Männer sollen schwangere Schwester erstochen haben

Getötete 30-Jährige: Polizei nimmt flüchtige Brüder fest

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Ein Bild vom Tatort.

Hanau - Zwei Brüder sollen ihre Schwester im Streit getötet haben. Die Polizei hat die 21 und 26 Jahren alten Männer gefasst. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Von Steffen Müller und Daniel Schmitt

Eine 30-jährige Frau aus Syrien ist gestern Abend in ihrer Wohnung in Hanau mit mehreren Messerstichen getötet worden. Tatverdächtig sind zwei Brüder des Opfers, die sich bis zum Nachmittag auf der Flucht befanden. Mittlerweile hat die Polizei die beiden jungen Männer festgenommen. Nachdem sich erste Hinweise verdichteten, dass die Männer sich nach der Tat in den Eifelkreis Bitburg-Prüm abgesetzt hatten, wurden sie gegen 16.15 Uhr von Spezialkräften der Polizei auf der Bundesstraße 51 in einem Taxi entdeckt. Kurz vor dem Zugriff hatte die Polizei eine Straßensperre gebildet. Bei ihrer Festnahme leisteten die Verdächtigen keinen Widerstand, sie hatten nur Ausweise, aber kein Bargeld einstecken. Die beiden Festgenommenen werden nun vernommen und dem Haftrichter vorgeführt.

Das war gestern passiert: Gegen 22.30 Uhr ging am späten Donnerstag bei der Polizei in Hanau der Notruf ein. Bewohner aus der Freigerichtstraße 10 hatten aus einer der Wohnungen des Hauses und dem Hausflur einen lauten Streit sowie Schreie vernommen und die Beamten alarmiert. Als Polizei und Rettungsdienst eintrafen, fanden sie die 30-Jährige mit mehreren Stichwunden vor. Noch am Tatort erlag die Frau ihren Verletzungen. Der zuständige Hanauer Staatsanwalt Jürgen Heinze sprach von einer „Familientragödie“. Heinze schließt nicht aus, dass die Brüder die Familienehre beschmutzt sahen. „Das kann ein Motiv sein.“

Der Staatsanwalt bestätigte auf Anfrage, dass die Mutter eines sechsjährigen Sohnes im vierten oder fünften Monat schwanger war. Nicht bestätigen konnte er das Gerücht, dass der Ehemann der 30-Jährigen nicht der Vater des Ungeborenen sei. Das Opfer und seine Familie stammen aus Syrien. Seit Mai 2015 wohnt sie in Hanau, zuvor lebte die Frau in einer Flüchtlingsunterkunft in Gelnhausen. „Der Ehemann befand sich während der Tat in der Wohnung und wird als Zeuge vernommen“, so Heinze. Tatverdächtig sei er nicht. Ob sich auch der sechsjährige Sohn in der Wohnung befand, konnte Heinze nicht sagen.

Archivbilder

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