Erweiterung der Kita am Kiefernhain

Ein kleines Dorf für die U3-Kinder

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An der Kita am Kiefernhain ist ein Neubau für die U3-Betreuung geplant. Das Foto zeigt die Kinder auf dem Außengelände bei einem Besuch von Freunden aus der Kita Pater-Blumör, die Geschenke überbrachten: Die Geschicklichkeitsfahrzeuge „Foot-Twister“ waren Teil einer Spielsachen-Spende, mit denen ein Hainburger Bürger die Kitas in Hainstadt anlässlich seines Geburtstags bedachte.

Hainburg - Die Pläne für die Erweiterung der Kita am Kiefernhain hat das beauftragte Architekturbüro am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung aller Fachausschüsse vorgestellt. Von Katrin Stassig 

Vorgesehen ist ein separates Gebäude für die U3-Betreuung, das drei Gruppen nach dem Prinzip einer Dorfgemeinschaft beherbergen soll. Als Eduard Kolbrink die Pläne für die Erweiterung der evangelischen Kita am Kiefernhain vorstellt, wird auch das Dilemma eines Architekten deutlich. Er muss seine kreativen Ideen der Realität anpassen: Das Gebäude muss finanzierbar sein und letztlich auch wirtschaftlich betrieben werden können. So wird aus dem hohen Satteldach ein Flachdach (vorzugsweise aus Holz und mit Löchern für den Lichteinfall), aus vier separaten Gebäuden eine Einheit. Die Grundidee bleibt dennoch erhalten und beeindruckt auch die Gemeindevertreter. Der Neubau soll den Charakter eines kleinen Dorfes haben – mit einem Dorfplatz in der Mitte.

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Überzeugend stellen Kolbrink und seine Kollegin Verena Bauer vom Büro B3-Architekten (Aschaffenburg) dar, wie sich aus der Idee ein Entwurf entwickelt hat. Am Anfang stand die Frage, wie Kinder sich ein Haus vorstellen, wie es eingerichtet sein muss, damit es einen Rückzugsort im oft recht lauten Kita-Alltag bildet und vielleicht auch ein paar Überraschungen bereithält.

Das kleine Dorf, das Kolbrink entworfen hat, fügt sich in das Kiefernwäldchen hinter der bestehenden Kita ein und wird über einen Weg durch die Bäume erreicht, der für sich schon ein kleines Erlebnis darstellen soll. Der Neubau besteht aus drei Gebäudeteilen für die U3-Gruppen und einem für die Aufsicht, die sich um den Dorfplatz gruppieren. Dabei handelt es sich um einen geschlossenen Innenhof, der quasi den Flur ersetzt. Und weil sich der ganze Komplex unter einem Dach befindet, ist auch dieser Dorfplatz beheizt. Die drei Häuser für die Kinder sind mit zwei Gruppenräumen und einem Schlafraum sowie Sanitäranlagen und einer Art Veranda ausgestattet. Das „Erwachsenenhaus“ enthält Büro- und Personalräume. Angedacht ist ein Mehrzweckraum mit Bühne, der sich zum Dorfplatz hin öffnen lässt.

Eine grobe Kostenschätzung geht derzeit von 1,6 Millionen Euro aus. Die Gemeinde Hainburg finanziert den Neubau; für neue U3-Plätze gibt es außerdem Zuschüsse aus Bundesmitteln. Mit der Fertigstellung ist frühestens Ende 2019 zu rechnen.

Das kleine Dorf umfasst 755 Quadratmeter. Die Raumgröße, das betont Bürgermeister Alexander Böhn (CDU), orientiert sich an der anderer U3-Gebäude, wie sie zum Beispiel an der Kita Tabaluga errichtet wurden. Lediglich die Anordnung ist neu, so Böhn, der auf die Vorzüge der „pfiffigen Idee“ hinweist. Dass die U3-Gruppen ein separates Gebäude für sich haben, sei auch der Fachaufsicht des Kreises angesichts der Größe der Kindertagesstätte wichtig. Diesen Punkt bekräftigt Kita-Leiterin Karola Bicherl, die zusammen mit Pfarrerin Kathrin Brozio, mit Kollegen und Eltern der Ausschusssitzung im Feuerwehrhaus Klein-Krotzenburg beiwohnt. Schon jetzt besuchen 124 Kinder die Kita, von denen 102 zum Mittagessen bleiben, also den Großteil ihres Tages in der Einrichtung verbringen. Mit anderen Worten: Es ist wichtig, dass die Kinder sich dort wohlfühlen und nicht bloß irgendwie untergebracht sind.

Nachdem die Kita aufgrund der hohen Nachfrage um eine Gruppe erweitert wurde, sei die Lage für alle Beteiligten nicht gerade einfach, ein eigenes Haus für die Kleinsten deshalb sehr wichtig, damit Ruhe und Entspannung einkehren kann. Mit dem Neubau entstehen 24 zusätzliche U3-Plätze, die Zahl der Kinder wird also noch mal größer.

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Auch der Standort des Erweiterungsbaus hat für Diskussionen gesorgt. Die Grünen hätten diesen gerne als Anbau an das bestehende Gebäude realisiert, um den Kiefernwald zu erhalten. Warum das die schlechtere Lösung wäre, leuchtet nach der Vorstellung der Pläne am Montag eigentlich jedem ein. Zum einen würde ein Teil des neu angelegten Außengeländes wegfallen, das immerhin 100 000 Euro gekostet hat. Zum anderen wäre der Anbau bei laufendem Betrieb nur mit größten Schwierigkeiten umzusetzen. Er würde, so der Bürgermeister, genau an den Gebäudeteil anschließen, in dem aktuell die U3-Kinder schlafen.

Architekt Kolbrink führt zudem aus, dass für einen Anbau mindestens ebenso viele Bäume fallen müssten wie für den Neubau. SPD-Fraktionschef Manfred Tilsner formuliert es so: „Auch wenn es sich hart anhört, die Kinder sind wichtiger als die paar Bäume, die dort stehen.“ Dem schließt sich CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Harrer an – zumal für die gefällten Bäume Ausgleichsmaßnahmen verpflichtend sind.

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