Stadt Hanau

Abfallberaterin Leonie Marscheck hat ein vielfältiges Aufgabengebiet und gewährt Einblicke

Was darf in welche Tonne und wie kann ich meinen Sperrmüll entsorgen? Abfallberaterin Leonie Marscheck weiß die Antwort.
+
Was darf in welche Tonne und wie kann ich meinen Sperrmüll entsorgen? Abfallberaterin Leonie Marscheck weiß die Antwort.

Hanau – Schon wieder klingelt das Telefon. Eine Bürgerin beschwert sich, dass ihre Biotonne nicht geleert wurde, die Müllabfuhr diese anscheinend vergessen habe. Leonie Marscheck von der städtischen Abfallberatung kann den Fall schnell aufklären. Nach kurzer Abstimmung mit der Einsatzleitung der Müllabfuhr zeigt sich, dass sich in der Biotonne Plastik befand. Die städtischen Müllwerker haben sie nicht geleert, weil Fremdstoffe wie Plastikbeutel die weitere Verwertung in der Kompostierungsanlage empfindlich stören, denn sie müssen als Restmüll aussortiert werden.

Nur ein Anruf von vielen, die Leonie Marscheck an diesem Tag entgegennimmt. Die Abfallberatung ist an der Daimlerstraße 5 ansässig und gehört ebenso wie die Müllabfuhr zum Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS). Neben der Kundenberatung zum Thema Abfall informiert Marscheck die Hanauer auch darüber, welchen Müll sie wann und wo entsorgen können und welche Kosten das mit sich bringt.

Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass HIS für drei Sperrmüllabholungen à drei Kubikmeter pro Haushalt und Jahr keine Gebühr erhebt. Auch die Anlieferung von bis zu zwei Kubikmeter auf dem Wertstoffhof ist kostenlos. Weil das aber wohl vielen nicht bekannt sei, so Marscheck, lande leider immer noch Unrat illegal im Wald, auf Wiesen oder am Wegesrand.

Da die Beschwerden über diesen wilden Müll ständig zunehmen und weil HIS alleine dieser Mengen nicht mehr Herr wird, rief Stadtrat Thomas Morlock (FDP) im September 2018 die Initiative der „Sauberkeitspaten“ ins Leben. Die engagierten Bürger können sich bei HIS melden, wenn sie Straßen, Grünflächen, Spielplätze und öffentliche Plätze in Hanau sauber halten möchten. Leonie Marscheck versorgt sie mit Müllsäcken, Handschuhen und Zangen. Die Säcke werden dann bei der nächsten Leerung der Restmülltonne mitgenommen.

Erfreulicherweise, so heißt es im städtischen Pressedienst, melden sich seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Ehrenamtliche dafür als zuvor. Mittlerweile gibt es 64 Gruppen (Kitas, Schulen) und Einzelpersonen als „Sauberkeitspaten“. Diese entscheiden selbst darüber, wie oft und wie lange sie auf Sammeltour gehen. Emma Kurz, die unter Leitung von Marscheck bis vor Kurzem ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Abfallberatung absolvierte, erzählte von einem Fall in Großauheim, wo ein Sauberkeitspate 16 Restmüllsäcke füllte, in die je 70 Liter Müll passen. Diese musste HIS dann per Lkw abholen, denn dafür hätte der Laderaum eines Autos nicht ausgereicht.

Leonie Marscheck legt viel Wert auf den persönlichen Kontakt mit den Bürgern – gleich welcher Herkunft und welchen Alters. Sie will künftig mit einer „universellen Sprache“ arbeiten, damit Sprachbarrieren kein Hindernis mehr sind. Daher kann sie sich vorstellen, ein Konzept zu entwickeln, bei dem mit Bildersprache alle erreicht werden können.

Eines ihrer Aufgabengebiete ist zudem die Abfallpädagogik, speziell für Kitas und Grundschulen. Dabei kommen die Mädchen und Jungen auch in den Genuss einer Führung über den Wertstoffhof. „Das macht den Kindern immer besonderen Spaß, da es interessanter als nur ein Vortrag im Klassenraum ist.“ In neon-orangefarbenen Warnwesten fühlen sie sich wie echte Müllmänner.  kd

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare