Hatschi statt Helau beim ÖVV

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Schrill und bunt im Stile der 70er Jahre präsentierten sich die Frohsinn-Kinder, die mit Schlagern für Stimmung in der Radsporthalle von Klein-Krotzenburg sorgten.

Klein-Krotzenburg ‐ „Ist es nicht traumhaft anzusehn, unser Prinzenpaar des Jahres 2010“ - mit diesen Worten begrüßte Sitzungspräsident Wolfgang Barth die Tollitäten Prinz Frank I. (Euler) und Prinzessin Lea I. (Bretthauer) bei der ÖVV-Fastnachtssitzung in der Radsporthalle Klein-Krotzenburg. Von Dominik Stadler

Der Prinz verdient sein Geld als Zimmer- und Dachdeckermeister. er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. (Vereine: Frohsinn, Pfadfinder, MG Eintracht, Feuerwehr). Prinzessin Lea I. ist eine waschechte Klein-Krotzenburgerin. Sie ist bei der Dance Company und der Jazztanzgruppe sowie dem Gesangverein Frohsinn aktiv. Sie arbeitet in Darmstadt als Inspektoren-Anwärterin bei der Stadtverwaltung.

Mehr Fotos von der ÖVV-Fastnachtssitzung:

ÖVV-Fastnachtssitzung in der Radsporthalle

Bevor das Prinzenpaar mit Hofstaat und dem Spielmanns- und Fanfarenzug der Spvgg. Hainstadt (Leitung: Uwe Junker) einzog, infizierten zwei Fastnachtsviren (Jürgen Bott, Stefan Bonifer) die Narrenschar. Sie verteilten den Virus mit einem „Krotzeborsch – Hatschi“.

Bei der traditionellen Übergabe des Rathausschlüssels huldigte Bürgermeister Bernhard Bessel den närrischen Regenten: „Das Prinzenpaar braucht die Freundlichkeit nicht zu spielen, ihnen ist diese ins Gesicht geschrieben. Und desweiteren wird festgesetzt, der Bürgermeister ist abgesetzt.“

Im Hippie-Outfit war beim Frohsinn-Kinderchor keine Spur von Lampenfieber zu sehen. Mit Liedern wie „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“und „Ich war noch niemals in New York“ überzeugten sie auf ganzer Linie. (Leitung Johannes Böhn; Chorleiterinnen Sabine Müller Claudia Zimmermann-Steidl). Im Anschluss boten die Tänzerinnen der „Young Diamonds“ als Köchinnen mit vielen Hebefiguren eine tolle Leistung. (Leitung: Julia Kmetsch und Sabrina Salg).

Auf eine galaktische Reise nahmen die „Diamonds“ das närrische Publikum mit.

Gottfried „Geoff“ Frickel, in seinem 22. Jahr als Protokoller, sprach über sein tolles letztes Jahr als Prinz. Er philosophierte über die Kanzlerwahl und die neuen Minister. Er witzelte über die Schweinegrippe („Wutzeschnuppe“) und nahm die lokale Politik aufs Korn. Im rot-weißen Gardedress und mit viel Temperament war im Anschluss die Prinzengarde der ÖVV. bei der Sache. Als „Kirchengängerin“, „die immer so odächtig sein wollte“, gefiel Karin Fuchs. Während einer Messe hatte sie „de Weihrauch gesehe – und wie da de Rauch hoch geht“ und fragte sich: „Hab ich daheim auch de Gulasch abgedreht?“ Das VC-Quartett, die Volkschor-Aktiven, besangen als Maler verkleidet die deutsche Parteienlandschaft. Besonders die FDP mit ihrem „German Outsideminister“ nahmen sie auf die Schippe. (Leitung und Text Stefan Weih).

Ein weiterer Höhepunkt waren die „zwei Sanitäterinnen“ (Elke Werner, Carola Staab). Mit Tatütata und Blaulicht kamen sie zu ihrem „Einsatz“ und suchten verzweifelt nach dem Verletzten. „Aber ohne Einsatz gehen wir nicht Heim“, schworen sie und wählten ein Elferratsmitglied zum Üben der stabilen Seitenlage. Die TKK-Jazztanzgruppe führte das Publikum in Richtung Pause. Die zwölf Mädels, bei denen Prinzessin Lea I. mittanzte, brachten als Pilotinnen Stimmung in den Saal. (Trainerin: Jessica Burghaus).

Angelika Karkoska als „Super-Model XXL“

Nach einer Unterbrechung fegte das „Korz-Lang-Fett-Quartett-XXL“ mit dem Motto „Bauer sucht Frau“ über die Bühne. (Helmut Baum, Thomas Becker, Gottfried Frickel, Bernd Trageser und Stefan Winter). Als Abschlusslied trällerten sie über ihr geliebtes Krotzenburg: „Über uns da lacht die Sonne, über Hainstadt die ganze Welt.“

Angelika Karkoska vom Volkschor kam als „Super-Model XXL“ in den Saal stolziert und erzählte, wie sie vom Eifelturm gefallen und von Karl Lagerfeld („De Klamottekarl“) aufgefangen wurde: „Der war platt.“ Das Männerballett der Turnerschaft tanzte zu „Tulpen aus Amsterdam.“ „Es klingt im Osten wie im Westen – die Holländerinnen sind die Bestem“, pries der Sitzungspräsident die 13 starken Kerle. (Leitung: Monika Jäger, Petra Knobloch, Julia Kmetsch).

Die Frohsinn-Hofsänger mit Prinz Frank I. kamen auch auf die schlechte Parkplatzsituation in Klein-Krotzenburg zu sprechen. „Ich drehe schon seit Stunden vorm Hoftor meine Runden.“ (Leitung: Andreas Schwab und Klaus Kemmerer; Klavier: Peter Krausch). Mit Neonschwertern im Star Wars-Stil liefen die „Diamonds“ ein und nahmen ihr Publikum auf eine galaktische Reise mit. (Leitung: Sabrina Salg, Julia Kmetsch).

Am Wochenende 22. und 23. Januar stehen weitere Sitzungen auf dem Programm.

„Einen heißen Draht nach oben“ hatte Wolfgang Barth als Messdiener, der seinen erkälteten Pfarrer zum Genesen in die Sauna schickte – eine gemischte. Doch „was juckt mich des beim Schwitze – wenn da drei, vier Evangelische sitze.“ Nach der Büttenrede tanzten die Dschungel-Amazonen der Dance Company und sorgten für Jubel. (Leitung: Dunja Petzold).

Die „80er-Playbackshow der „Elfer“ konnte sich sehen lassen. Als Zugabe performten die Männer „Rockin‘ all over the world“, und alle Sitzungsbesucher rockten mit. (Leitung: Jürgen Bott und Gottfried Frickel). Zum großen Finale einer rundum gelungenen Sitzung kamen alle Mitwirkenden auf die Bühne und sangen: „So ein Tag so wunderschön wie heute.

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