Mit stets wachem Auge

Klaus Burow ist seit 60 Jahren Berufsjäger im Revier Klein-Krotzenburg

Trophäensammlung: Klaus Burow in seinem Jagdzimmer.
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Trophäensammlung: Klaus Burow in seinem Jagdzimmer.

„Im Wald und auf der Heide, da such’ ich meine Freude, ich bin ein Jägersmann…“ Dieses alte Volkslied könnte der bald 82 Jahre alte Klaus Burow regelmäßig im Brustton der Überzeugung singen. Der Klein-Krotzenburger, der mit seiner Frau Margarete am Triebweg wohnt, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Installationshandwerker. Eine solide Grundlage für seine spätere langjährige Tätigkeit als auf der Lüneburger Heide ausgebildeter Berufsjäger.

Hainburg – Der Jägerberuf beinhaltet Aufgaben als Zimmermann, Schlachter, Tiermediziner und Veterinär, als Rechtssachverständiger und Ordnungsbehörde – Rechte und Pflichten eines Polizeibeamten als ermittelnde Person der Staatsanwaltschaft im Jagdbereich eingeschlossen.

Eine Zeit lang verwaltete er hauptberuflich, über das Forstamt Hanau-Wolfgang, den Wildpark Alte Fasanerie in Klein-Auheim, nebenberuflich die Reviere Seligenstadt und Klein-Krotzenburg. Hans von Soosten, Jäger und Großfabrikant für Schuhe, der das Jagdhaus nahe der damaligen Waldhütte Klein-Krotzenburg führte, stellte Burow als Jagdschutzbeamten für das Revier Klein-Krotzenburg ein. Den Jagdschein hatte Burow 1959 bis 1961 bei der Landesjägerschaft in Bremen absolviert. Aktuelle Jäger sind neben Martin Wurzel der Sohn von Klaus Burow, Claus-Martin Burow, sowie Peter Schließmann aus Klein-Welzheim. Seit sechs Jahrzehnten ist Klaus Burow als Berufsjäger im Ostkreis tätig. Auch bundesweit eine absolute Ausnahme!

Von 1968 bis 2012 widmete Burow sich der Nachwuchsarbeit, war Jungjägerausbilder des Jagdklubs Offenbach. Die Revierjägerprüfung legte Burow 1968 ab, eine damalige Bezeichnung der Meisterprüfung. Seit 1971 ist er Landesobmann der hessischen Berufsjäger. Im selben Jahr erhielt er die Anerkennung als Ausbilder für Berufsjäger. Seit 1973 ist Klaus Burow als Kontrolleur bei Jagdaufseherprüfungen bestellt.

1974 folgte die Ernennung zum Revieroberjäger. 1979 wurde er vom Regierungspräsidenten in Kassel für den Bereich Hessen zum Ausbildungsberater im Beruf Revierjäger bestimmt. Auch an der Neuordnung der Berufsausbildung auf Bundesebene hat Burow mitgewirkt. Berufsbezeichnungen, die diskutiert wurden, waren „Jagdwirt“, der etwas irreführende „Jägermeister“, am Ende stand der Begriff „Revierjagdmeister“. Es handelt sich um einen der ältesten Berufe überhaupt. 1980 wurde Burow zum Wildmeister ernannt. Dem Bundesverband deutscher Berufsjäger gehört er als Ehrenmitglied an. Seit 1987 hat er Führungsaufgaben in der Hegegemeinschaft als der kleinsten regionalen Unterabteilung der Region Seligenstadt. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen.

Kreisjagdberater für Kreis und Stadt Offenbach ist Burow seit 1993. Er war Vorsitzender des Landesverbandes deutscher Berufsjäger in Hessen und des Jagdklubs Offenbach Stadt und Land. Seit 2008 ist er Ehrenmitglied des neuen Jagdvereins, des Jagdklubs Sankt Hubertus Offenbach Stadt und Land. 2006 wurde Burow mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

An Gedichten findet Klaus Burow Gefallen. Mit stets wachem Auge und schweigender Aufmerksamkeit – zu diesem Lebensmotto ließ sich Burow von Hermann Löns, dem Heidedichter, inspirieren. Der Natur zuliebe und keineswegs vor allem um des Tötens Willen habe er den Jägerstand gewählt, heißt es sinngemäß in einem weiteren Gedicht, das Klaus Burow gerne zitiert. „Der Tag hat 24 Stunden, und wenn das nicht reicht, nehmen wir die Nacht noch dazu“ zählt zu den Zitaten, die Burow nutzt, um in etwas überspitzter Form seine Berufsauffassung darzustellen. Gefährliche Erfahrungen mit Wilddieben machte Burow schon in jungen Berufsjahren. Technik und Mobilität brachten einen großen Wandel, jedoch spiele die Wilderei auf die moderne Art eine noch größere Rolle als früher, sagt er. Auch dem Umweltfrevel, etwa in Form illegaler Müllentsorgung im Revier, hat Burow schon früh den Kampf angesagt.

Zu den Vereinen, denen Burow angehört, zählen neben dem 1. TC Klein-Krotzenburg und dem Europäischen Freundeskreis Hainburg die Geschichts- und Heimatvereine Hainburgs sowie verschiedene Jagdvereine mit ihren übergeordneten Landes- und Bundesverbänden. Die Grundeigentümer der Flächen, auf denen die Jagd in der Gemeinde ausgeübt werden kann, bilden die Jagdgenossenschaften, die eigene angestellte Jäger haben. Burow ist auch dort Mitglied, pflegt ein gutes Verhältnis zu den Jagdgenossenschaften. Seit 1981 ist er Mitglied der Gemeindevertretung für die CDU in Hainburg.

Erlebnisreiche Jagdreisen führten Klaus Burow vor mehr als 20 Jahren über sechs Wochen nach Namibia und in die Mongolei, mehrmals nach Belgien und nach England. In Namibia lernte er bei der ursprünglichen Jagd mit stundenlangem geduldigem Anpirschen Land und Leute kennen. Erlegte Tiere wie Warzenschweine und Kuhantilopenarten werden dort vollständig verwertet.

Auch Zielscheibenschießen auf 100 Meter Entfernung mit Kollegen gehörte ab und an zu Burows Jagdalltag: „Ein gutes Auge und eine ruhige Hand stehen mir bis heute für meine Aufgaben zur Seite.“  (tku)

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