Klein-Krotzenburger besucht Diözese

Klein-Krotzenburger Heinz Brauneis hilft Menschen in Uganda

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Um Bildungschancen zu verbessern, betreibt die katholische Kirche im Hochland bei Kasese auf 2500 Metern Höhe Schulen und einen Kindergarten.

Klein-Krotzenburg – Er hat Kontakte ins kleinste Bistum der Welt in der Mongolei und nun auch ins ostafrikanische Uganda: Heinz Brauneis, Klein-Krotzenburger Weltenbummler und Wohltäter. Von Thilo Kuhn

Vor Ort ist er für sein Engagement um die Kapelle auf der Liebfrauenheide bekannt, global ist er um „gute Nachrichten aus Sicht der katholischen Kirche in der Welt“ bemüht.

Der Klein-Krotzenburger Heinz Brauneis bei seinem Besuch in der Diözese Kasese im Südwesten von Uganda.

Die zufällige Begegnung mit einem katholischen Priester aus Uganda im Jahr 2017, der im Raum Miltenberg regelmäßig als Urlaubsvertretung die Seelsorge übernimmt, brachte Heinz Brauneis auch in Kontakt mit einem Bischof aus dem ostafrikanischen Binnenland. Der lud ihn nach intensiven Gesprächen ein zu einem religiösen Erfahrungsaustausch in dem ostafrikanischen Binnenland. Bischof Francis Aquirinus Kibira aus der Diözese Kasese fungierte bei dem Besuch als Gastgeber.

Die Stadt im Südwesten des Landes hat etwa 65. 000 Einwohner, die zur Hälfte katholisch sind. Landesweit sind es knapp 40 Prozent. Die Republik mit 35 Millionen Einwohner ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Auf einem Hochland in etwa 2500 Metern Höhe wurden Schulen, ein Krankenhaus, ein Kindergarten und Sozialstationen gebaut, die unter der Führung des Bistums und der katholischen Kirche betrieben werden. Auch ambulante Hausbesuche durch Pflegeschwestern in den Wohnungen sollen künftig ermöglicht werden.

Die kirchlichen Institutionen stemmen sich, so beobachtet Brauneis, mit Vehemenz gegen fehlende Bildungsmöglichkeiten für die einfachen Leute in dem bevölkerungsreichen Entwicklungsland, gegen soziale Defizite und fehlende Infrastruktur in diesen Bereichen. Priester, eingestellte Rektoren und Schullehrer kümmern sich um die aufgebauten Einrichtungen. Klare Strukturen sind so zumindest regional und punktuell geschaffen worden. Allerdings stößt die Finanzierung immer wieder an ihre Grenzen.

„Geredet worden ist über die Probleme dieser Länder schon genug“, findet Heinz Brauneis. „Es wird höchste Zeit, dass gemeinsam mit sozial vernetzten Trägern, wie beispielsweise der katholischen Kirche dort, pragmatisch noch mehr Hilfeleistungen realisiert werden und die positiven Auswirkungen in der armen Bevölkerung noch spürbarer werden.“ Er will mithelfen, dass bessere Einrichtungsgegenstände wie Schulbänke zeitnah angeschafft werden können.

Auch über das religiöse Leben vor Ort berichtet der Klein-Krotzenburger. So gibt es eine Kathedrale im Hochland. Einmal im Jahr findet am 3. Juni eine Pontifikalmesse im Gedenken an die „25 Märtyrer von Uganda“ statt. In den großen Städten wie Kampala mobilisiert dies mehrere Millionen Menschen, die zum Gebet auf die Straße gehen.

Bei einer Prozession im Hochland bei Kasese, Nahe der Grenze zum Kongo, wurde Brauneis Augenzeuge, wie rund 2000 Menschen für vier Stunden durch die Straßen zogen. Vier katholische Schulen beteiligten sich am Berg der Kathedrale mit 400 Schülern an der Aufstellung und Dekoration von Altären.

Während Brauneis’ Aufenthalt fand in Uganda die jährliche Bischofskonferenz statt, an der auch ein Abgesandter des Papstes teilnahm. Tagungsort war das Bildungshaus Sankt Augustin, das sonst als schulische Einrichtung genutzt wird. Die Konferenz mit rund 50 Teilnehmern außerhalb der Hauptstadt Kampala sorgt für gute Kontakte der heimischen Bischöfe und dient der Koordination der Arbeit.

Einige Tage verbrachte Brauneis außerdem in einem Kloster, war beeindruckt von der guten Organisation der Einrichtung mit eigener Landwirtschaft. In Eigenregie wird das Feld bewirtschaftet, werden Kühe gehalten, Obst und Gemüse angebaut. Die Nonnen betreiben zudem Textilverarbeitung in einer eigenen Schneiderei.

Heinz Brauneis ist es wichtig zu betonen, dass er sich bei seinen Reisen nicht „von der katholischen Kirche aushalten“ lässt, sondern im Gegenteil versuche, soweit machbar, Unterstützung zu leisten. „Manchmal muss man auch mit kleinen Schritten zufrieden sein und mit Geduld versuchen, dran zu bleiben.“

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Bischof Francis Kibira wird im Sommer dieses Jahres zum zweiten Mal bei Heinz Brauneis und seiner Familie in Klein-Krotzenburg zu Gast sein. Und auch Brauneis selbst plant einen weiteren dreiwöchigen Besuch in Uganda, will sich persönlich über den Fortgang der sozialen Projekte informieren.

Auch ein erneuter Besuch in der Mongolei ist in Vorbereitung. Dort will Brauneis sich ein Bild machen, wie es nach dem plötzlichen Tod des dortigen philippinischen Bischofs Wenceslao Padilla (wir berichteten), seines persönlichen Freundes, weitergeht – und ob der Fortgang der sozialen Projekte dort gesichert ist.

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