Wo „Alex Meier“ Tränen vergießt

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Liefen gemeinsam mit den Eintracht-Stars auf den Platz in Hainstadt: Die Nachwuchs-Kicker der Sportvereinigung Hainstadt aus der F- und G-Jugend.

Hainburg - „Alex Meier“ liegt weinend auf dem Boden. Er hat einen Ball direkt auf den Bauch bekommen. „Steh auf, Du wirst doch ganz nass“, wird ihm zugerufen. Von seiner Mutter, nicht vom Trainer. Von Thomas Hanel

Der knapp neunjährige Knirps im Trikot des Torschützenkönigs der zweiten Bundesliga folgt der Anweisung. So schlimm war es dann doch nicht. Außerdem muss er seinem Idol Alex Meier noch ein Autogramm entlocken und kann nicht mehr mit seinen Grundschul-Kumpels selber kicken. Eintracht Frankfurt war zu Gast in Hainstadt. Die Spielvereinigung, übrigens Heimatverein von Eintrachts Ex-Nationalspieler Ralf Weber, hatte ein von Eintracht-Sponsor Fraport ausgelostes Spiel gegen die Bundesliga-Profis gewonnen.

Über 1000 Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Udo Kreuzinger, einer der beiden Vorsitzenden des Hainstädter Vereins: „Die Eintracht hatten wir noch nie zu Gast. Aber es ist schon toll.“ Über 70 Helfer stemmten den Zuschauerandrang, organisierten im Vorfeld. Hans-Peter Jung, ebenfalls Vorsitzender des Vereins, der mit der ersten Mannschaft in der Kreisoberliga kickt, wuchtete die Hauptlast der Organisation mit den Helfern: Verkehrsleitung um das Sportgelände, Behördengänge, Verhandlung mit der Gemeinde, dem DRK und der Polizei. Es funktionierte alles reibungslos. „Mit größeren Veranstaltungen haben wir ja Erfahrung“, sagt Kreuzinger und erinnert an Kinderturnfeste mit ähnlichem Besucherandrang.

1000 Zuschauer und „der ewige Oka“

Zurück auf den Platz. Eintrachts Torwart-Ikone Oka Nikolov („Der ewige Oka“) lässt sich warmschießen. Einen knappen Meter hinter dem Tor stehen die Zuschauer, beobachten alles genau, rufen „Oka!“.

Überhaupt sind viele Eintracht-Fans auf dem Platz in Hainstadt, wollen sich die Chance nicht entgehen lassen, den Spielern des frischgebackenen Erstligisten ganz nahe zu sein. Alle sind sie da: Heiko Butscher, Benjamin Köhler, Matthias Lehmann, Caio, Pirmin Schwegler. Und Ümit Korkmaz, der die Eintracht als Kapitän auf den Platz führt. Sein Gegenspieler ist Donato Fatizo, Kapitän der Hainstädter. Professionell gehen die beiden Mannschaften miteinander um, als sie mit den Fußball-Kindern der Hainstädter F- und G-Jugend auf den Platz laufen. Kameras werden gezückt, Fotos mit den Spielern geschossen. Lokale Polit-Prominenz war natürlich auch da. Bürgermeister Bernhard Bessel ebenso wie SPD-Vorsitzende Julia Zimmer und der Hainburger CDU Partei- und Fraktionschef Jürgen Harrer, beruflich bei Eintracht-Sponsor Fraport engagiert. „Wir hatten einige Bewerbungen für die drei Freundschaftsspiele der Eintracht in Hessen. Dass die Wahl für eins dieser Spiele auf Hainburg gefallen ist, ist Zufall…“, schmunzelt der Hainstädter Harrer.

Video zum Spiel Spvgg. Hainstadt gegen Eintracht Frankfurt

Fabian Zappe von der zweiten Mannschaft der Spielvereinigung Hainstadt freut sich für seine Kollegen auf dem Platz. „Das ist schon ein ganz großes Erlebnis für die Jungs.“ Auch für den Vereinsvorsitzenden Udo Kreuzinger, der aber gar nicht nervös ob der anreisenden Fußballstars der Bundesliga scheint und nachfragt, wie denn der „Caio“ mit Nachnamen heißt. Lapidare Antwort eines Fans: „Der heißt einfach nur Caio.“ Der Brasilianer schoss übrigens auch ein Tor, eines von 13 für die Eintracht, der tapfer kämpfende Hainstädter nichts entgegenzusetzen hatten.

Und Vereinschef Kreuzinger lüftet dann auch noch das Geheimnis, warum er dem Auftritt der Frankfurter so gelassen entgegengesehen hat. „Ich bin Kickers-Fan.“ Dem schönen Fußballabend in Hainstadt hat dies keinen Abbruch getan.

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