Bürgerversammlung in Hainburg

Neubaugebiete entwickeln sich gut

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Bei der Bürgerversammlung in Hainstadt blieben am Dienstagabend etliche Stühle leer. Nur wenige Hainburger fanden den Weg ins Feuerwehrhaus.

Hainburg - Keine tagesaktuelle Brisanz, aber doch wichtig: Die Themen Staudinger, Flugrouten, Bauleitplanung und Teilklimaschutzkonzept standen auf der Tagesordnung der Bürgerversammlung in Hainstadt. Von Sabine Müller

Nichts von tagesaktueller Brisanz, was wohl auch mit ein Grund dafür war, dass neben den Lokalpolitikern nur eine geringe Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern am Dienstagabend den Weg ins Feuerwehrhaus nach Hainstadt fanden. Unter dem Tagesordnungspunkt „Bauleitplanung“ informierte Bürgermeister Bernhard Bessel über die Neubauflächen der Gemeinde. So sei das Bettengebiet im Ortsteil Klein-Krotzenburg umgelegt und mittlerweile fast vollständig bebaut worden. Die Häuser seien an die Nahwärmeversorgung des Offenbacher Energieversorgers EVO angeschlossen und würden mit Holzpellets beheizt.

Gleiches gilt laut Bessel auch für das Baugebiet Löschem in Hainstadt, wo auf rund 60.000 Quadratmetern etwa 100 Bauplätze für Einzel- und Doppelhäuser ausgewiesen sind. „Seit zwei Jahren wird kräftig gebaut“, informierte der Gemeindechef, „darunter viele Fertighäuser, die innerhalb einer Woche entstehen.“ Anschlusszwang an das installierte Nahwärmenetz der EVO bestehe dort aber nicht. Die Bauherren könnten sich auch für andere Energiequellen wie etwa Biothermie entscheiden, leidglich Gasversorgung sei nicht möglich. „Die EVO muss sehen, wie sich das für sie rechnet.“

Nachgefragte Flächen

Außerdem unterrichtete Bessel die Zuhörer über einen geplanten Grundstückstausch mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft eG Hainstadt: Diese besitzt ein Gelände an der Offenbacher Landstraße, gleich neben der Sparkasse, und soll dafür ein adäquates am Kiefernhain erhalten. „Wenn die Gemeindevertretung dem Tausch zugestimmt hat, kann die Genossenschaft zusätzliche Seniorenwohnungen bauen und die Gemeinde das Grundstück im Ortskern durch Bebauung aufwerten.“ Die Frage eines Bürgers bezog sich auf die Entwicklung des Industriegebiets Klein-Krotzenburg in Richtung Seligenstadt. Bessel bestätigte, dass Flächen nachgefragt würden, die privaten Grundstücksbesitzer seien sich aber nicht einig, daher sei die Erweiterungsplanung einschließlich des Anschlusses über einen Kreisel ins Stocken geraten.

Zum Kohlekraftwerk Staudinger hatte der Bürgermeister nicht mehr viel Neues zu berichten, nachdem der Energiekonzern Eon vor Kurzem bekannt gegeben hatte, den geplanten Erweiterungsblock VI in Großkrotzenburg nicht zu bauen und die Blöcke I, III und IV (Gasblock) aus wirtschaftlichen Gründen schrittweise abzuschalten. „Für uns eine der erfreulichsten Nachrichten der letzten Zeit“, sagte Bessel, der sich damit in seinen Prognosen bestätigt sah.

Sachstand Flugrouten

Jetzt sei juristisch zu klären, ob das Regierungspräsidium die Baugenehmigung zurück zieht. Die Frage aus dem Publikum, ob das Kraftwerk rückgebaut werde, konnte der Gemeindechef nicht beantworten, wies aber darauf hin, dass man auch dafür eine Baugenehmigung benötige.

Sachstand Flugrouten nach dem Ausbau des Frankfurter Flughafens: Wie beim Widerstand gegen das Energie-Großprojekt Staudinger hat sich auch hier die Gemeinde mit anderen Kommunen zusammengeschlossen. Doch nachdem eine verstärkte Lärmbelastung durch Verlagerung der Flugrouten ausblieb und das Nachtflugverbot des Bundesverwaltungsgerichts aus Leipzig kam, haben laut Bessel Hainburg, Seligenstadt, Mainhausen, Obertshausen, Neu-Isenburg und Heusenstamm ihre Klage zurückgezogen. Die Rechtsanwälte verhandelten nun über Gerichts- und Anwaltskosten, mit denen die Kommunen in Vorlage getreten seien. „Schön wär’s, wenn es so ruhig bliebe, dann hätten wir nicht die großen Probleme wie andere Kommunen.“

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