Zwölf Angestellte, 120 „Kunden“

Lob für Betreuung an Kepler-Schule: Erstmals eine Warteliste

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Besuch vom Landtagsvize: (hinten von links) Spyro Chatzidimitriadis (Elternbeirat), Thomas Roth (Förderverein), Roman Fehr und Susanne Althen (Betreuungsverein), (vorne) Konrektorin Isabel Knaf, Frank Lortz, Schulleiterin Sandra Dinter und Gabriele Wärner vom Staatlichen Schulamt.

Klein-Krotzenburg - Stimmt die Lehrerversorgung? Wie klappt es mit der Inklusion? Welche Probleme gibt es? Bei seinen Schulbesuchen informiert sich Landtagsvizepräsident Frank Lortz (CDU) über die Situation an Bildungseinrichtungen im Kreis. Von Katrin Stassig 

Die Johannes-Kepler-Schule in Klein-Krotzenburg war in dieser Woche Station Nummer 50 in der aktuellen Legislaturperiode. Vor vier Jahren hat Landtagsvizepräsident Frank Lortz die Klein-Krotzenburger Johannes-Kepler-Schule zuletzt besucht, besichtigte damals das neue Betreuungsgebäude. Die Betreuung war auch diesmal das erste Thema, dem sich die Runde aus Vertretern der Schulleitung, des Förder- und des Betreuungsvereins, des Elternbeirats und des Staatlichen Schulamtes widmete.

Die 120 Plätze in der Nachmittagsbetreuung sind voll belegt; erstmals gibt es eine – wenn auch überschaubare – Warteliste. Viele Kinder sind in Vollzeit angemeldet, bleiben also bis 16.30 Uhr in der Schule. Das berichtet Susanne Althen, im Betreuungsverein für die Geschäftsführung zuständig. Damit wachse auch die Verantwortung, den Kinder Ruhemöglichkeiten anzubieten. „Wir sind sehr froh über das Gebäude“, betont Althen. Angesichts der steigenden Zahl von Kindern glaubt sie allerdings, „dass wir bei der Ausnutzung der Räume in Zukunft kreativer werden müssen“.

An einigen Punkten stößt auch die Organisation als Verein an Grenzen, deshalb stellt sich für Susanne Althen und ihre Mitstreiter die Frage, ob diese Form auf Dauer sinnvoll ist. „Mit zwölf Angestellten und 120 Kunden sind wir eigentlich ein mittelständisches Unternehmen.“ Sie würde sich außerdem wünschen, dass die vielen Quereinsteiger im Team – lediglich eine Mitarbeiterin ist ausgebildete Erzieherin – sich ihre teilweise über mehr als zehn Jahre aufgebaute Kompetenz zertifizieren lassen können.

Schulleiterin Sandra Dinter ist voll des Lobes für die Betreuung, die den Eltern ein sehr flexibles Angebot zur Verfügung stelle. Und schließlich ist auch die Arbeit mit den Kindern eine Herausforderung. „Die Schüler, für die man morgens schon viel Geduld braucht, begleiten wir ja am Nachmittag weiter“, formuliert es Rektorin Dinter diplomatisch. Auf Nachfrage von Frank Lortz berichtet die Schulleiterin, dass 40 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund haben, zehn Prozent erst seit ein bis zwei Jahren in Deutschland leben. „Probleme?“, fragt Lortz. „Wir lösen sie ganz gut“, sagt Dinter.

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Sie spricht auch das Integrationskonzept an, das in Hainburg politisch diskutiert wird. Die Schulen und Kitas, die dazu ihre Einschätzung beitragen sollen, halten ein solches für sinnvoll und notwendig. Landtagsvize Frank Lortz brachte die tagesaktuelle Meldung über zunehmende Gewalt an deutschen Grundschulen zur Sprache. Die Zahl der Kinder mit „sozial-emotionalem Förderbedarf“ – also mit Verhaltensauffälligkeiten – steige. „Das nehmen wir auch wahr“, sagt Schulleiterin Dinter, stellt jedoch klar: „Das sind aber nicht die Flüchtlinge.“ Zwei Kinder mit diesem Förderbedarf besuchen in zwei Klassen die Kepler-Schule, weiterhin gibt es sieben Lernhilfe-Kinder und eines, das mithilfe eines Teilhabe-Assistenten beschult wird.

Mit den drei Kollegen, die momentan im Bereich Inklusion an der Schule tätig sind, ist Sandra Dinter sehr zufrieden. Durch die Neuorganisation im „inklusiven Schulbündnis“ stehen im kommenden Schuljahr aber personelle Wechsel bevor. „Das bereitet uns Sorge.“

In puncto Unterrichtsversorgung sieht es an der Kepler-Schule derzeit rosig aus, es gibt nahezu keine Ausfälle. Nach Schulsanierung und Neubau des Betreuungsgebäudes hat die Schulgemeinde nun noch den Wunsch, dass das Außengelände attraktiver gestaltet wird. Dort fehlen Sitzbänke und schattige Plätze, und auch eine neue Hütte für die Spielgeräte des Fördervereins wäre nötig. Über Ideen und Möglichkeiten verhandelt die Schule derzeit mit Hochtief.

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