„Geht noch, ich kann´s noch“

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50 Jahre als Versicherungsberater im Außendienst tätig und kein bißchen müde: der 79-jährige Kurt Bottenhorn.

Hainburg (th) - 50 Jahre Dienstjubiläum bei einer Firma. Kommt heutzutage nicht mehr oft vor.

Also muss Kurt Bottenhorn im zarten Alter von 15 Jahren seine Tätigkeit als Versicherungsberater im Außendienst der Deutschen Krankenversicherung angetreten haben, da man ja mit 65 derzeit in Rente geht. Mitnichten. Kurt Bottenhorn ist 79 Jahre alt, arbeitet aber immer noch.

Bottenhorn ist vollberuflich als Versicherungsberater tätig - und feierte am 1. September sein 50. Arbeitsjubiläum. „Es macht immer noch Spaß und Freude, ich finde Bestätigung in meiner Tätigkeit“, umschreibt er kurz und knapp seine Gründe. So viele Termine wie früher mache er nicht mehr, aber einige Beratungen bei Kunden in der Woche mit dem anschließenden Verwaltungsaufwand seien es schon noch. Arbeiten muss er nicht mehr, aber er will. „Es geht noch, ich kann es noch“, so der rüstige Senior, dem man seine 79 Jahre auch nicht ansieht.

50 Jahre Versicherungsgeschäft

In 50 Jahren Versicherungsgeschäft und Kundenbetreuung haben sich viele Anekdoten und Geschichten angesammelt, die Bottenhorn auch gerne erzählt. Natürlich nennt er keine Namen. So erzählt er die Geschichte von einem amerikanischen Soldaten, den er versicherte. Der fragte nach Ende des Gesprächs, ob Bottenhorn gerne fliege. Bottenhorn bejahte - und fand sich ruckzuck in einer kleinen Propellermaschine wieder: Versicherungsnehmer und Versicherungsvertreter machten einen ungeplanten Rundflug über das Rhein-Main-Neckar-Gebiet.

„Zwei Bundesbankpräsidenten und einige Konzernchefs gehörten auch zu meinen Kunden“, erzählt der Hainstädter. Auch ein vor vielen Jahren in Klein-Krotzenburg wirkenden Kaplan. „Der ist heute Bischof und steht kurz vor seiner Berufung zum Kardinal“, weiß Bottenhorn. Und der Gottesmann ist ausgestattet mit Sach- und Krankenversicherung von Kurt Bottenhorn, der in seiner Geschäftsanbahnung früher auch mal ungewöhnliche Wege gegangen ist. „Ich fuhr zum Flughafen in Frankfurt und wartete solange, bis eine Stewardess aus dem gesicherten Personalbereich kam, schlüpfte durch die Tür und klapperte dann alle Schalter der Fluglinien ab.“

Eine sehr erfolgreiche Verkaufsstrategie

Heute undenkbar - damals eine sehr erfolgreiche Verkaufsstrategie. „Natürlich gibt es schwarze Schafe bei Versicherungsverkäufern“, weiß der erfahrene Bottenhorn. Er habe immer Wert auf seriöse Beratung gelegt, keine windigen Versicherungs- und Finanzprodukte verkauft und könne heute noch bei all seinen Kunden jederzeit wiederkommen. Man glaubt es ihm.

Privat ist Kurt Bottenhorn Liebhaber klassischer Musik („Ich habe berühmte Dirigenten und Sänger versichert“) und politisch sehr interessiert. Er saß für die CDU in der Hainburger Gemeindevertreterversammlung, war CDU-Chef in Hainstadt. Fußball (Kickers Offenbach) ist ebenfalls Teil seines Lebens. Der frühe Tod seiner ersten Frau stürzte ihn in eine Krise, doch er kämpfte sich zurück, fand neues Glück und ist seit 15 Jahren wieder glücklich verheiratet.

Und wie lange will Kurt Bottenhorn noch weiterarbeiten? „Solange es geht mache ich weiter“, so der Hainstädter, der so gar nicht ans Aufgeben, Aufhören und schon ans Altenteil denkt. Nein, das ist nichts für den rüstigen Senior.

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