Polizei erwischt Jugendliche, aber auch „ideologische Gewalttäter“ unter Verdacht

Vandalen im Wald unterwegs

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Sinnlose Zerstörung im Wald: Die Jagdgenossenschaft Hainstadt spricht von einem fünfstelligen Sachschaden.

Hainburg - Vandalismus im Hainstädter Wald: An der Frankfurter Schneise und zuletzt am Pfingstwochenende im Naturschutzgebiet „Am Goldacker“ haben Unbekannte die Hochsitze zerstört. Die Jagdgenossenschaft Hainstadt ist empört und verärgert.

Während der Hochsitz in der Frankfurter Schneise komplett umgerissen und zerstört wurde, dabei noch die Gasleitung traf, wurden die jugendlichen Täter im Naturschutzgebiet von der Polizei gestellt. Eine aufmerksame Zeugin hatte die Beamten verständigt. Die Frage nach dem Warum führt die Jagdgenossen grob zu zwei Tätergruppen: ideologische Gewalttäter, aber auch Jugendliche. „Weder die eine, noch die andere Gruppe weiß aber um die Bedeutung der Hochsitze“, so Hainburgs Ex-Bürgermeister Bernhard Bessel, der Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaften in Hainburg ist. Eine dritte Gruppe, die die Hochsitze schon mal für ein romantisches Stelldichein im Wald nutzt, scheint unverdächtig, aber nicht ohne Fehler: „Die Romantiker zerstören nicht, sie lassen nur leider immer ihren Müll im und um den Hochsitz herum liegen“.

Der Hochsitz, so erläutert Bernhard Bessel, „dient dem Jäger als Deckung und Witterungsschutz bei der Jagd. Er ermöglicht zum einen ein sicheres Erkennen und Beurteilen des Wildes sowie sichereres Schießen, da ein Kugelfang gegeben ist. Dies ist gut für das Wild, das parallele Leben und auch die Sicherheit.“

Die Gemeinde Hainburg, die Landwirte sowie die Jagdbehörde des Kreises Offenbach erwarteten eine den Gesetzten entsprechende Jagd, um Wildschäden in der Feldflur und im Wald zu verhindern. „Wird dies durch solche kriminellen Taten behindert oder unmöglich gemacht, entstehen immense ökologische sowie finanzielle Schäden für die einzelnen Landwirte, die Gemeinde und letztendlich für alle Bürger in Hainburg.“

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Durch die andauernden Beeinträchtigungen sei hoher Sachschaden in fünfstelliger Höhe entstanden, hat die Jagdgenossenschaft Hainstadt ermittelt. Entsprechende Vandalenaktionen werden sofort zur Anzeige gebracht. Die Jagdgemeinschaft Hainstadt sagt, sie verfolge hohe ethische Standards. Die Wahrheit sei, dass keine fünf Prozent der Jagd direkt mit dem Erlegen eines Tiers zu tun hätten. „Außerdem ist die Jagd nötig, um die Ausbreitung von Tierseuchen, wie die europäische, afrikanische Schweinepest, Tollwut, den Fuchsbandwurm, die Räude usw. zu bekämpfen und somit Gefahren für die Menschen oder auch Haus- und Nutztiere zu verhindern. Wer also solchen Vandalismus beobachtet, sollte sich nicht scheuen, sofort die Polizei zu verständigen“, so Jagdvorsteher Bessel abschließend. (mho)

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