Besuchsverbot erlassen / Alle Senioren und Mitarbeiter werden nun getestet

60 Coronafälle im Hanauer Wohnstift

Angespannte Corona-Lage in Hanaus größtem Altenheim (Symbolbild)
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Die Corona-Lage in Hanaus größtem Altenheim bleibt weiterhin angespannt (Symbolbild).

In Hanaus größtem Altenheim, das Wohnstift an der Lortzingstraße, in dem rund 250 Seniorinnen und Senioren betreut werden, gilt ein striktes Besuchsverbot. Die Maßnahme wurde vom Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises angeordnet und ist zunächst bis zum 23. Dezember befristet.

Hanau – Hintergrund ist ein massiver Coronaausbruch in dem Alten- und Pflegeheim. Wie Dieter Bien, Geschäftsführer der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises, zu denen auch das Hanauer Wohnstift gehört, mitteilte, wurde das Virus bis gestern bei 45 Bewohnerinnen und Bewohnern und 15 Beschäftigten nachgewiesen. „Das Virus hat sich im ganzen Haus ausgebreitet“, spricht Bien von einer ernsten Lage.

In einem ersten Schritt würden alle Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnstifts sowie alle Mitarbeiter per Schnelltest auf das Coronavirus getestet. Ab kommenden Montag sei durch das mobile Testteam des Main-Kinzig-Kreises zudem eine Reihentestung mit dem noch verlässlicheren PCR-Test vorgesehen. Man hoffe, möglichst schnell einen Überblick über das momentan diffuse Infektionsgeschehen innerhalb des Hauses zu bekommen, sagte Bien.

Corona: Massiver Ausbruch im Hanauer Wohnstift kam überraschend

Bislang seien die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises „relativ gut“ durch das Pandemiegeschehen gekommen, so der Geschäftsführer. Einige wenige Coronavirus-Infektionen in einzelnen Einrichtungen habe man stets schnell unter Kontrolle bekommen. Umso überraschender sei für ihn nun der „massive Ausbruch“ im Wohnstift. Die ersten zwei laborbestätigten Infektionsfälle im Wohnstift habe man am 20. November verzeichnet. Ein weiterer Fall sei am 1. Dezember festgestellt worden.

Zunächst sei auch nur ein Wohnbereich betroffen gewesen, den man isoliert habe. Mittlerweile aber seien nahezu alle Wohnbereiche von Coronavirus-Infektionen betroffen. „Deshalb gibt es momentan auch keine Alternative zu dem strikten Besuchsverbot,“ bedauert Bien. Er wisse, dass die Situation sowohl für die Bewohner als auch deren Angehörige, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter extrem belastend sei. Aber nun komme es vor allem darauf an, ein klares Bild von der Infektionslage im Wohnstift zu bekommen, um alle notwendigen Maßnahmen ergreifen zu können.

Corona: Bislang noch keine schweren Infektionsverläufe in Hanauer Wohnstift

Bislang habe es innerhalb des Hauses glücklicherweise noch keine schweren Infektionsverläufe gegeben. Bei nur etwa der Hälfte der laborbestätigt Infizierten seien bisher überhaupt Krankheitssymptome aufgetreten, so Bien. „Aber wir wissen natürlich alle, dass sich das schnell ändern an“, hofft Bien inständig, dass der Coronaausbruch zu keinen größeren Opfern führen wird. (Von Dirk Iding)

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