Verhandlungen mit Eigentümer

Verlust des Trial-Geländes droht

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Beim Verlust des Übungsgeländes stünden Veranstaltungen wie der Vaterstags- und der Nikolaus-Trial vor dem Aus.

Klein-Krotzenburg -  Unter bewährter Führung steigt der Motorsportclub Klein-Krotzenburg (MSC) in ein neues Vereinsjahr ein.

Einstimmig bestätigte die Jahresversammlung den Vorsitzenden Jürgen Gehre, seinen Vize Christian Schüssler und Schatzmeisterin Christine Schüssler in ihren Ämtern. Die Vereinsspitze steht vor einer Herausforderung: Aktuell droht der Verlust des Trial-Übungsgeländes neben dem Clubheim am Fasanengarten.

Gerüchte gibt es schon länger. Die Mitgliederversammlung schien Jürgen Gehre nun das geeignete Forum zu sein, seine Vereinskameraden offiziell ins Bild zu setzen: Ja, der Eigentümer habe den Pachtvertrag für das Areal, in den vergangenen Jahrzehnten von den Motorsportlern zur Trainingslandschaft fürs Geschicklichkeitsfahren mit dem Motorrad (Trial) ausgebaut, per Schreiben vom 1. Dezember 2017 ohne nähere Begründung gekündigt. Mit Einzelheiten hielt sich Gehre zurück. Verhandlungen über eine neue Vereinbarung – welcher Art auch immer – liefen zurzeit, ein Ergebnis noch im Februar sei möglich. Bernhard Bessel, als MSC-Ehrenvorsitzender und langjähriger Bürgermeister in die Gespräche eingeschaltet, sieht nach eigenen Worten Grund zur Zuversicht.

Vor dem Aus stünde der MSC nach Einschätzung von Mitgliedern bei einem Verlust des Areals wohl nicht. Immerhin gibt es noch das Grasbahn-Oval, wo die großen Veranstaltungen wie das Vier-Stunden-Mofarennen im Spätsommer stattfinden, und das Clubheim, das sich als Treffpunkt vereinsintern wie bei externen Mietern ungebrochener Beliebtheit erfreut. Allerdings wird das Grundstück von den aktiven Fahrern und besonders der Jugendgruppe rege zum Training genutzt. Neu etablierte Veranstaltungen wie das Vatertags- und das Nikolaus-Trial finden dort statt.

Auf solche neuen Anziehungspunkte setzt der MSC laut Gehre und Bessel seit 2010, als das letzte internationale Grasbahnrennen in Klein-Krotzenburg stattfand. Der Verein hat Erfolg damit: Zur sportlich erweiterten Nikolausfeier im vergangenen Dezember etwa fanden sich in der zweiten Auflage nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden neben vielen Besuchern 48 Starter ein. Bereits zum dritten Mal fand demnach der Wettbewerb an Christi Himmelfahrt statt und lockte sogar knapp 100 motorisierte Wettkämpfer an. Für dieses Jahr sind beide Trials – Vatertag am 10. Mai, Nikolaus am 9. Dezember – wieder angekündigt und werden laut Jürgen Gehre nach bewährtem Muster geplant, stehen wegen der schwebenden Verhandlungen über das Gelände aber noch unter Vorbehalt.

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Nicht infrage steht das Vier-Stunden-Mofarennen auf der Grasbahn, für den 1. September terminiert. Im vergangenen Jahr gingen nach Angaben von Rennleiter Ron Süßmann mit 38 Teams weniger Fahrer als in den Vorjahren in den Wettbewerb, der gleichzeitig einer von fünf Läufen zur deutschen Mofa-Meisterschaft des DMV ist. Neben der stark vertretenen bundesweiten Profiszene will Süßmann wieder mehr Hobbymannschaften aus der Region nach Klein-Krotzenburg locken und hofft auf Reglement-Änderungen, die den „Teams aus dem Dorf“ bessere Siegchancen ermöglichen sollen. Bereits hinter sich hat der MSC dieses Jahr den Enduro-Frühstart im Januar, laut Sportleiter Fabian Müller zum 33. Mal ausgetragen und mit 81 Teilnehmern stark besetzt.

Mit Fakten warteten auch die Schatzmeisterin, deren positiver Kassenbericht auf Antrag von Revisor Helmut Pleier die einstimmige Entlastung des Vorstandes nach sich zog, und Jugendwart Thomas Bergmann auf. So erfuhr die Versammlung, dass der MSC bei acht Austritten und elf Neueintritten binnen Jahresfrist auf 177 Mitglieder, darunter 25 Jugendliche, gewachsen ist.(zrk)

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