Mehrgenerationenhäuser auf Simeonstift-Areal geplant

„Kaiser-Gärten“, ein Mini-Ortsteil

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Das 1972 errichtete Hermann-Kaiser-Haus wurde 1991 in ein Pflegehaus für vollstationäre Betreuung umgewandelt. Seit 2012 wird es – wie viele weitere Gebäude der Anlage – nicht mehr benötigt und soll im Zuge des Neubauprojekts abgerissen werden.

Hainburg - Barrierefreie Mehrgenerationenhäuser für Senioren und junge Familien sollen auf dem Gelände des Pflegeheims Simeonstift in Klein-Krotzenburg entstehen. Die Pläne für das Projekt „Kaiser-Gärten Hainburg“ haben die Simeonstift-GmbH und die Firma HZ-Bau im zuständigen Fachausschuss der Gemeinde erstmals öffentlich vorgestellt. Von Katrin Stassig

Hermann Kaiser hat das Pflegeheim Simeonstift Anfang der 60er Jahre gegründet. Aus dieser Zeit stammen viele der älteren Gebäude, die inzwischen nicht mehr genutzt werden. Dr. Martin Zentgraf von der Simeonstift-GmbH ließ die Entwicklung der Anlage Revue passieren. Gemeinsam mit Jörg Friedrich, Geschäftsführer der HZ-Bau aus Seligenstadt, und Michael Groß (Planungsbüro für Städtebau Göringer, Hoffmann, Bauer) stellte er am Montagabend im Fachausschuss die Pläne für die Zukunft vor. „Wir wollen die leer stehenden Gebäude sinnvoll nutzen“, erläutert Zentgraf die Intention. So sei die Idee für barrierefreies Wohnen in Nähe einer Pflegeeinrichtung entstanden. Da keine Monostruktur entstehen soll, ist ein Teil der Wohnungen für junge Familien vorgesehen. „Ich persönlich bin begeistert“, sagt Zentgraf zu den Plänen der HZ Bau. Er sieht eine „wunderbare Ergänzung“ für das Simeonstift.

Was genau auf dem Gelände geplant ist, stellt HZ-Geschäftsführer Jörg Friedrich vor. Am Anfang steht die Entwicklung eines Bebauungsplans. Diesbezüglich wurden Gespräche mit der Gemeinde und dem Kreis Offenbach (Bauaufsicht und Untere Naturschutzbehörde) geführt. Auch ein faunistisches Gutachten für den Abriss der Bestandsgebäude sei erstellt worden. Eine Sanierung der alten Betonbauten sei in keiner Form rentabel.

Auch das „Haus Waldfriede“ am Triebweg soll abgerissen werden. Auf der Fläche ist eine Grünanlage vorgesehen.

Nach derzeitigem Planungsstand ist auf einem Areal von etwa 19.000 Quadratmetern der Neubau von zwölf Gebäudekomplexen mit etwa acht Wohneinheiten vorgesehen. Die Mehrfamilienhäuser sind zweistöckig mit Staffelgeschoss. Um die 100 Wohnungen für jeweils zwei bis drei Personen sollen entstehen. Zwei Drittel sollen zwischen 50 bis 75 Quadratmeter groß sein und sind in erster Linie für Senioren gedacht. Ein Drittel soll bis 100 Quadratmeter messen. Hier sind junge Familien die Zielgruppe. Die Wohnungen sollen als Eigentum oder zur Miete angeboten werden, auch sozialer Wohnungsbau ist angedacht. All das in Erbpacht, denn die Simeonstift-GmbH bleibt Eigentümerin des Grundstücks. Die HZ-Bau würde als Bauherrin und Vermieterin auftreten.

Architekturtrend: Energetisches Sanieren

Ein bestehender Parkplatz am Feldrand soll reaktiviert, weitere Stellflächen an den Häusern bereitgestellt werden. Die jetzige Wegeführung zwischen den Gebäuden soll bestehen bleiben. Eine Grünanlage ist auf der etwa 7000 Quadratmeter großen Fläche vorgesehen, die heute auf einer Seite vom Hermann-Kaiser-Haus, auf der anderen vom Haus Waldfriede (dem früheren Wohnhaus des Gründers) eingerahmt wird. Aus den Reihen der Gemeindevertreter kamen verschiedene Fragen auf: Reicht die Infrastruktur für den neuen Mini-Ortsteil aus, sind zum Beispiel zusätzliche Kita-Plätze nötig? Soll ein gewisser Anteil an Wohnungen für Hainburger Bürger reserviert werden? Diese und andere Punkte sind zu klären.

Thorwald Ritter (Grüne) kritisierte die Gebäude als „zu massiv“, zumal sie auf einer Seite in bislang unbebaute Natur hineinwandern. Michael Groß wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein normales Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden soll – mit Umweltprüfung, Eingriffs- und Ausgleichsplanungen. Ein Aufstellungsbeschluss ist Sache der Gemeindevertretung. Und damit auch die Entscheidung, ob ein Verfahren in die Wege geleitet wird.

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