Einzelhandelskonzept vorgestellt

Ortsteil Hainstadt ist unterversorgt

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Die Industriebrache auf der Rückseite des Rewe-Marktes an der Offenbacher Landstraße verfällt zusehends.

Hainburg - Die Pläne für das neue Nahversorgungszentrum „Auf das Loh“ in Hainstadt waren in der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanz- sowie des Bauausschusses am Montagabend erneut Thema. Von Katrin Stassig 

In diesem Zusammenhang wurde auch das Einzelhandelskonzept für die Gemeinde Hainburg vorgestellt.
Am Standort an der Offenbacher Landstraße soll der bestehende Lebensmittelmarkt (Rewe) von derzeit 1000 auf 2000 Quadratmeter erweitert werden, zusätzlich sind ein Discounter (Aldi) mit 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche und ein Drogeriemarkt (Rossmann) mit 650 Quadratmetern vorgesehen (wir berichteten). Bis zum Baubeginn wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Im besten Fall könnte es im Sommer nächsten Jahres soweit sein, meint Holger Fischer vom zuständigen Planungsbüro auf Nachfrage der Gemeindevertreter.

Ein Nahversorgungszentrum, wie es der Investor Schoofs Immobilien (Neu-Isenburg) in Hainstadt plant, ist nach den Vorgaben des Regionalplans nur in Ober- und Mittelzentren zulässig. Ausnahmen sind zur Sicherung der Grundversorgung möglich. Dass in Hainburg ein solcher Ausnahmefall vorliegt, soll ein Einzelhandelskonzept nachweisen, das die BBE Handelsberatung im Auftrag der Gemeinde erstellt hat.

Das Konzept zeigt auf, dass Hainstadt im Vergleich zu Klein-Krotzenburg vor allem bei Nahrungsmitteln und Drogeriewaren unterversorgt ist (Details siehe Info-Kasten). Der Rewe am Standort „Auf das Loh“ stellt den einzigen Lebensmittelmarkt im Ortsteil dar; die Verkaufsfläche entspricht allerdings „nicht mehr den aktuellen Anforderungen eines modernen Supermarktes“. Auch die Zahl von 65 Stellplätzen reiche für den täglichen Betrieb nicht aus.

Zwar wäre es grundsätzlich wünschenswert, einen frequenzstarken Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte von Hainstadt zu integrieren, dies sei jedoch aufgrund städtebaulicher Gegebenheiten dort nicht umzusetzen, heißt es im Konzept. Das Nahversorgungszentrum „Auf das Loh“ wird deshalb – auch aufgrund seiner Lage – als geeignete Lösung bezeichnet. Das Einzugsgebiet beschränkt sich im Wesentlichen auf den Ortsteil Hainstadt mit etwa 8500 Einwohnern.

Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, muss die Gemeinde Hainburg einen Antrag auf Abweichung vom Regionalplan Südhessen stellen. Außerdem wird ein Bebaungsplan (Nr. 29A „Nahversorgungsstandort Auf das Loh“) aufgestellt. Dieser ersetzt, sobald er in Kraft tritt, den bisherigen Plan 29 „Senioren- und Begegnungszentrum“. Ein solches war vor zehn Jahren am Standort „Auf das Loh“ vorgesehen.

Bilder: Große Vielfalt beim Hainburger Markt  

Auf der Rückseite des Rewe-Marktes, der 1997 eröffnete, befindet sich eine Industriebrache. Dort war ein Unternehmen aus dem Bereich Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau ansässig, das 1970 seinen Produktionsstandort nach Osthessen verlegte. Auf dem ehemaligen Werksgelände sollte 2007 ein Begegnungszentrum mit Pflegeheim, kleinen Geschäften, Praxen, Büroflächen und Wohnungen entstehen. Das Vorhaben ließ sich jedoch nicht realisieren, das Gelände liegt nach wie vor brach und verfällt zusehends.

Für den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 29A haben die Gemeindevertreter im Ausschuss eine einstimmige Beschlussempfehlung abgegeben. Dieser soll, sofern möglich, im beschleunigten Verfahren abgewickelt werden. Diese wäre zum Beispiel dann ausgeschlossen, wenn Schallschutzmaßnahmen notwendig werden. Dies soll im Zuge einer Vorprüfung, die auch eine Umweltprüfung beinhaltet, geklärt werden.

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