Elf Brandstiftungen fallen auf

Kriminalitätsstatistik der Polizei: Belastung in Hainburg im Trend seit Jahren rückläufig

Ein Mann versucht mit einem Bolzenschneider ein Fahrradschloss aufzubrechen.
+
Ein Mann versucht mit einem Bolzenschneider ein Fahrradschloss aufzubrechen: Die Aufklärungsquote der Polizei ist extrem niedrig.

In der Gemeinde Hainburg ist die Kriminalitätsbelastung seit Jahren rückläufig. Dieser Trend erfuhr zwar im vergangenen Jahr eine minimale Gegenbewegung, bleibt aber insgesamt intakt. Zählte das Polizeipräsidium Südosthessen im Jahr 2013 noch 594 Delikte, so beschäftigten sich die Beamten im Vorjahr 2020 „nur“ noch mit 388 Fällen nach 373 im Jahr 2019.

Hainburg – Mit einer Häufigkeitszahl von 2 694 (registrierte Fälle auf 100  000 Einwohner) steht Hainburg im Feld der 43 betrachteten Kommunen zwischen Offenbach (HZ 7 277, Platz 1) und Jossgrund am Ende (HZ 792) auf Rang 29, deutlich besser platziert als Seligenstadt (3 752), aber vier Plätze hinter Mainhausen (2 253), einer der Kommunen mit den wenigsten Delikten.

Mit einer Aufklärungsquote von 56,7 Prozent arbeitet die Polizei in der Gemeinde Hainburg ähnlich erfolgreich wie in den beiden anderen Ostkreis-Kommunen Seligenstadt (59,5 Prozent) und Mainhausen (59,7 Prozent). Zwar sind für das Vorjahr in Hainburg (sowie in Seligenstadt und Mainhausen) keine Straftaten gegen das Leben zu verzeichnen, aber ebenso wie in Seligenstadt sind die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung deutlich angestiegen - von fünf auf zwölf Fälle, die jedoch sämtlich aufgeklärt werden konnten. Der Anstieg kann mit der Reform der Sexualrechtsprechung zu tun haben - beispielsweise finden auch Beleidigungen auf sexueller Basis Eingang in die Statistik - muss aber nicht.

Zurückgegangen sind die Rohheitsdelikte (Raub auf Geldinstitute, räuberische Erpressung, Raub auf offener Straße) von 66 auf 56 Fälle. Auch hier eine mit 91,1 Prozent fast komplette Aufklärung.

Die Fälle von Körperverletzung haben sich im vergangenen Jahr in Hainburg fast halbiert auf 28 mit einer Aufklärung von 92,9 Prozent. Zurückgegangen sind zudem die leichteren Diebstahlfälle (Warenhäuser, Taschendiebstahl) von 70 auf 50; 28 Prozent konnten ermittelt werden.

Nahezu unverändert dagegen die schweren Diebstähle (Büro, Werkstatt, Wohnung) von 70 auf 67 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt bei lediglich 10,4 Prozent. Auch in Hainburg werden Fahrräder geklaut - manchmal auf der Straße, wenn sie nur unzureichend gesichert sind, manchmal aber auch aus abgeschlossenen Kellern. Kein Wunder, dass Elektrofahrräder Begehrlichkeiten wecken. Die Quote hat sich 2019 und 2020 nicht sehr verändert: 25 und 22 Fälle wurden aktenkundig. Mit 4,6 Prozent Aufklärung ist die Quote, wie in Seligenstadt, auffallend niedrig.

Bemerkenswert: Sämtliche neun Ladendiebstähle konnten aufgeklärt werden. Gezählt wurden außerdem 110 sonstige Fälle gegen das Strafgesetzbuch (2019: 82 Fälle) mit einer Aufklärung von 56,4 Prozent. Auffällig sind in dieser Rubrik elf Brandstiftungen (eine aufgeklärt), deutlich mehr als in Seligenstadt (5) und Mainhausen (2). Hinzu kommen 54-mal Sachbeschädigung und 28-mal Kfz-Beschädigung (Quote jeweils knapp unter 40 Prozent). Die Statistik weist zudem 17 Rauschgiftdelikte und 13 Fälle von Gewaltkriminalität mit hoher Aufklärungsquote von 88 und 77 Prozent. Bei der Straßenkriminalität, dazu zählt Straßenraub, zählte die Polizei 93 Fälle, 27 Prozent konnten geklärt werden. (Von Michael Hofmann)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare