Seligenstadt und Hainburg

Lkw-Verbot für beide Orte erwirken

Ein Lkw-Verbotsschild für Froschhausen müsste mit dem Zusatz „Lieferverkehr frei“ versehen sein.

Ostkreis - Die Gemeinde Hainburg steht den Plänen für ein Lkw-Durchfahrtsverbot in Froschhausen kritisch gegenüber, wenn die Umleitung zu Lasten Hainburgs ausgeschildert wird. Von Katrin Stassig 

Gemäß Beschluss der Gemeindevertretung sollen sich die Rathausspitzen beider Kommunen um eine gemeinsame Lösung bemühen. Rathausspitze und politische Vertreter sind über den Brief des Seligenstädter Magistrats alles andere als „amused“. Das Schreiben vom 11. Juli, unterzeichnet von Erster Stadträtin Claudia Bicherl (CDU), bittet die Gemeindeverwaltung um eine Stellungnahme zum geplanten Lkw-Durchfahrtsverbot für Froschhausen. Die Umleitungsführung soll laut den Plänen des Seligenstädter Magistrats aus Richtung Klein-Auheim, Obertshausen und Weiskirchen über Hainburg ausgeschildert werden. „Wir gönnen jeder Kommune ein Lkw-Durchfahrtsverbot“, betonte Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) in der Gemeindevertretersitzung. Dieses dürfe aber nicht dazu führen, dass andere belastet würden. Die Idee, den Verkehr durch Hainburg zu leiten, sei völlig unverständlich, sagte Thorwald Ritter (Grüne) – zumal Seligenstadt an unbebauten Straßen andere Möglichkeiten habe.

Die Stadtverordnetenversammlung in Seligenstadt hatte mit Beschluss vom 6. Februar 2017 den Magistrat beauftragt zu prüfen, ob mit Hessen Mobil bzw. den zuständigen Stellen der Landesregierung ein Lkw-Durchfahrtsverbot und weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen für Froschhausen erreicht werden können. Ein Bericht des Magistrats vom November 2017 weist auf einige kritische Punkte hin, die auch der Hainburger Gemeindevorstand in seiner Stellungnahme aufgreift. So müssen Geschäfte im Ortsteil weiterhin beliefert werden können, außerdem hat ein Speditionsunternehmen seinen Sitz an der Schulstraße. Auch der Linienverkehr muss den Stadtteil bedienen können. Deshalb wäre ein Zusatz „Anlieger frei“ bzw. „Lieferverkehr/Busse frei“ notwendig.

Zudem beträgt der Anteil des Schwerlastverkehrs (über 3,5 Tonnen) gerade mal 2,7 Prozent, was bei 9000 Fahrzeugen täglich einer Zahl von 243 Lkw entspricht. „Hier stellt sich die Frage, welche der 243 Fahrzeuge tatsächlich die Ortsdurchfahrt Froschhausen als Durchgangsstraße nutzen und wie viele die Gewerbetreibenden anfahren“, heißt es in der Stellungnahme aus Hainburg.

Vor allem aber dürfe ein Durchfahrtsverbot nicht zu einer Verlagerung des Problems führen. Dies sieht der Gemeindevorstand aber gegeben, wenn die Umleitungsführungen den Verkehr durch Hainburg lenken und damit die Anwohner an L 3416 und L 3065 erheblich belasten würden.

Eine weitere Problematik sieht der Gemeindevorstand am Tannenmühlkreisel, der ebenfalls von allen aufgeführten Umleitungsstrecken betroffen wäre. Damit würde sich dort das Stauaufkommen gerade im Berufsverkehr noch weiter erhöhen. „Schon jetzt ist dieser Zustand katastrophal und nicht weiter vertretbar.“

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Aus diesen Gründen hatte das Gremium den Fraktionen als Beschluss empfohlen, dem Lkw-Durchfahrtsverbot für Froschhausen keine Zustimmung zu erteilen und den Seligenstädter Magistrat aufzufordern, die Pläne zu Lasten Hainburgs nicht weiter zu verfolgen. Auf Anregung der CDU verabschiedete die Gemeindevertretung einen interfraktionellen Änderungsantrag mit dem Zusatz, der Gemeindevorstand solle gemeinsam mit dem Seligenstädter Magistrat ein Verbot für die beiden Ortsteile Hainstadt und Froschhausen erwirken.

„Wir wollen das Durchfahrtsverbot für Froschhausen nicht verhindern“, sagte Thorwald Ritter. Bürgermeister Böhn hält es für einen guten Weg, gemeinsam mit Seligenstadt eine Lösung zu erarbeiten. Er erinnerte aber daran, dass sowohl er als auch sein Vorgänger Bernhard Bessel schon mehrfach ein Durchfahrtsverbot für Hainstadt beantragt hatten – zuletzt im Zuge des Lärmaktionsplans. Aber das Regierungspräsidium habe dies abgelehnt.

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