Ein Heim für Familie Kleinschmidt

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Richtfest für das Haus Kleinschmidt in der Puppenhauswerkstatt: Puppendesignerin Elvira Petry, Winfried Gärtner und Kabarettist Rainer Bange.

Hainburg (paw) - „Es ist mein fünfzigstes Bauwerk, und ist der Familie Kleinschmidt gewidmet“, sagte der umtriebige Hainstädter Minihäuslebauer Winfried Gärtner anlässlich eines „Richtfestes“ in seiner Puppenhaus-Werkstatt.

Als Ehrengast dabei war der Kabarettist und Stimmenimitator Rainer Bange aus Hanau, der Erfinder der Kleinschmidts. Noch liegen rund 500 Arbeitstunden vor und mindestens ebenso viele bereits hinter Gärtner. „Aber bis zum Hainburger Markt Anfang Juni ist das mein größtes Puppenhaus fertig“, verspricht der Baumeister.

Die Puppenhäuser aus seiner Werkstatt sind weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Seine Kreationen sind eine Co-Produktion zwischen ihm und seiner Frau. Er macht den Bau mit allen Einrichtungsgegenständen. Erika Gärtner ist für die Innendekoration der Häuser verantwortlich. 17 seiner Bauwerke sind schon an soziale Einrichtungen verschenkt. Eins steht zum Beispiel in Meckenheim bei Bonn und eines in Trier an der Mosel. „Für mich sind leuchtende Kinderaugen der schönste Lohn“, bekennt Gärtner mit leicht gerührter Stimme.

Puppendesignerin Elvira Petry ist dabei

Für den jetzt entstehenden „Neubau“ haben die Gärtners Puppendesignerin Elvira Petry gewonnen. Im Hörfunk waren die Schöpfungen von Rainer Bange Kult. Die aus Mühlheim stammende Puppenmacherin hat 1996 die neun Figuren der Kleinschmidts mit Ehepaar Karl und Käthe, Zigarrenraucher Otto, Bauhandwerker Robert, Frisör Norbert, Büroangestellten Willy, Kellner Ernst aus dem Anglerheim, Fahrer Anton sowie Schöngeist Rainer-Maria Müller in der dritten Dimension entstehen lassen. In ihrem neuen Haus gibt es im Erdgeschoss den Frisörsalon von Norbert und auf der gleichen Ebene das Anglerheim. Im Obergeschoss die Wohnstube von Karl und Käthe sowie das Büro von Willy. Die Puppen von Elvira Petry sind als Unikate so gut gelungen, dass sie bereits über einen längeren Zeitraum im Hanauer Puppenmuseum zu sehen waren.

Der Architekt Rainer Bange, Schöpfer der Kultfamilie, hing 1995 seinen Beruf an den Nagel. Mit den Hörfunksendungen „Nur keine Bange“ oder „Bange machen gilt nicht“, startet er als Kabarettist eine zweite Karriere. Seinen Durchbruch und Bekanntheitsgrad hat er der „Familie Kleinschmidt“ zu verdanken. Eine typisch hessische Gemengelage, bei der Rainer Bange alle Charaktere mit unterschiedlicher Stimme spricht. Bange ist Preisträger der Kulturplakette der Stadt Hanau. Als Künstler mit der besonderen Stimme gastierte er unter anderem mehrfach im Mainzer Unterhaus, im Neuen Theater, Frankfurt - Höchst und der Frankfurter Alten Oper. Nach über 2000 Hörfunksendungen beendete Rainer Bange (Jahrgang 1928) vor zwei Jahren seine künstlerische Arbeit. In der Hainstädter Puppenhauswerkstadt konnte er es sich nicht jedoch verkneifen für wenige Augenblicke einige seiner Kleinschmidt- Figuren wieder auferstehen zu lassen.

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