„Stets das Wohl des Ganzen im Auge behalten“

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Ehrenbürgermeister Herbert Wemelka starb gestern 81-jährig.

Hainburg - (sig) Die Gemeinde Hainburg trauert um ihren Ehrenbürgermeister. Herbert Wemelka starb am gestrigen Dienstagmorgen überraschend im Alter von 81 Jahren.

Seine geographische und landsmannschaftliche Herkunft ist heute noch an der Aussprache mancher Wörter zu erkennen. Ansonsten ist er ein echter Hainburger geworden.“ Mit diesen Worten umschrieb Hainburgs Bürgermeister Bernhard Bessel in seiner Laudatio zum 80. Geburtstag eine der typischen Eigenschaften des CDU-Politikers Herbert Wemelka.

Am 10. Februar 1928 erblickte Herbert Wemelka in Wicklitz (Nahe der nordböhmischen Kreisstadt Aussig am Fuße des Erzgebirges) das Licht der Welt. Als 18-jähriger kam er 1946 nach Klein-Krotzenburg. Bei den Amerikanern in Hanau-Wolfgang fand er eine Anstellung im kaufmännisch-technischen Sektor. Im Herbst 1964 übernahm er das Amt des Ersten Beigeordneten der Gemeinde Klein-Krotzenburg. Am 4. September 1970 wurde er zum Bürgermeister gewählt.

Ab Januar 1977 war Herbert Wemelka staatsbeauftragter Bürgermeister der neuen Großgemeinde, bevor er am 18. Mai 1977 die Stelle des ersten Bürgermeisters der Gemeinde Hainburg antrat. Wiedergewählt im Januar 1983 und im November 1988 übte er 22 Jahre lang das Amt des Bürgermeisters aus. Mehr als 30 Jahre war er zudem als Ortsgerichtsvorsteher und Schiedsmann tätig, bis er beide Ämter Ende 2001 niederlegte.

Mit Dutzenden von sichtbaren Zeichen hat Wemelka unsere Gemeinde wie kein anderer Kommunalpolitiker geprägt. Seine Verbundenheit zu Hainburg zeigt sich in besonderem Maße in seiner Einstellung zu den Vereinen, der Jugend, zu den Feuerwehren und zu den Kirchengemeinden. Als einer der ersten Bürgermeister in unserer Region hat er ein Vereinsförderprogramm entwickelt, das noch heute als beispielhaft gilt und das schon viele Nachahmer gefunden hat“, lobt Bernhard Bessel. Bei Herbert Wemelka habe man jederzeit gespürt, dass er sein Amt stets mit voller Hingabe und mit vollem Einsatz ausübt. Er sei in seinem Amt aufgegangen und habe sich mit seiner Arbeit identifiziert. „Er hat die Gemeinde nicht als sein Eigentum betrachtet, aber er hat die Gemeinde und alle gemeindlichen Dinge wie sein Eigentum behandelt und stets das Wohl des Ganzen im Auge behalten“, so Bessel.

Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Wemelka unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz (1988) ausgezeichnet.

Der Beerdigungstermin stand gestern noch nicht fest.

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