ÖVV Klein-Krotzenburg begeistert Narren

Vom Buddha im Hainburger Rathaus

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Als „Bacchus-Püppcher“ trat das Männerballett der TKK-Handballer bei den Sitzungen der Örtlichen Vereine und Verbände (ÖVV) in Klein-Krotzenburgs Radsporthalle auf und erntete viel Applaus. Klar, bei solch grazilen Körpern.

Klein-Krotzenburg - Zwei tanzende amtierende Prinzessinnen, ein „Geoff“ in Höchstform, das begeisternde Duo „Marieche und Erna“ sowie tänzerische Darbietungen in allen Variationen. Bei den Sitzungen der Örtlichen Vereine und Verbände (ÖVV) in Klein-Krotzenburgs Radsporthalle blieb fast sechs Stunden lang kein Auge trocken. Von Bernhard Koch 

1, 7, 8, 11, 23, 24, 26, 29, 69, 79, 2014. Nein, der Zeitungsleser hat’s längst gemerkt, es sind nicht die aktuellen Lottozahlen, auch nicht die vom Euro-Jackpot. Vielmehr glänzte das „As der Asse“, der ÖVV-Protokoller Gottfried Frickel in der Bütt’, schwärmte noch immer vom 8. Juli 2014 und jeder Minute mit Torjubel beim 7:1 der deutschen Fußballer gegen Brasilien. Sogleich wollte er die Bütt’ wieder verlassen, weil danach für ihn das Jahr gelaufen war, doch Sitzungspräsident Wolfgang Barth erinnerte an seine chronologische Pflicht, und das war gut so. Immer wieder von Szenenapplaus unterbrochen nahm Gottfried Frickel alias „Geoff“ von der Politik über die Wirtschaft bis zu den Lokalereignissen alles aufs Korn, manchmal auch mit einem ernsten Unterton trotz närrischer Stimmung. Sein Mitleid mit den streikenden Piloten hält sich in Grenzen, sie sollten alternativ lieber mal den Dienst von Krankenschwestern und deren Verantwortung (und Gehalt) übernehmen.

Irgendwie bekam jeder sein Fett weg, ob die FIFA („dem islamischen Staat unter den Sportverbänden“), oder auch Triple-B (Bürgermeister Bernhard Bessel) als Buddha aus dem Rathaus. Zufrieden scheint der Protokoller erst dann zu sein, wenn nach dem Säubern der Bachläufe die erste „Hainburger Wasserstraße“ entsteht und die Kommune mit Venedig und seinen Kanälen vergleichbar ist. Klar, dass da auch der Blick auf das neue Hainburger Rathaus eine wesentliche Rolle spielte.

Trinkspruch muss dran glauben

Als „As der Asse“ bezeichnete Sitzungspräsident Wolfgang Barth den ÖVV-Protokoller Gottfried Frickel. Foto: Beko

Und weil er in seinem Protokoll die geliebten Nachbarn vom Ortsteil 2 vergaß, mussten die im Trinkspruch dran glauben: Der Unterschied zwischen einer Tragödie und einer Katastrophe? Ganz klar: Eine Tragödie ist es, wenn ein Ausflugsschiff mit Hainstädtern im Main versinkt. Und eine Katastrophe? Wenn einer schwimmen kann!

Rakete für den Protokoller, und die Narren im Saal waren wieder gefordert, wie so oft an diesem Abend mit tänzerischen Darbietungen von Prinzengarde (zu Mozart-Melodien), „Young Diamonds“ im China-Look und „Diamonds“ im Russland-Outfit, Dance Company mit New York, New York, der Girlie-Power-Group als Pinguine vom Südpol, den „Bacchus-Püppchen“ des Männerballetts bis zur Gruppe „Yes, dance!“ mit dem Auftritt der beiden amtierenden Prinzessinnen Eva (Haastadt) und Kim (Kloa-Krotzeborsch) im weißen Kleid zu „Alice im Wunderland“. Aufmerksam beobachtet von Prinz „Koppi“, dem Elferrat und hunderten Narren im Saal mit Ausnahme unseres Berichterstatters, dem meist nur der Blick auf eine überdimensionale schwarze Perücke des Vordermanns blieb.

Konzentration also aufs Gehör, das „Krotzeborjer Heimatlied“ mit Klaus Kemmerer, die Melodien der Musikgesellschaft Eintracht und natürlich den grandiosen Auftritten von Wolfgang Barth als übrig gebliebenen Gründer der in diesem Jahr 100 Jahre werdenden SG Germania (die mit Mentaltrainer Pfarrer Thomas Weiß in 15 Jahren womöglich an die Bundesligatüren anklopft und dann international spielt, vielleicht wegen des neuen Kunstrasenplatzes) oder den Hofsängern mit atemlosen Einsatz und dem Versprechen „Narren sind bunt und nicht braun!“, dem Kinderchor von Frohsinn und Volkschor mit spanischen Liedbeiträgen oder den märchenhaften „Cross Voices“, bei denen die Gute Fee so manchen Traum erfüllte, das tapfere Schneiderlein Fritz zum Bundes-Jogi avancierte oder Stefan Weih als Conchita Wurst glänzte.

Das waren sie alle? Mitnichten! Sie dürfen einfach nicht vergessen werden, weil sie allein mit ihrem Auftritt ohne ein Wort gesagt zu haben, schon Begeisterungsstürme hervorrufen. Die „Zwei Damen“, die in Hainstadt selbst mit ihrem Toiletten-Theater Furore machen würden. Carola Staab als Marieche und Elke Werner als Erna, die mit ihren unnachahmlichen Slapsticks auch schon beim MCC in Mainz und beim Seligenstädter Heimatbund für Raketen gesorgt haben. Mit den Tuschs hatte Alleinunterhalter Holger M. bei diesem Programmbeitrag wirklich alle Hände voll zu tun, da gab’s kaum Verschnaufen.

ÖVV Klein-Krotzenburg begeistert mit viel Witz

ÖVV Klein-Krotzenburg begeistert mit viel Witz

Karibik-Flair mit „Carneval in Rio“ war abschließend Thema beim „Korz-Lang-Fett-Quartett“, das in gewohnt routinierter Weise zum Finale einläutete, bei dem vor dem Ramba Zamba mit Jürgen „Bibi“ Bischoff und den herunter fallenden Luftballons eines musikalisch wieder sehr deutlich wurde: Du bist meine Liebe, Kloa Krotzeborsch am Main. Es gibt 6000 Gründe, um auf dich stolz zu sein. Kein Wunder also, wenn die Hofsänger in ihrem Beitrag anstimmten: „Es ist zu schön, um schon nach Haus zu gehn!“

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