Liebe zu seinem Heimatort ließ ihn nie los

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Edmund Daus starb nach langer Krankheit.  

Klein-Krotzenburg (paw) - Hainburg trauert um Edmund „Eddie“ Daus. Wie am Wochenende bekannt wurde, starb der umtriebige Heimatforscher bereits am vergangenen Montag im Alter von 86 Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

„Als typisches Kind der Kriegsgeneration kam der am 11. Dezember 1925 geborene Daus mit 17 Jahren zu den Fallschirmjägern“, fast Dieter Distel, Vorsitzender des Heimatvereins Klein-Krotzenburg, den Lebenslauf des Verstorbgenen zusammen. 1943 geriet Daus in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst am 22. Juni 1948, einen Tag nach der Einführung der D-Mark, zurück kehrte.

Bis zu seiner Pensionierung war Edmund Daus im Baugewerbe tätig. Zunächst im Hoch- und Tiefbau, dann bei der Baufirma Roth in Klein-Krotzenburg. Anschließend wechselte er als Zimmermann zur Firma Euler und arbeitete dort bis zum Eintritt in den Vorruhestand im Jahre 1983. Ab dem Ende der 1960-er Jahre unternahm Edmund Daus Reisen in fast alle Teile der Welt.

Die Eindrücke von diesen Reisen brachte er auch den Daheimgebliebenen, in Form von vielen wunderbaren Dias, näher. „Man wartete schon jedes Jahr auf den neuen Vortrag von ihm. Diese Zeit war es auch, die ihm den Beinamen ,Weltenbummler’ einbrachte“, berichtet Distel.

Nach seiner Pensionierung widmete er sich ganz dem Thema Heimatkunde. Die Liebe für seinen Heimatort ließ ihn nun nicht mehr los. Er befand sich dabei ganz auf den Spuren seines Vaters, von dem die erste veröffentlichte Chronik von Klein-Krotzenburg stammte. Sie erschien 1932 in der Festschrift der Turnerschaft anlässlich des Gauturnfestes.

„Unsere Heimat am Main“

War bis in die 1980-er Jahre die weite Welt sein Revier, so verlagerte er dann den Ort seines Schaffens an den heimischen Schreibtisch. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte er sich zum anerkannten Fachmann für die Geschichte von Klein-Krotzenburg. Die 1990-er Jahre waren geprägt von der Spurensuche in Archiven und Museen. So ganz nebenbei war Edmund Daus der, der dem Klein-Krotzenburger Gemeindearchiv eine erste, grobe Ordnung verpasste. Auch war er derjenige, dem Erich Östreich sein erstes Manuskript für das „Kloa-Krotzeboarjer Sprich un Wärder“ vorlegte. Die Frucht all dieser Bemühungen war dann seine erste Buchveröffentlichung im Jahre 1993. Titel des Werks: „Unsere Heimat am Main“.

Diesem mittlerweile vergriffenen Buch folgte 1999 die erste umfassende Darstellung der Gaststätten und Brauereien in Seligenstadt und Klein-Krotzenburg: „Gerstenkorn und Hopfendolde - Von Brauereien, Wirtschaften und ihren Gästen“, lautete dieser Buchtitel. Als sich 2006 der Klein-Krotzenburger Heimatverein gründete wurde ein lange gehegter Wunsch von Edmund Daus Wirklichkeit. Auf Grund seiner angeschlagenen Gesundheit konnte er aber nicht mehr so mitarbeiten wie er das gerne getan hätte. „Doch für einen guten Rat war er immer erreichbar“, so der Dieter Distel weiter.

„Er war ein Mensch, der seine Überzeugungen lebte“

Unter der Regie des Heimatvereines erschienen nun noch zwei Bücher des umtriebigen Heimatforschers. Es waren dies 2006: „Frohsinn, Spass und Lebensfreude - Die heiteren Seiten unserer Ortsgeschichte.“ und im vergangenen Jahr seine Recherchen über „Die Zigarrenindustrie in Klein-Krotzenburg“.

„Mit Edmund Daus verliert Klein-Krotzenburg eine markante Persönlichkeit“, würdigt der Heimatverein-Vorsitzende den Verstorbenen. „Er, der Zeit seines Lebens Junggeselle blieb, war ein Mensch der seine Überzeugungen lebte und bereit war dafür zu streiten.“ Dies sei nicht immer einfach gewesen und habe ihm nicht nur Anerkennung eingebracht. „Doch war bis zuletzt mit sich und seinem Lebenseinstellung im Reinen.“

 Viel Unterstützung habe er von seiner Schwester Antonie bekommen. „Sie war es, die für ihn sorgte und ihm den Rücken freihielt. Ohne sie wären seine Bücher vielleicht gar nicht erschienen“, glaubt Distel. Edmund Daus wird am morgigen Dienstag auf dem Friedhof in Klein-Krotzenburg beigesetzt. Die Trauerfeier beginnt um 14 Uhr.

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