Leitfaden zur Integration

Sprachdefizite als dringlichstes Problem

Hainburg - Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Schulen, Kitas, Kirchen und Vereinen sollte sich in Hainburg mit der Frage befassen, ob die Kommune ein Integrationskonzept benötigt (wir berichteten). Von Katrin Stassig 

Bis zu viermal sollte sich die Gruppe treffen, doch schon nach dem zweiten Termin sind sich alle Beteiligten einig: Die Arbeitsgruppe spricht einstimmig die Empfehlung aus, einen Leitfaden zur Integration zu erstellen. Die endgültige Entscheidung trifft die Gemeindevertretung.
Die Ergebnisse der Diskussion lagen dem Ausschuss für Sport, Jugend, Kultur und Soziales in der Sitzung am Dienstagabend in Protokollform vor. Beigefügt war eine Bestandsaufnahme, was Vereine, Kitas oder Schulen in der Integration bereits leisten und welche Probleme es möglicherweise gibt, und damit verbunden Wünsche und zu klärende Fragen.

Die Vertreter der Arbeitsgruppe sind sich unter anderem einig, dass Integration alle ansprechen muss: Migranten, die schon länger in Deutschland leben, ebenso wie neu Zugezogene oder auch Menschen mit Behinderung. Erfahrungen aus den Grundschulen zeigen, dass sprachliche Probleme auch bei Kindern der zweiten und dritten Generation auftauchen. Obwohl diese in Deutschland geboren wurden, gebe es eine zunehmende Anzahl von Kindern, die kaum deutsch sprechen. Bei Elterngesprächen mit Migranten aus Syrien, Afghanistan, Pakistan oder Rumänien wiederum gibt es Schwierigkeiten, weil Übersetzer fehlen. In der Kita am Kiefernhain ist neben den Kindern auch das Personal „international“ besetzt, was die Kommunikation erleichtert.

Grundsätzlich fällt auf, dass die Kitas sehr unterschiedlich arbeiten. Eine der zu klärenden Fragen wäre aus Sicht der Arbeitsgruppe, warum das so ist und wie in diesem Punkt die Qualität der Arbeit sichergestellt werden kann. Weitere Fragen: Wie kann man die Eltern davon überzeugen, dass Sprache der wichtigste Schlüssel zur Integration ist? Gibt es eine Statistik, wer wie lange in Hainburg wohnt und inwieweit Integration in zweiter oder dritter Generation gelungen ist (zum Beispiel Gastarbeiter der 60er Jahre)? Wie sieht die Integration der Menschen aus, die in den 80er Jahren aus Polen/UdSSR kamen? Welche Erkenntnisse lassen sich daraus ziehen?

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Auch einige Wünsche und Anregungen hat die Arbeitsgruppe formuliert. Dazu gehört die Einrichtung einer Begegnungsstätte, eines Eltern-Cafés und grundsätzlich eines regelmäßigen Treffpunkts zum zwanglosen Austausch – auch für Jugendliche. Weitere Punkte sind eine feste Anlaufstelle für ausländische Mitbürger, die Einführung einer „Willkommenskultur“ in der Gemeinde und ein Dolmetscher-Pool.

Rubriklistenbild: © dpa

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