Jahresbericht der NABU-Gruppe Hainburg:

Lebenszeichen des Habichts

+
Beim Eisvogel-Projekt am Elmstal-See hat auch der Nachwuchs kräftig mitgeholfen.

Hainburg - Vom Artenschutz über die Vogelbeobachtung bis zu geselligen Veranstaltungen reichen die Aktivitäten der NABU-Ortsgruppe Hainburg.

Gute und schlechte Nachrichten aus der heimischen Fauna finden sich im Jahresbericht der Naturschützer, der unter anderem das viel beachtete Eisvogel-Projekt Revue passieren lässt. Der Rotmilan hat im März 2015 seinen Horst im Naturschutzgebiet Pechgraben von Klein-Krotzenburg besucht. Im Mai sahen die Naturschützer einen noch recht kleinen Jungvogel, beobachteten einen Monat später eine Fütterung durch einen Altvogel. Im Juli saß der Nachwuchs abseits des Horstes im Geäst und ist vermutlich bald darauf ausgeflogen. Kein glückliches Ende hatte die Geschichte der Wanderfalken von Klein-Krotzenburg, die den ganzen Winter über in ihrem Revier gewesen waren. Im März wurden sie beim Balz-Flug gesehen, etwas später schien es, als würden sie brüten. Im Mai schließlich sah es nach einer Fütterung des Nachwuchses aus. Doch dann, Mitte Juni, „stand fest, dass wieder etwas schief gelaufen war: Es gab keine Jungen“.

Im April gab es ein Lebenszeichen des Habichts (Vogel des Jahres 2015) im Hainstädter Wald. Rufe eines Jung- sowie eines Altvogels ertönten im Naturschutzgebiet Woog. Der NABU hatte befürchtet, dass wegen der Forstmaßnahmen im Umfeld keine Brut stattfinden würde. Kontrollen im Mai und Juni blieben allerdings erfolglos. Möglicherweise hatte der Vogel einen neuen Horst bezogen. Lokalisieren konnten die Naturschützer hingegen das Habichtspaar, das sie schon lange im Klein-Krotzenburger Oberwald vermutet hatten. Beim Einzug ins Vereinhaus am Bahnhof Hainstadt im Jahr 1983 wurde auf dem Dachboden ein Nistkasten für die Schleiereule eingebaut. Mitglieder der Naturschutzjugend (NAJU) entdeckten im Juli 2015, dass sich die Eule dort neu angesiedelt hatte. Im Kasten waren sieben Eier. Bei der Kontrolle im August saßen sieben Junge wie die Orgelpfeifen im Kasten. Ihre Größenunterschiede ergeben sich dadurch, dass die Eule vom ersten Ei an anfängt zu brüten. Ende August wurden sechs Junge beringt – eines davon wurde einen Tag später tot auf der Straße gefunden.

Einen guten Bestand des gelben Vogels Pirol verzeichnet die Hainburger NABU-Gruppe in ihrem Beritt. Ein Schwerpunkt ist das Naturschutzgebiet Pechgraben. Der Gesamtbestand im Beobachtungsgebiet dürfte bei 15 bis 20 Revieren liegen. In diesem Jahr wollen die Naturschützer einmal genauer nachzählen. Schlecht bestellt ist es um Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn, deren Population deutschlandweit immer mehr zurückgeht. Im Kreis Offenbach wurde der Bestand der Feldlerche 1998 und 2015 ermittelt und verglichen. In Hainburg waren 1998 noch 18 Reviere besetzt, die letzten Vögel dieser Art gab es hier im Jahr 2010: in Hainstadt drei, in Klein-Krotzenburg noch ein Revier. Kiebitze gibt es keine mehr, Rebhühner wurden 2015 nach längerer Pause wieder gesichtet. Die drei Vogelarten sind alle Bewohner der Feldflur, ihren Rückgang führen die Naturschützer auf die moderne Landwirtschaft zurück – auch wenn diese Feststellung vielen nicht gefalle.

Im Bericht des NABU sind außerdem mehrere Begegnungen mit der einheimischen Ringelnatter aufgeführt. Die ungiftige Schlange ist in der Region wieder sehr verbreitet und wurde in mehreren Gärten in Waldnähe gesichtet. In zwei Fällen verspeisten sie einen Frosch beziehungsweise sämtliche Fische aus einem Gartenteich. Ein anderes Mal jagte eine Natter einer Hausfrau in der Königsberger Straße einen gehörigen Schrecken ein. Zu den Aufgaben des NABU gehören auch die Landschaftspflege, der Arten- und Biotopschutz. Eine größere Maßnahme stellte im vergangenen Jahr das Eisvogel-Projekt am vereinseigenen See im Elmstal dar. Dabei wurde der See quasi renoviert, der Fischbestand erneuert. Bei einem offiziellen Pressetermin im Oktober zeigte sich neben viel Prominenz auch derjenige, für den die Aktion gedacht war: der Eisvogel.

Auch am Unterlauf des Pechgrabens ließ sich der Eisvogel blicken, weshalb das Bauamt der Gemeinde Hainburg dort drei kleine Buchten mit Steilwand einbauen ließ. Ob der Vogel dort gebrütet hat, konnte nicht festgestellt werden, da das Gelände schwer zugänglich ist. Nicht zuletzt waren im vergangenen Jahr die beiden NAJU-Kindergruppen wieder sehr aktiv, die abwechselnd immer mittwochnachmittags von der Johannes-Kepler-Schule aus zu ihren Unternehmungen starten.

kd

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare