SPD in Hainburg scheitert mit Alternativvorschlag

Keine Mehrheit für Bürgerbüro

Hainburg - Die SPD in Hainburg ist erneut mit dem Versuch gescheitert, einen Rathausneubau zu verhindern. In der Gemeindevertretung beantragte die Fraktion, statt eines neuen Rathauses einen Neubau für ein Bürgerbüro zu planen. Alle anderen Parteien lehnten den Vorschlag ab. Von Katrin Stassig

Die Hainburger SPD bleibt bei ihrer ablehnenden Haltung zum Rathausneubau. In der Gemeindevertretersitzung am Montagabend im Feuerwehrhaus Klein-Krotzenburg brachte die Fraktion folgenden Antrag ein: „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, in zentraler Lage ein neues Gebäude für unser Bürgerbüro zu errichten bzw. eine geeignete bestehende Liegenschaft zu erwerben.“ Eine Rathausneubau für 4,5 Millionen Euro vertrage sich nicht mit der oft von Bürgermeister Bessel beschworenen verantwortungsvollen Haushaltspolitik, sagte SPD-Fraktionschef Heinz Seipel in seiner Begründung. In einem Bürgerbüro als zentraler Anlaufstelle könnten die Hainburger alle Angelegenheiten erledigen, so die Vorstellung der SPD. Als Vorbild nannte Seipel die Räumlichkeiten in Seligenstadt. „Ein Gebäude in zentraler Lage mit der entsprechenden zeitgemäßen Ausstattung macht den Bau eines neuen Rathauses überflüssig“, heißt es in der Begründung weiter.

Die bestehenden Rathäuser seien in den vergangenen Jahren bereits „mit hohem finanziellen Aufwand“ ertüchtigt worden und könnten von den dort verbleibenden Mitarbeitern weiter genutzt werden. „Mit vertretbarem Aufwand können im Rathaus Hainstadt neuzeitliche Toiletten eingebaut werden.“ Mit dieser Lösung könne man zweieinhalb bis drei Millionen Euro sparen. Dieser Rechnung widersprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Harrer vehement. „Wir haben die Zahlen für die Kernsanierung der alten Rathäuser gehört“, erinnerte er. „Die liegen bei knapp unter drei Millionen Euro.“ Außerdem gebe es dann drei Standorte und keinerlei Synergieeffekte. „Damit machen Sie sich lächerlich“, kanzelte Harrer den SPD-Vorschlag ab.

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„Wir haben ein offenes Rathaus“, betonte Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU), der diesen Charakter auch in Zukunft erhalten möchte. Die Bürger erledigten viele Dinge auf einmal, wenn sie ins Rathaus kämen. Auch ein spontanes Gespräch mit dem Bürgermeister oder Ersten Beigeordneten sei ohne Termin möglich, sofern gerade keine Besprechungen anstünden. In einem Bürgerbüro gehe das nicht, die Hainburger müssten dann mehrere Standorte anlaufen. „Sehen Sie doch bitte ein, dass Sie auf einem Holzweg sind“, forderte Bessel die SPD auf, ihre Haltung zu überdenken. „Kein guter Vorschlag“, fand auch Cliff Hollmann (Grüne). Er mahnte jedoch die CDU zur sachlichen Diskussion. Jürgen Harrer habe in seiner Erwiderung „keine zivilisierte Art“ an den Tag gelegt. CDU, BfH und Grüne lehnten den SPD-Antrag geschlossen ab.

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