Fair Trade und Kaufanreiz

Martinsmarkt: „Ergänzung zum Online-Handel“

+
Sorgte für Stimmung: der Chor der Hainstädter Johannes-Gutenberg-Schule.

Hainburg - Als „Leuchtturm und besonderes Aushängeschild für den Kreis Offenbach“ bezeichnete Landtagsvizepräsident Frank Lortz in einem kurz gehaltenen Grußwort die engagierte Arbeit des Hainburger Gewerbevereins.

Die wird zumindest zweimal im Jahr auch für die Öffentlichkeit deutlich - mit dem Hainburger Markt im Frühjahr und dem Martinsmarkt. Dieser fand zum Abschluss des 40-jährigen Bestehens des Gewerbevereins am Wochenende zum elften Mal statt. Nachdenkliche, vor allem aber auch kämpferische Stimmen kennzeichneten die Reden von Bürgermeister Bernhard Bessel als Schirmherr und Andreas Grosser als Vorsitzender. Im Blickpunkt stand auch die Auszeichnung Hainburgs als 376. Fair-Trade-Gemeinde in Deutschland durch den Ehrenbotschafter Manfred Holz aus Köln. Einiges Neue ließ sich der Gewerbeverein beim Martinsmarkt einfallen. Erstmals gab es nach dem musikalischen Einstieg durch Anna Ullrich vom Notengarten zum Start keinen Sekt, sondern mit Blick auf die Fair-Trade-Aktion mehr als 100 Tafeln Schokolade für alle.

Von einem „langsam beginnenden Umdenkungsprozess“ sprach Vorsitzender Andreas Grosser in seiner Begrüßung und von entscheidenden Veränderungen, die sich im Kaufverhalten der Menschen bemerkbar machen. „Der Online-Handel explodiert geradezu, die Paketzusteller expandieren und bauen immer größere Logistik-Zentren, auch in unserer Region. Was aber ist mit dem Einzelhandel vor Ort?“, fragte Grosser und fuhr fort: „Online-Handel und regionale Gewerbetreibende können sich ergänzen, Fachgeschäfte und Handwerk sind individuell für die Kunden da. Das Internet kann das nicht bieten!“ Die Konsumenten rief er dazu auf, mit ihrem Verhalten und ihrer Denkweise das Kaufverhalten zu beeinflussen und die ortsansässigen Gewerbetreibenden zu stärken. Die Gewerbetreibenden wiederum sollten ihre Attraktivität steigern und Kaufanreize für die Region geben, Arbeitsplätze und Lehrstellen erhalten sowie Leerstand von Gewerbeimmobilien verhindern.

Auch Bürgermeister Bernhard Bessel dankte allen, die zum Gelingen des Martinsmarktes beigetragen hatten, der mit Blick aufs Wetter eher als „elfter Frühlingsmarkt“ in die Geschichte eingehen dürfte. Der Online-Handel mit seinen Konsequenzen war auch Thema für den Schirmherrn, der dazu aufrief, die großen Herausforderungen zu überstehen und die Nähe zu den Geschäftspartnern vor Ort zu suchen.

Bilder: Martinsmarkt in Hainburg

Ihre Leistungsfähigkeit präsentierten die Gewerbetreibenden. Auch diejenigen, die im Foyer der Kreuzburghalle für das leibliche Wohl der Gäste sorgten und diejenigen, die diesmal von der Witterung begünstigt Glück hatten mit ihren Angebotsständen auf der Freifläche vor der Halle. Gestern, moderiert von Vio Friedmann, erfreuten Tanzauftritte verschiedener Vereine das Publikum, nachdem am bereits Samstag der Chor der Johannes-Gutenberg-Schule unter Leitung von Angela Dombrowski für Stimmung sorgte. Ebenso wie der erstmals während des Martinsmarkts angebotene Laterneneinzug der Kinder. Die Mädchen und Jungen sorgten außerdem dafür, dass die Erwachsenen das Gewinnspiel-Rätsel der IG Hainburg lösten, bei dem viele Einkaufsgutscheine lockten. (beko)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare