Marmorfliesen im Miniaturbad

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Einmal im Jahr lädt Winfried Gärtner Kinder der Kita Tabaluga in seine Werkstatt ein. Diesmal bastelten die Mädchen und Jungen mit viel Begeisterung eine Krippe.

Hainstadt ‐ Sie haben schon für viel Begeisterung gesorgt, die Puppenhäuser von Winfried Gärtner. Zuletzt freute sich der Hainstädter auf dem Martinsmarkt über leuchtende Kinderaugen, die voller Begeisterung seine Kunstwerke betrachteten. Von Max Bogner

Sie verblüffen durch die Liebe zum Detail und ziehen auch Erwachsene in ihren Bann. Vor allem die strahlenden Kinder seien für ihn immer wieder Ansporn für neue Projekte, erzählt der Rentner beieinem Besuch in seiner Werkstadt in der Paradiesgasse. 25 Häuser hat er bisher gebaut. Ideen für Baustil und Ausstattung holt er sich meist, wenn er mit Ehefrau Erika auf Reisen ist. Dabei betätigt sich Gärtner nicht nur als „Häuslebauer“, längst ist er auch ein geschickter Möbelschreiner. Und wie im „richtigen Leben“ spielt die Frau bei der Einrichtung eine wichtige Rolle. Erika Gärtner übernimmt alle die Aufgaben, bei denen Stoff im Spiel ist. Polster, Kissen, Betten, Vorhänge - eben alles, was in ein Haus gehört, damit es wohnlich wird. Die winzigen Einrichtungsgegenstände, die mit Hilfe der Nähmaschine entstehen, sind für sie jedesmal eine Herausforderung.

Echter Marmor, Steinzeug-Fliesen oder auch Parkett

„Baumeister“ Gärtner organisiert unterdessen echten Marmor, Steinzeug-Fliesen oder auch Parkett. Baumärkte und Handwerksbetriebe überlassen ihm häufig Reste, das schont die Geldbörse. Manches Accessoire kauft er aber auch fertig, wie etwa Geschirr oder Lampen. Dafür sind die Gärtners auf Flohmärkten oder Tauschbörsen unterwegs. Bei einer solchen Einkaufstour hat das Ehepaar Kontakte zur Trierer Hilfsorganisation „Nestwärme“ geknüpft. Von deren Arbeit mit und für Kinder, die Unterstützung für ihren Lebensweg brauchen, waren beide begeistert und stifteten eines ihrer Puppenhäuser.

Mit viel Liebe zum Detail gehen beide ans Werk. Im Nähzimmer steht eine Nähmaschiene, Schnittbögen liegen auf dem Boden, ein Kästchen mit Garnrollen existiert auch. In der Küche „brennt“ ein Feuer im Ofen, Geschirr und Besteck stehen neben einer „Wurstplatte“ auf dem Tisch. Selbstverständlich spenden alle Lampen im Haus Licht.

Erfahrungen beim Basteln am eigenen Haus

Die handwerklichen Fertigkeiten hat sich Gärtner im Laufe der Jahre selbst beigebracht. Lehrobjekt war für den gelernten Kfz-Schlosser, der später aus gesundheitlichen Gründen zum Großhandelskaufmann umschulen musste, das eigene Haus. Das hat er schon von oben bis unten umgebaut und sich so Kenntnisse erworben, die nun auch im Kleinen Anwendung finden.

Die Zimmer der Puppenhäuser gestalten Winfried und Erika Gärtner mit viel Liebe zum Detail.

Sein Interesse am Basteln und Werkeln vermittelt er auch gerne weiter. Die Werkstatt ist eine beliebte Adresse für Bastelgruppen der Kindergärten. Ob Weihnachtskrippe, Dekorationsteile aus Holzklammern oder andere Werke aus Holz und Leim, alle entstehen unter „Winnis“ kundiger Anleitung und werden stolz von den jungen Bastlern mit nach Hause genommen. Sieben seiner Puppen- und Spielhäuser hat Winfried Gärtner bisher verschenkt. Alle gingen an soziale Einrichtungen. Die leuchtenden Augen und die Freude der Kinder, wenn sie die Häuser in Besitz nehmen, sind der schönste Lohn, den er sich vorstellen kann, sagt er.

Gerne Puppenhäuser dauerhaft präsentieren

Zwei seiner Häuser wurden unter den Hainburger Kindergärten verlost. Am Hainburger Markt waren die Kinder des Pater-Werner-Kindergartens die glücklichen Gewinner. Auf dem Martinsmarkt war Fortuna dem Katholischen Kindergarten Arche Noah hold.

Weitere Einblicke sind auf der Internetseite des „Häuslebauers“ möglich.

Gerne würden die Gärtners ihre Puppenhäuser der Bevölkerung dauerhaft präsentieren, doch mangelt es an Ausstellungsmöglichkeiten. Viele Gespräche haben sie schon geführt, aber eine Lösung ist „heimatnah“ bislang nicht in Sicht. Nun haben sie ihre Fühler über die Region hinaus ausgestreckt und sind in Mainz fündig geworden. Dort gibt es die Möglichkeit, die gesamte „Puppenhaus-Siedlung“ in einem denkmalgeschützten Bauwerk unterzubringen. Lange werden die Gärtners sich dem Werben aus Mainz wohl nicht mehr verschließen, haben sie doch längst ein Platzproblem.

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