mitinitiatoren der Ferienspiele und war ein Jahr später Kinderhaus- und AMU-Gründungsmitglied (AG Mensch und Umwelt). Natürlich war Ritter bei allen Abwehrkämpfen in der Region dabei. Als da sind die Giftmülldeponie Mainhausen, die Brennelementefabrik Hanau (1980) und natürlich Staudinger-Block 8 in Großkrotzenburg (ab 2008). Der Grünen-Partei trat er vergleichweise spät bei: erst mit 40 Lebensjahren 1987.

Der spätere Kinderhaus-Pädagoge übernahm zahlreiche Ämter beim BUND (u. a. Landesverbands-Geschäftsführer) und sonstige Funktionen (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, AG Ehemalige Synagoge in Klein-Krotzenburg, ehrenamtlicher Richter am VG Darmstadt, Arbeitskreis Asyl), doch im Mittelpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten stand und steht die Politik: unbeugsam, beharrlich, von sich und seiner Mission überzeugt: Die Auseinandersetzungen Ritters mit Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) sind legendär.

Ritter engagiert sich in besonderem Maße für Aufarbeitung und Bewahrung der Geschichte der früheren jüdischen Bevölkerung im Ostkreis, verfasste dazu zwei Publikationen. Im Februar 2002 erhielt er den Ehrenbrief des Landes, zum Ehrengemeindevertreter wurde er im August 2009 ernannt. (mho)

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion