Ketteler-Musiktage im ehemaligen Kloster St. Gabriel

Zirkusluft und Gesang

+
Zum Abschluss der Ketteler-Musiktage fand ein Gottesdienst statt, den ein Chor aus rund 80 Sängerinnen und Sängern mitgestaltete.

Hainburg -  Mehr als 250 Teilnehmer waren bei den traditionellen Ketteler-Musiktagen im ehemaligen Kloster St. Gabriel dabei. Im Angebot waren ein viertägiges Projekt für Kinder und Jugendliche sowie ein Wochenend-Workshop für Jugendliche und Erwachsene.

Einmal im Jahr treffen sich im ehemaligen Kloster Hainstadt Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um sich bei den Ketteler-Musiktagen dem Chorgesang zu widmen. Auf dem Programm stand ein viertägiges Projekt für Kinder und Jugendliche, das diesmal in Zusammenarbeit mit dem Kinderzirkus Zappzarap über die Bühne ging. Ein Wochenende lang war das frühere Kloster Treffpunkt für die Teilnehmer eines Chor-Workshops. Mehr als 250 Jugendliche und Erwachsene waren insgesamt mit von der Partie.

„Kannst du nicht war gestern“ - hinter diesem Leitgedanken steht ein pädagogisches Konzept, das gerade den im Kinder- und Jugendhilfezentrum betreuten, vom Leben nicht gerade verwöhnten und oft „verhaltensoriginellen“ Kindern und Jugendlichen die Chance bot, emotionale und soziale Fähigkeiten zu entwickeln und zu erweitern.

Das begann bereits mit dem Aufbau des großen Zirkuszeltes im Klostergarten, der sich ohne Gemeinschaftsleistung nicht hätte bewerkstelligen lassen. Zuverlässigkeit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, spielte eine wichtige Rolle.

Die Jungen und Mädchen lernten im Kinderzirkus in diversen Workshops Übungen am Trapez und Hochseil, gingen mit Feuer um, lernten zaubern und vieles andere mehr. Jeden Abend führten sie in der Manege das Eingeübte auf. Dabei, besonders aber bei der großen Abschlussvorstellung im voll besetzten Zirkuszelt, war es bewegend zu beobachten, wie die Jugendlichen ihren Vortrag mit viel Geschick, aber noch mehr Willen zum Erfolg darboten, auch wenn nicht gleich alles gelang. Sie lernten, um Erfolg zu kämpfen, aber auch, mit Misserfolg umzugehen - für sie eine wichtige Erfahrung.

Es zeigten sich aber auch einige Naturtalente in Bereichen wie zum Beispiel dem Diabolo. Die Vorführungen am Trapez wurden mit viel Applaus von den Zuschauern belohnt. Eine weitere Fähigkeit spielte während der gesamten Tage eine gewichtige Rolle und fand sich auch in dem Abschlussgottesdienst wieder: Vertrauen können. Für viele der Jugendlichen im Theresien-Kinder- und -Jugendhilfezentrum war die stützende Hand neben dem Drahtseil, das Halten am Trapez, die Hilfe beim Umgang mit Feuer und anderes mehr, eine ganz oder teilweise neue Erfahrung.

Zirkusluft wehte dann auch durch den Chorworkshop, an dem von Freitagabend bis Sonntag zum Abschlussgottesdienst über 80 Sängerinnen und Sänger teilnahmen. Darauf waren unter anderem die Liedtexte abgestimmt, die e vom Musikteam St. Gabriel unter der Leitung von Thomas Gabriel ausgesucht waren. Im Gottesdienst mit hohem Besuch aus dem Bistum Mainz wurden noch einmal Kunsttücke aus der Welt des Zirkus aufgeführt und die Verbindung zu christlichen Werten hergestellt. Das „Vertrauen haben“ war ein Themenschwerpunkt.

Den Musikern, Sängerinnen und Sängern war die Begeisterung an den Gesichtern abzulesen, die der Gottesdienstbesucher dem lang anhaltenden Applaus zu entnehmen. Die Kapelle mit ihrem Seitenraum war bis voll besetzt.

Insgesamt können die Verantwortlichen der Veranstaltung, insbesondere der geschäftsführende Heimleiter Peter Eckrich, mit Verlauf und Ergebnis der diesjährigen Ketteler Musiktage sicher sehr zufrieden sein. An dem Erfolg haben neben ihm die beiden Pädagogen des Zirkus Zappzarap großen Anteil, ebenso die Betreuer des Theresien-Kinder- und -Jugendhilfezentrums, die Musiker des Musikteams St. Gabriel, aber auch die vielen fleißigen Hände im Hintergrund, die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten. Man darf gespannt sein, was sich die Verantwortlichen für die 8. Ketteler Musiktage im Jahre 2018 einfallen lassen werden. (zbo)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare