Neue Friedhofsordnung

Bestattungen werden teurer

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Hainburg - Die Gemeindevertreter haben in ihrer letzten Sitzung des Jahres 2014 die Änderung der Friedhofsordnung beschlossen. Damit einher geht eine Erhöhung der Gebühren. Diskussionen gab es um die Frage, ob der Punkt „Muslimisches Grabfeld“ explizit in die Satzung aufgenommen werden sollte. Von Katrin Stassig

Die Friedhofsordnung der Gemeinde Hainburg listet unter Paragraph 12 sechs Arten von Grabstätten auf: Reihen- und Familiengräber, Urnenreihengräber, Familienurnengräber (in Grabfeldern oder in der Urnenwand), anonymes Urnengrabfeld und – dieser Punkt ist neu – Landschaftsgrabfeld. Der Ausländerbeirat hatte angeregt, als siebten Punkt auch das muslimische Grabfeld aufzunehmen. Die Fraktion der Grünen beantragte, entsprechend dieses Vorschlags die Satzung zu ändern. Feridun Erdali, Vorsitzender des Ausländerbeirats, erhielt in der Gemeindevertretung Rederecht und trug den Wunsch seines Gremiums vor.

Muslime können schon jetzt in Hainburg nach ihren Riten bestattet werden. Daran erinnerte Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU). Er hält es nicht für förderlich, dieses Areal speziell „muslimisches Grabfeld“ zu nennen. Dem pflichtete Wigbert Appel (BfH) bei. Das einzige, was ein solches Feld ausmache, sei die Ausrichtung. „Das Grabfeld extra so auszuweisen, halten wir der Integration nicht dienlich“, meinte Appel.

Friedhofsordnung angepasst

Cliff Hollmann als Sprecher der Grünen widersprach. „Integration heißt für mich, dass ich die Betroffenen anhöre, und wenn sie einen Wunsch äußern, dem auch entspreche.“ Hainburg habe faktisch ein muslimisches Grabfeld, und er rate auch aus juristischer Sicht dazu, es offiziell in die Friedhofsordnung aufzunehmen. Das werde in allen Kommunen so gehandhabt. Letztlich handele es sich bloß um zwei Sätze, profan und selbstverständlich.

Unterstützung für den Grünen-Antrag und das Anliegen des Ausländerbeirats kam nur von der SPD, der Vorschlag wurde mit Mehrheit von CDU und BfH abgelehnt. Die Änderung der Friedhofsordnung wurde mehrheitlich beschlossen, die Grünen stimmten dagegen. Die SPD lehnte die Änderung der Gebührensatzung ab.

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Die Friedhofsordnung wurde in mehreren Punkten angepasst und aktualisiert. Einige der Änderungen: Frühere Einwohner, die zuletzt in einem Pflegeheim oder einer ähnlichen Einrichtung außerhalb der Gemeinde gelebt haben, dürfen in Hainburg bestattet werden. Tot geborene Kinder vor Ablauf des sechsten Schwangerschaftsmonats und Föten können auf Wunsch eines Angehörigen beerdigt werden. Für die Urnenwände auf den Friedhöfen beider Ortsteile gelten besondere Gestaltungsvorschriften. Steinmetzbetriebe sollen künftig nur Grabsteine und Grabeinfassungen einbauen, die aus fairem Handel stammen und ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt worden sind.

Künftig ist auch die Bestattung von Urnen in einem Landschaftsgrabfeld möglich (für eine Gebühr von 750 Euro). Die Beisetzungsstelle wird in diesem Fall nicht besonders kenntlich gemacht, Grabschmuck und Anpflanzungen sind nicht möglich. Ein Hinweis auf den Verstorbenen erfolgt durch ein Namensschild an ausgewiesener Stelle. Umbettungen von Särgen in Erdgräbern werden seitens der Friedhofsverwaltung nicht mehr vorgenommen. Wer dies beantragt, muss ein zugelassenes Unternehmen oder eine Pietät beauftragen. Für die Umbettung einer Ascheurne wird einschließlich Verwaltungsarbeiten eine Gebühr von 300 Euro erhoben.

Die neue Satzung ist zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Mit diesem Datum erhöhen sich auch die Bestattungsgebühren. Eine weitere Erhöhung erfolgt zum 1. Januar 2016 (Details siehe Info-Kasten).

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