Ein historisches Ereignis

Klein-Krotzenburger Heinz Brauneis unterhält Kontakte in die Mongolei

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Heinz Brauneis zusammen mit dem philippinischen Bischof Wenceslao Padilla (Mitte) und dem neugeweihten Priester der Mongolei, Joseph Enkh (rechts).  

Klein-Krotzenburg - „Die humanen und religiösen Anliegen der katholischen Glaubensgemeinschaft im Sinne Christi sind mir regional wie international Herzensanliegen und Berufung“, bringt es der Klein-Krotzenburger Unternehmer und Unruheständler Heinz Brauneis auf den Punkt. Zur Verfolgung dieser Überzeugung ist der 69-jährige viel unterwegs, im hiesigen Ostkreis wie auch international.

Seit 2009 verfügt Heinz Brauneis über eine besondere Verbindung in die zentralasiatische Mongolei. Er wurde darauf aufmerksam, dass das buddhistisch orientierte Land seit 1992 ein neues katholisches Bistum aufbaute, bis dahin das wohl kleinste der Welt. Dies ging bis heute nicht ohne tatkräftige Unterstützung der katholischen Kirche von außerhalb der Mongolei vonstatten. Bei seinem jüngsten Besuch wurde Heinz Brauneis dann Zeuge der ersten Priesterweihe eines gebürtigen Mongolen.

Der 69-Jährige ist in Klein-Krotzenburg für seine Verdienste um die Pfarrei Sankt Nikolaus und den Wallfahrtsort Liebfrauenheide bekannt. Er war lange Zeit Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und hat sich beim Wiederaufbau der nach einem Brand zerstörten Nikolauskirche engagiert. Im April 2013 organisierte Brauneis ein „Mongolisches Konzert“, dessen Erlös für die Sanierung der Gnadenkapelle verwendet wurde. Der Kontakt in die Mongolei kam einst über eine von ihm unterstützte Adveniat-Aktion zustande.

Diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan seit 2002 unterstützten nach der Demokratisierung der Mongolei das pionierhafte Anliegen, ein katholisches Bistum aufzubauen. Der heute 66-jährige philippinische Priester und Missionar Wenceslao Selga Padilla wurde 2003 als apostolischer Präfekt von Ulan-Bator zum Titularbischof ernannt. Kardinal Crescenzio Sepe und weitere hohe geistliche Würdenträger hatten die Weihe gemeinsam vollzogen. „Ein Licht, das die Völker erleuchtet“, ist der Wahlspruch von Padilla, der seinen persönlichen Freund Heinz Brauneis auch schon in Klein-Krotzenburg traf. Die Weihe eines neuen Sandstein-Ambos führte ihn im Jahr 2009 zur Gnadenkapelle auf der Liebfrauenheide.

Als Bischof ist Padilla für etwa 20 Priester in drei Pfarreien, sechs Missionsstationen und 60 Ordensleute zuständig. In den vergangenen acht Jahren hat sich die Anzahl der dortigen Katholiken – einheimische und ausländische Christen – mit 1500 Menschen fast verdreifacht. Nur rund ein Prozent der Bevölkerung in der Mongolei ist katholisch, rund 2500 Menschen nehmen konfessionsübergreifend die von Padilla initiierten sozialen Einrichtungen in Anspruch. Dazu zählen Kindergärten, Häuser für Aidswaisen, Zentren für Straßenkinder, Schulen, Kliniken und Suppenküchen.

Ein Besuch bei mongolischen Nomaden

„Die ersten heiligen Messen in der Mongolei wurden einst in einem Hotel gelesen“, weiß Brauneis. Viel später seien eine Kirche und eine Kathedrale nach Sankt Peter und Paul eingeweiht worden. Christliche Glaubensverkündigungen werden erschwert, da sie unter anderem nur innerhalb kirchlicher Räume stattfinden dürfen. Katholische Priester dürfen in der Öffentlichkeit nicht als solche erkennbar sein.

Brauneis weilte im vergangenen Jahr auf Einladung wieder einige Wochen in der Mongolei und erlebte dabei ein historisches Ereignis: die erste Weihe eines Einheimischen zum katholischen Priester. Der Klein-Krotzenburger war froh, als ausländischer Gast diese „besonderen Momente des katholischen Glaubens miterleben zu dürfen“. Und meint abschließend: „Dafür nehme ich problemlos gerne auch einmal ein paar Nächte im Jurtenzelt, in der Nähe von Ziegen, Schafen und Pferden, in Kauf.“ Für dieses Jahr hofft Brauneis auf einen Gegenbesuch seines Freundes Bischof Padilla in Klein-Krotzenburg. Er selbst wird im Juli wieder im Flieger nach Ulan-Bator sitzen. (tku)

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