Typisierungsaktion für alleinerziehende Mutter

Stammzellen als einzige Chance

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Die 39-jährige Michaela (hier mit ihrem Sohn) hofft auf einen Stammzellenspender.

Hainburg - Die Diagnose hat Michaelas Leben auf den Kopf gestellt. Die 39-jährige Hainburgerin leidet an einer bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems. Eine Stammzellentransplantation ist für die alleinerziehende Mutter die einzige Chance, wieder ein gesundes Leben führen zu können.

Der Förderverein der Johannes-Gutenberg-Schule organisiert zusammen mit der gemeinnützigen DKMS eine Typisierungsaktion, um einen „genetischen Zwilling“ zu finden. Michaela ist ein lebenslustiger, positiv denkender Mensch. Die alleinerziehende Mutter eines Sohnes ist gern in der Natur, zählt Radfahren und Schwimmen zu ihren Hobbys. Doch von einem auf den anderen Tag gerät ihre Welt ins Wanken. Bei einer Routineuntersuchung wird bei der 39-Jährigen Osteomyelofibrose festgestellt, eine seltene Erkrankung des blutbildenden Systems. Überleben kann sie nur, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zu einer Stammzellenspende bereit ist.

Nach dem ersten Schock versuchen Michaela und ihre Familie trotzdem positiv in die Zukunft zu schauen. „Meine Familie und Freunde stehen hinter mir und sind immer für mich da“, sagt Michaela. „Ich möchte meinen Sohn aufwachsen sehen, und dafür kämpfe ich.“ Um zu helfen, organisieren Freunde und Bekannte eine öffentliche Typisierungsaktion, um die Chancen zu erhöhen, für Michaela oder auch andere Patienten den passenden Lebensretter zu finden. Gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) lädt der Förderverein der Johannes-Gutenberg-Schule für Sonntag, 17. Juni, von 11 bis 16 Uhr in die Sporthalle der Sportvereinigung Hainstadt (Offenbacher Landstraße 56) ein. Vereinsvorsitzender Holger Metschan fungiert als Schirmherr der Aktion.

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Gesunde Menschen zwischen 17 und 55 Jahren (mindestens 50 Kilo schwer und kein starkes Übergewicht) sind aufgerufen, sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren zu lassen. Dies läuft wie folgt ab: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich an der Wangenschleimhaut genommen, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Auch auf Geldspenden ist die gemeinnützige DKMS angewiesen, da allein für die Registrierung eines neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

Für Michaela ist die Typisierungsaktion mit der Hoffnung verbunden, dass für sie ein geeigneter Spender gefunden werden kann. „Ich möchte für meinen Sohn da sein können und Zeit mit meinen Freunden verbringen“, beschreibt sie ihre Wünsche für die Zukunft. „Einfach ein ganz normales Leben führen.“

Stichwort: Stammzellenspende

Entscheidend für die erfolgreiche Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Patient. Diese ist bei Menschen, die nicht verwandt sind, äußerst selten, da mehr als 16.000 verschiedene Merkmale bekannt sind, die in Millionen von Kombinationen auftreten können. Obwohl mehr als sieben Millionen Spender weltweit registriert sind, warten viele Blutkrebspatienten vergeblich auf einen „genetischen Zwilling“. Wird ein solcher gefunden, gibt es zwei Möglichkeiten. In 80 Prozent der Fälle werden Stammzellen entnommen. Der Spender nimmt zuvor ein Medikament ein, um deren Anzahl im Blut zu erhöhen. Ein stationärer Aufenthalt ist dazu nicht nötig. In 20 Prozent der Fälle wird unter Narkose Knochenmark aus dem Becken entnommen. Dies ist mit einem Krankenhausaufenthalt von zwei bis drei Tagen verbunden. Auch mit Geldspenden kann die Aktion unterstützt werden. DKMS-Spendenkonto bei der Sparkasse Darmstadt: IBAN: DE85 5085 0150 0000 7538 58, Verwendungszweck: Helft Michaela. (kd)

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