Auto Club Europa Main-Kinzig präsentiert eigene Beobachtung / „Die Auffahrgefahr lauert an Stauenden“

20 Prozent der Lkws auf A66 und A45 fahren zu dicht auf

Main-Kinzig-Kreis – Der Auto Club Europa (ACE) Main-Kinzig und Wetterau macht in einer Mitteilung auf die Gefahr von Auffahrunfällen aufmerksam: Die zunehmende Verkehrsdichte in den Morgen- und Abendstunden führe laut ACE zu immer kürzeren Abständen zum vorausfahrenden Fahrzeug und in Folge zu Auffahrunfällen mit zum Teil schweren Personen- und Sachschäden sowie stundenlangen Straßensperrungen. Nach Angaben des ACE nähmen diese Unfälle besonders auf den Autobahnen zu.

„Die täglichen Stau- und Unfallmeldungen im Rundfunk und den anderen Medien beginnen in den frühen Morgenstunden, wenn sich der Berufsverkehr in Gang setzt“, kommentiert der Vorsitzende des ACE-Kreisvorstands Main-Kinzig und Wetterau, Hermann Stiegler, die Präsentation der Abstandszählungen auf der A66 und A45. Die traurige Bilanz aus dem Jahr 2019: bundesweit 488 Lkw-Unfälle an den Stauenden und 45 Todesopfer forderte. Davon fanden 410 reine Unfälle ausschließlich zwischen den Lkw mit Leicht- und Schwerverletzten statt, so der ACE.

Diese Fakten waren für den ACE-Kreisvorstand Anlass genug, den Mindestabstand der Lkw untereinander auf der A66 zwischen Hanau und Langenselbold und in umgekehrter Richtung auf den vier Spuren vor der Abzweigung zur A45 nach Aschaffenburg beziehungsweise Gießen zu beobachten und zu zählen.

Stiegler, Anton Hofmann (Kreisvorstands-Mitglied und Pressesprecher) und der Regionalbeauftragte für Hessen, Volker Schork, beobachteten und notierten über eine Stunde von 9 bis 10 Uhr auf der Brücke zwischen Rodenbach und Erlensee die Abstände und hielten sie in einer Tabelle fest. Die Zählungen führten zu ernüchterten Ergebnissen: Von den 166 gezählten Lkws in Richtung Langenselbolder Dreieck nach Fulda (A66) und Gießen (A45) hielten nur 94 den korrekten Abstand von mindestens 50 Metern ein, 22 fuhren mit zu geringem Abstand (rund 14 Prozent). In der Gegenrichtung zum Hanauer Kreuz waren 88 Lkw unterwegs nach Hanau oder Aschaffenburg beziehungsweise Frankfurt. Davon hielten 59 den korrekten Abstand ein, 29 fuhren mit zu geringem Abstand (rund 33 Prozent). In beiden Richtungen zusammen fuhren 20 Prozent zu dicht aufeinander.

„Wir wollen Lkw-Fahrer nicht schlecht machen, leisten sie doch wichtige Arbeit“, so Hofmann. Ein Problem sei in vielen Fällen der starke Termindruck, unter dem die Fahrer stünden. Da werde um jede Minute gekämpft. Gleichzeitig gebe es aber auch solche, die während der Fahrt Kaffee kochen, Filme schauen oder mit dem Handy hantieren, wie Fernsehreportagen von Autobahnpolizei zeigten.

Nach Einschätzung aller ACE-Vertreter seien es vor allem die Fahrer der Kleintransporter, die die Regeln missachteten. „Wer den Verkehr sicherer gestalten will, der muss etwas an den Arbeitsbedingungen der Branche ändern“, fordert der Club. Im Fazit nimmt der ACE jeden Verkehrsteilnehmer in die Pflicht, vom Fahrradfahrer bis zum Lastwagenfahrer: „Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, die Abstände einzuhalten.“

Die ACE-Vertreter plädieren für eine weitere Lösung, mehr Polizeipräsenz auf den Fernstraßen und an neuralgischen Punkten. Doch aufgrund der angespannten Personalsituation in den Behörden sei dies wohl „ein frommer Wunsch“. Die Ergebnisse ihrer Zählung wollen sie auf ihrer Homepage und im ACE-Magazin veröffentlichen.  das

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