Johannes-Gutenberg-Schule

Nach Einbruch wackelt Projektwoche

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Die Eingangstür wurde aufgehebelt und beschädigt.

Hainstadt - Nach einem Einbruch in die Johannes-Gutenberg-Schule in Hainstadt steht die Projektwoche auf der Kippe. Einbrecher haben einen Tresor mit Bargeld entwendet, das für die Projekte gedacht war. Von Katrin Stassig

Die Täter sind in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai in das Verwaltungsgebäude der Grundschule eingedrungen. Sie rissen einen Bewegungsmelder von der Wand, hebelten die Eingangstür auf, verwüsteten das Sekretariat und das Büro der Schulleitung. Im Sekretariat brachen sie einen Safe aus der Wand und nahmen ihn mit. In diesem Tresor war neben der Hauskasse auch das Geld der Schülerinnen und Schüler für die anstehende Projektwoche aufbewahrt. Da bei der Projektwoche unterschiedliche Themen mit den Kindern bearbeitet werden, die über das normale Schulbudget hinaus gehen, ist es üblich, von jedem Schüler einen Beitrag in Höhe von fünf Euro einzusammeln. Aus diesem Topf werden dann zum Beispiel Materialien oder Fahrkarten für Ausflüge bezahlt.

Weil das Geld (insgesamt 600 Euro) fast vollständig im Tresor gelagert war, steht die Projektwoche, die schon ab nächsten Dienstag stattfinden soll, auf der Kippe. „Die Schülerinnen und Schüler sind natürlich über die Brutalität entsetzt und traurig darüber, jetzt die ausgesuchten und vorbereiteten Projekte womöglich nicht durchführen zu können“, berichtet Schulleiterin Susanne Heintz. Sie habe ein Schreiben an die Eltern aufgesetzt und die Situation geschildert, erzählt Heintz. Allerdings seien viele Eltern nicht bereit, den Betrag ein weiteres Mal zu zahlen. Das verlorene Geld für die Projektwoche ist nicht durch die Versicherung abgedeckt. Darüber habe der Kreis als Verwaltungsbehörde die Schulleitung informiert. Lediglich das Geld aus der Hauskasse werde durch die Versicherung ersetzt – und natürlich der Sachschaden. Dieser liegt bei mehreren tausend Euro. Allein die zerstörte Eingangstür, so die Schulleiterin, koste 4000 Euro.

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Auch wenn derzeit keine Lösung in Sicht ist, wird die Projektwoche voraussichtlich erstmal stattfinden – und die Finanzierung später geklärt. Die Schüler sollen nicht die Leidtragenden der verfahrenen Situation sein, sagt Susanne Heintz. Außerdem hätten viele Lehrer das Material für die Projekte ohnehin schon besorgt und seien dafür in Vorkasse getreten. Die Schule würde sich freuen, wenn sich ein Sponsor finden würde, der ihr bei der Finanzierung unter die Arme greift. Interessenten können sich direkt an die Rektorin wenden (Tel.: 06182/4541).

Außerdem werden mögliche Zeugen des Einbruchs gesucht, der sich in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai (Christi Himmelfahrt) zwischen 18 Uhr und 10 Uhr ereignet hat. Wer etwas Verdächtiges gehört oder gesehen hat, wendet sich an die Polizei in Seligenstadt (Tel.: 06182/89300). Die Johannes-Gutenberg-Schule ist nach Angaben von Susanne Heintz eine der letzten Schulen im Kreis, die noch nicht mit einer Alarmanlage ausgestattet sind. „Man denkt seit fünf Jahren darüber nach.“ Aus Kostengründen sei aber bisher nichts passiert.

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