Abschlussfeier an Kreuzburgschule abgesagt

Zerstörungen und unrühmliche Vorgänge

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Beim Schulhoffest war die Welt an der Kreuzburgschule noch in Ordnung. Die Schulband begeisterte das Publikum ebenso die Gitarren-AG und vor allem die Theatergruppe mit einem selbst geschriebenen Stück. Immer wieder Szenenapplaus war ihr Lohn. Die Brebbia-Gruppe sorgte für das leibliche Wohl.

Klein-Krotzenburg - Die Aufregung an der Klein-Krotzenburger Kreuzburgschule ist groß. Nach diversen Schüler-Eskapaden platzte Mitte der Woche die Bombe: Schulleitung und Klassenlehrer haben die für den heutigen Freitag vorgesehene Feier der Schulabgänger (Haupt- und Realschule) in der Kreuzburghalle abgesagt. Von Rudi König

Auch das Kollegium der Einrichtung rägt die Entscheidung mit. Betroffen sind rund 120 Schüler. Schulleiter Eckhard Finger ging sofort in die Offensive. In einen Brief an die Schulgemeinde schilderte er die Vorfälle, sprach im Gespräch mit unserer Zeitung von „mutwilligen Zerstörungen an Gebäuden in Höhe von mehreren tausend Euro.“ Geld, so Finger weiter, das der Schule damit nicht mehr zu Verfügung stehe.

Seinen Angaben zufolge haben in der Nacht von Montag auf Dienstag rund 50 Jugendliche auf dem Grundstück hinter der Kreuzburghalle eine nicht bei der Gemeinde angemeldete Grillfeier veranstaltet. Einige Teilnehmer hätten unerlaubter Weise das Schulgelände betreten, und es sei zu den Beschädigungen gekommen. Finger kritisierte auch den so genannten „Schulscherz“ einen Tag später.

Eimer von Wasser auf jüngere Mitschüler gekippt

„Entgegen der vorher abgelegten Versprechen der Schüler in allen Abschlussklassen , vernünftig zu bleiben, wurde maßlos übertrieben und ganze Eimer von Wasser auf jüngere Mitschüler gekippt. Diese mussten nach Hause geschickt werden, um sich umzuziehen.“ Eltern meldeten sich daraufhin im Sekretariat und mahnten die Aufsichtspflicht der Lehrkräfte an. „Extrem war auch das Bespucken von Jungen und Mädchen der fünften und sechsten Klassen, um sie am Betreten des Geländes zu hindern. Einige wurden sogar mit Wodka bespritzt.“ Zudem seien volle Müllcontainer vor und auf der Treppe zu Gebäude drei umgekippt worden. Das habe „mit den Wassermengen zu einer äußerst unangenehmen und unhygienischen Erscheinung“ geführt, so der Schulleiter in seinem Brief an die Eltern.

Finger bat er alle Beteiligten um Verständnis dafür, dass an dieser Stelle Konsequenz gezeigt werden müsse. „Es trifft viele, die sich nicht beteiligt haben und dies betrübt mich zutiefst.“

Nach Angaben des Schulleiters erhalten die einzelnen Klassen ihre Zeugnisse in der dritten Unterrichtsstunde. Die Klassenlehrer wollten ihre Klassen „in angemessener Weise verabschieden und anschließend auch gemeinsam feiern“. Auch er werde den einzelnen Abgangsklassen seinen Besuch abstatten. Das liege ihm sehr am Herzen, denn er kenne die meisten, die teilweise hervorragende schulische Leistungen erbracht haben, schon seit mehreren Jahren.

Empörung ist bei vielen Eltern massiv

Längst nicht alle Mitglieder der Schulgemeinde sind mit der Entscheidung zufrieden. Die Empörung ist bei vielen Eltern massiv. Sie beklagen sich darüber, „dass einige wenige Unrecht begangen haben und alle anderen dafür bezahlen müssen.“ Das sei pädagogisch nicht in Ordnung und höchst bedenklich. „Sehr viele dieser Kinder haben sich im vergangenen Jahr mächtig ins Zeug gelegt, um einen guten Abschluss zu erreichen. Sie haben ihre Prüfungen absolviert und am Ende einen würdigen Schulabgang verdient. Das kann nicht von einem Rektor zerstört werden. Es werden mal wieder alle - die Guten und die Bösen - über einen Kamm geschert. Und das von Pädagogen. Das ist zum Heulen“, mailte Renate Gündling , eine enttäuschte Mutter, der OP-Redaktion gestern zu

Mit dem Vorfall beschäftigt sich auch die Seligenstädter Polizei. Auch nach ihren Erkenntnissen haben die Unbekannten mächtig gewütet: An einem Bungalow auf dem Gelände warfen die Vandalen zwischen sieben Glasscheiben mit Steinen ein und beschädigten ein Oberlicht. Vom Vordach der Turnhalle rissen sie drei Paneele ab. Der Schaden dürfte bei rund 4000 Euro liegen. Dienststellenleiter Roland Stenger gab sich gestern optimistisch. „Wir sind zuversichtlich, den Fall klären können“. Erste Hinweise auf mögliche Täter liegen den Beamten (Telefonnummer 06182/89300) bereits vor.

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