Dieter Distel vom Heimatverein Klein-Krotzenburg klärt auf

Zum Klopfen, Stechen, Nähen: Alte Werkzeuge in Hainburg gefunden – dafür wurden sie gebraucht

Alte Werkzeuge (von links): Strohklopfholz, Zuckerrübenerntegabel, Flachsklopfholz und Torfstecher.
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Alte Werkzeuge (von links): Strohklopfholz, Zuckerrübenerntegabel, Flachsklopfholz und Torfstecher.

Sehr alte Werkzeuge und Geräte aus Landwirtschaft und Handwerk entdeckten die Mitglieder des Heimatvereins Klein-Krotzenburg bei der Räumung eines ihrer Lager. Vorsitzender Dieter Distel schickte Fotos an unsere Redaktion und verrät, was auf ihnen zu sehen ist.

Hainburg – Auf dem Foto oben, das vier Werkzeuge nebeneinander zeigt, ist ganz links, liegend, ein Strohklopfholz zu sehen. Seine überwiegende Verwendung fand, beziehungsweise findet es heute noch, beim Strohdachdecken der Reethäuser. In unserer Gegend wurde es wohl dazu benutzt, um Stroh zu brechen und es geschmeidiger zu machen. Man brauchte dieses Stroh, um es mit Lehm zu vermischen. Damit wurden die Gefache der Fachwerkhäuser ausgefüllt.

Rechts daneben steckt im Boden eine Zuckerrübenerntegabel, sozusagen eine mechanische „Runkelroiweroppmaschin“. Der Eisenbügel war als Fußtritt gedacht.

Daneben liegt wieder ein Klopfholz – dieses Mal aber nicht für Stroh, sondern für Flachs (Lein). Nachdem der Flachs im Wasser „roste“ oder „röste“, also faulte, wurde er mehrere Wochen lang getrocknet. Anschließen wurden die so behandelten Stengel geklopft, um sie mürbe zu machen. Erst danach konnte der Flachs weiter verarbeitet werden. Der Altdeutsche Name für Flachs war „Har“. Der Froschhäuser Harressee war früher der Platz, an dem man Flachs „rösten“ ließ.

Das Gerät, das ganz rechts zu sehen ist, diente zum Torfstechen. Es bestand meistens aus Holz und wurde nur an den Seiten durch Metall verstärkt.

Einen Näh- oder Sattlerkloben zeigt Dieter Distel auf diesem Bild.

Die Holzklapper, die Dieter Distel auf dem zweiten Foto in der Hand hält, ist ein Nähkloben. Verwendet wurde und wird er vom Sattler. Deshalb nennt man ihn auch Sattlerkloben. Er wurde zwischen die Beine genommen und am oberen Ende wurde das zu nähende Leder eingeklemmt. Den diversen Geräten gewährt der Heimatverein-Vorsitzende nach der Lagerräumung nun Asyl.  (fj)

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