Polizei sucht Zeugen

Radfahrer gestürzt: Unfallverursacher flüchtet

Klein-Krotzenburg - Die Polizei sucht Zeugen einer Unfallflucht, die sich bereits am Freitagvormittag in der Konrad-Adenauer-Straße ereignet hat. Dabei ist ein 14-jähriger Hainburger von seinem Fahrrad gestürzt und hat sich leicht verletzt.

Laut Polizei fuhr der Jugendliche gegen 11 Uhr die Konrad-Adenauer-Straße vom Anne-Frank-Weg kommend in Richtung „An der Hasenleuchte“. In Höhe der Hausnummer 11 überholte ihn ein dunkler VW. Weil ein Transporter entgegenkam, scherte der VW wieder ein und drängte den 14-Jährigen nach rechts ab. Dabei fuhr dieser gegen den Außenspiegel eines geparkten BMW und stürzte. Der Verursacher fuhr davon. Unterstützung erhoffen sich die Ermittler unter 06183-91155-0. (sig)

Das droht Verkehrssündern bei einer Unfallflucht

Wenn sie erwischt werden, sind etliche Unfallflüchtige um keine Ausrede verlegen. "Ich hab das gar nicht gemerkt" steht dabei ganz hoch im Kurs. Schlecht nur, wenn ein Sachverständiger später belegen kann, dass der Unfallverursacher den Zusammenstoß mitbekommen haben muss. Dann drohen ihm harte Strafen:

Geparktes Auto angefahren: Zu 50 Tagessätzen á 20 Euro (1000 Euro) wurde ein Mann verurteilt, der einen geparkten Pkw angefahren und fast 3500 Euro Schaden verursacht hatte. Zudem wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperre von sechs Monaten auferlegt.

Geringer Schaden, höhere Strafe: Einen relativ geringen Schaden von 400 Euro verursachte eine Frau beim Ausparken. Sie wurde mit einem Strafbefehl von 15 Tagessätzen á 40 Euro  - also insgesamt 600 Euro - belegt.

Fehler beim Ausparken: Eine Unfallflucht nach einem Fehler beim Rückwärtsausparken wurde auch einem Mann zum Verhängnis. Er beschädigte ein geparktes Auto. Er musste 900 Euro zahlen und durfte drei Monate kein Auto mehr fahren.

Der Klassiker: Zu den Klassikern bei den Unfallfluchten zählt auch das Abfahren eines Spiegels. Ein Mann musste nach einem solchen Unfall im August 2014 20 Tagessätze á 40 Euro (800 Euro) Strafe zahlen.

Fehler beim Rückwärtsausparken: Die Fahrerlaubnis bekam eine Frau mit einer Sperrfrist von sechs Monaten entzogen, nachdem sie beim Rückwärtsausparken etwa 1500 Schaden an einem geparkten Auto verursachte. Weiterhin musste die Frau eine Geldstrafe von 625 Euro zahlen.

Unfall mit Laternenmast: Einen Laternenmast und einen Stromverteilerkasten fuhr ein Mann im Februar 2014 um und hinterließ einen Schaden von rund 2500 Euro. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu 50 Tagessätzen á 25 Euro (1250 Euro) und einer Geldbuße von 100 Euro. Zudem erhielt er für einen Monat ein Fahrverbot.

Andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr: Bei etwa 330 Euro lag der Sachschaden, den ein Mann verursachte. Er streifte ein Fahrzeug, da er auf die Gegenfahrbahn geriet, um an parkenden Autos vorbeizufahren. Neben einer Geldbuße von 35 Euro verhängte das Amtsgericht eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen á 50 Euro (1500 Euro).

Verkehrsschild angefahren: Eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen á 40 Euro (1000 Euro) musste auch ein Mann bezahlen, der ein Verkehrsschild angefahren hatte und einen Schaden von 500 Euro verursachte.

Zur Erklärung: Geldstrafen werden als Rechtsfolge der Unfallflucht ausgesprochen. Die Höhe der Tagessätze richtet sich nach dem monatlichen Einkommen der Angeklagten und ihrer entsprechenden Zahlungsverpflichtungen (z.B. Unterhalt für Kinder)...

...Außerdem richtet sie sich nach der Schwere der Schuld. Eine Strafe von 30 Tagessätzen á 20 Euro bedeutet also, dass der Unfallflüchtige eine Geldstrafe 600 Euro an die Staatskasse zahlen muss...

...In manchen Fällen wird zudem eine Geldbuße verhängt. Bei dieser handelt es sich um die Ahndung wegen der eigentlichen Unfallverursachung. Damit wird zum Beispiel ein Fehler beim Rückwärtsfahren, der Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot oder das Außerachtlassen der Sorgfaltspflicht geahndet...

...Auch die Fahrerlaubnis kann einem Unfallflüchtigen entzogen werden, wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, dass der Angeklagte ungeeignet ist, ein Fahrzeug zu führen. Wird die Fahrerlaubnis entzogen, so spricht das Gericht gleichzeitig eine sogenannte Sperrfrist aus. Eine solche Sperre kann zwischen sechs Monaten und fünf Jahren liegen...

...Ist ein Gericht der Ansicht, dass eine Sperre von mindestens sechs Monaten unverhältnismäßig ist, so besteht die Möglichkeit ein Fahrverbot auszusprechen. Dann behält der Verurteilte zwar seine Fahrerlaubnis, darf aber zum Beispiel für drei Monate kein Kraftfahrzeug führen...

Fazit: Die Kosten der Verfahren mussten übrigens alle Unfallflüchtigen selbst bezahlen. Diese können je nach Ermittlungsaufwand und notwendig gewordenen Gutachten stark variieren. Zuzüglich der Regressforderungen der Versicherungen bleibt nur ein Fazit: Unfallflucht lohnt sich nicht!

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