Sanierung hat beim Land Hessen keine Priorität

Nur notdürftige Reparaturen auf der L3416

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Schilder warnen vor Wildwechsel und Straßenschäden: Die L3416 am Ortsausgang von Hainstadt.

Hainburg - Der marode Zustand der Landesstraße 3416 zwischen Hainstadt und Tannenmühlkreisel wird sich auf absehbare Zeit wohl nicht wesentlich verbessern. Ein Schreiben aus dem hessischen Verkehrsministerium an Landtagsvizepräsident Frank Lortz (CDU) gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Der Straßenbelag soll bis auf Weiteres lediglich punktuell ausgebessert werden.

Ein Schild warnt vor Straßenschäden auf den nächsten drei Kilometern, die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist auf 70 reduziert, es gilt Überholverbot. Sowohl Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) als auch Polizeichef Josef Michael Rösch hatten im Frühjahr erneut den schlechten und verkehrsgefährdenden Zustand der L3416 zwischen Hainstadt und Tannenmühlkreisel angemahnt und dies bei einem Termin mit Hessen Mobil als zuständiger Verkehrsbehörde bekräftigt. Nachdem Hessen Mobil lediglich die Ausbesserung der schlimmsten Schlaglöcher, aber keine zeitnahe Sanierung in Aussicht stellte, schaltete sich Landtagsvize Lortz mit einem Schreiben an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ein.

Lortz verwies unter anderem auf die Einschätzung von Polizeichef Rösch, nach dessen Ansicht es im Kreis keine Bundes-, Landes- oder Kreisstraße gibt, die bei vergleichbarem Verkehrsaufkommen so stark beschädigt sei wie die L3416 im genannten Streckenabschnitt.

Im Ministerium hat die Sanierung der Straße allerdings nach wie vor keine Priorität. Im Antwortschreiben an Frank Lortz heißt es: „Die L3416 wurde im Jahr 2016 in die Zustandsbewertung aller Landesstraßen in Hessen einbezogen. Leider konnte aufgrund des insgesamt schlechten Erhaltungszustands des gesamten Landesstraßennetzes sowie im Vergleich der fachlichen Dringlichkeit aller erwogenen Sanierungsmaßnahmen in diesem Abschnitt keine Erneuerung in die Sanierungsoffensive bis 2022 aufgenommen werden.“

Das sind die gefährlichsten Straßen der Welt

Zwar teilt das Land die Auffassung, dass die L3416 „mittelfristig einer Verbesserung des baulichen Zustands bedarf“. Ebenso müsse die Verkehrssicherheit gewährleistet werden. Die Straßenmeisterei Offenbach soll deshalb die Landesstraße in diesem Abschnitt einmal pro Woche kontrollieren und punktuelle Schäden „zeitnah“ reparieren. Lortz hatte dies bereits in seinem Schreiben an Al-Wazir als „keine Lösung des Problems“ bezeichnet. Auch der Hinweis, dass es andernorts in Hessen Straßen in noch schlechterem Zustand gebe, könne keine Begründung dafür sein, an dieser Stelle nicht tätig zu werden.

Eine zweite Maßnahme wird derzeit noch erörtert: Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Offenbach prüft, ob die bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung ausgeweitet werden sollte. Das Ergebnis steht noch aus. (kd)

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