Jahrzehnte im Keller gelagert

280 Jahre alter Fensterflügel restauriert

+
Klaus Pairan restaurierte einen 280 Jahre alten Fensterflügel der ersten Kapelle der Liebfrauenheide.

Klein-Krotzenburg - Einen rund 280 Jahre alten Fensterflügel der ersten Kapelle der Liebfrauenheide hat jetzt Klaus Pairan fachmännisch restauriert. Es gehörte zu der damaligen Wallfahrtskapelle, die 1736 durch einen Steinbau ersetzt wurde. Von Armin Wronski

„Wahrscheinlich hat das Fenster über einen längereren Zeitraum im Wasser gestanden. Die Glasornamente waren jedenfalls total verschmutzt und lichtundurchlässig“, beschreibt Pairan, der die Restaurierung ohne Honorar übernommen hatte, den Zustand des historischen Fundes. Nach einer vorsichtigen Reinigung sind jetzt wieder die feinen Strukturen und Farben sichtbar. Der Fensterflügel gehörte zur damaligen Wallfahrtskapelle, die 1736 durch einen Steinbau ersetzt wurde. Nach dem 30-jährigen Krieg hatten Hirten ein hölzernes Gnadenbild der sitzenden Mutter Gottes mit ihrem toten Sohn im Wald des zerstörten Dorfes Drexhausen bei Klein-Krotzenburg gefunden. In einer kleinen Holzkapelle wurde es vor Wind und Wettergeschützt - der Beginn intensiver Wallfahrtaktivitäten der Gläubigen.

Allerdings auf Kosten des schon seit längerer Zeit bestehenden Wallfahrtsziels zum Muttergottesheiligtum in Dieburg. In seiner 1980 herausgegeben Dokumentation „Die Liebfrauenheide“ schreibt Roman Frauenholz: „Am 23. September 1754 richtet der Dieburger Pfarrer eine Beschwerde an den Mainzer Erzbischof, dass es durch die Wallfahrt „auf der so genannten Frauen-Heydt zu großem Abgang gekommen seye, dermaßen da sonsten der confluxus auf Marie Geburt als den Wallfahrtstag sich bei 8000 bis 12.000 Menschen bestanden gehabt,“ jetzt aber kämen nur noch 4000 Wallfahrer.

Nach mehreren Eingaben aus Dieburg entschied sich der Erzbischof für ein Verbot des Pilgerzugs nach Klein-Krotzenburg. Die Kapelle auf der dortigen Liebfrauenheide wurde abgebrochen. Die Pfarrgemeinde Rembrücken ersteigerte die Überreste und baute sie für sich wieder auf. Im Jahre 1927 wurde das Kirchlein erweitert. „Dabei hat ein aufmerksamer Bürger der Gemeinde ein beschädigtes Kirchfenster gerettet und übereignete es später dem Heimat- und Geschichtsverein in Heusenstamm. Der lagerte das Objekte Jahrzehnte in einem Keller ein“, schildert Restaurator Klaus Pairan die Vorgeschichte des historischen Fensters. Nach der Restaurierung in seiner Werkstatt am Hainburger Triebweg wird es künftig im neuen Erweiterungsbau des Heusenstammer Stadtmuseums zu sehen sein.

Letztes Abendmahl: Das wurde aus den zwölf Aposteln

Letztes Abendmahl: Das wurde aus den zwölf Aposteln

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare