Unterwegs im Naturschutzgebiet Langhorst

Nabu-Ortsgruppe Hainstadt folgt dem Ruf der Fledermäuse

Kleiner Patient: Eine Mückenfledermaus.
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Kleiner Patient: Eine Mückenfledermaus.

Eine Gruppe des Nabu Hainburg war im Naturschutzgebiet Langhorst unterwegs. Ausgerüstet mit Ultraschalldetektoren begab sie sich auf die Spuren der Fledermäuse – und wurde dabei auch fündig.

Hainburg – Auf die Suche nach Fledermäusen sind jetzt die Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe Hainburg und ihre Gäste gegangen. Die Gruppe traf sich um 19 Uhr an der Sonnen-Apotheke in Hainstadt. Das Wetter war für das Vorhaben perfekt, denn das Ziel an diesem Abend war, die Fledermäuse im Naturschutzgebiet Langhorst zu erfassen.

Bevor es los ging, erzählte Nabu-Mitglied Hartmut Müller Wissenswertes über Fledermäuse. Einen kleinen Pflegling, eine Mückenfledermaus, die letzte Woche in der Turnhalle der Kreuzburgschule in Großkrotzenburg abgemagert aufgefunden wurde, war auch dabei. Pauline Heinz hatte sie die letzten Tage aufgepeppelt. Sie wird kommende Woche am Fundort an der Kreuzburgschule wieder ausgewildert.

Nach der Einführung und der Fütterung des Pfleglings machte sich die Gruppe auf den Weg in den Langhorst. Zwischen Werniggraben und Weihersbach begann man mit den Beobachtungen. Mit fünf Ultraschalldetektoren wurden die Rufe der Fledermäuse hörbar gemacht. Einige Rufe können eindeutig einer Fledermausart zugeordnet werden, bei anderen Rufen macht die Zuordnung Mühe. Bei diesen mussten die Aufzeichnungen an einem PC ausgewertet werden. Die häufigsten Rufe waren die des Großen Abendseglers. Sie sind die ersten, die am abendlichen Himmel auftauchen. Bis zu drei Abendsegler waren zeitgleich bei der Jagd im freien Luftraum zu beobachten. Mit bis zu 45 Zentimetern Spannweite sind sie eine unserer größten Fledermäuse.

Mit zunehmender Dunkelheit tauchten Mücken- und Zwergfledermäuse auf. Mückenfledermäuse besiedeln die Flusssysteme und sind bereits im Spessart kaum mehr zu finden. Beide Arten nutzen die Spaltenquartiere an Häusern als Tagesverstecke.

Nur wenige Rufe der Wasserfledermaus, der Breitflügelfledermaus und des Großen Mausohres wurden aufgezeichnet. Sie tauchen oft erst bei vollständiger Dunkelheit auf. Hier mussten die Rufdiagramme am PC ausgewertet werden. Wasserfledermäuse jagen vorzugsweise über offenen Wasserflächen, bei denen sie die Insekten von der Wasseroberfläche ablesen. Der nahe Nikolausteich ist als Jagdrevier gut geeignet.

Die Breitflügelfledermaus ist auch eine Siedlungsfledermaus, deren Wochenstuben (Ansammlung von Weibchen, die gemeinsam ihre Jungen großziehen) oft in Dachspeichern zu finden sind. Sie fliegen am Abend weite Strecken, um im Wald entlang der Wegschneisen zu jagen.

Das Große Mausohr wird erst ab 2009 in den Wäldern des Ostkreises Offenbachs wieder vermehrt festgestellt. Sie ist die schwerste unserer Fledermäuse. Im Gegensatz zu anderen Fledermausarten jagt sie ihre Beute bevorzugt ohne Echoortung. Sie achtet auf das Rascheln von größeren Käfern auf möglichst vegetationsfreien Flächen, um diese dann zu erbeuten.

Bei vollkommener Dunkelheit erreichte die Gruppe gegen 20.30 Uhr die Sonnen-Apotheke. Am Ende der Exkursion wurde Material über Fledermäuse verteilt, um über die bedrohte Tiergruppe zu informieren.

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