Mit 68 Jahren

Tod einer Legende: „CEDO“-Kellner Arenas verstorben

Arenas war vielen Hanauer bekannt. Im „CEDO“ und in der spanischen Gemeinde war er eine feste Größe.
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Arenas war vielen Hanauer bekannt. Im „CEDO“ und in der spanischen Gemeinde war er eine feste Größe.

Er dürfte einige Male um die Welt gelaufen sein in den drei Jahrzehnten, die er im Restaurant „CEDO“ in der Hanauer Vorstadt kellnerte, den Betrieb vor der Theke im Griff hatte. Arenas, wie ihn jeder nannte, war nicht nur eine echte Institution, er war die Seele des Lokals.

Hanau – Stets flink zwischen Theke und den Tischen unterwegs, meistens gut gelaunt und locker dabei, und nach Schankschluss an seinem Arbeitsplatz oder an seinem freien Tag zumindest in jungen Jahren öfters auch einmal mit den Hanauer Nachtschwärmern in den einschlägigen Orten zwischen „Goldenem Herz“ und „Jazzkeller“ unterwegs. Zahlreiche persönliche Freundschaften sind so über die Jahrzehnte entstanden; mit seinem Kellnerkollegen Barbas bildete er ein ebenso auffälliges wie überall gern gesehenes Gespann.

Arenas kam als „Gastarbeiter“ nach Hanau

Arenas kam 1971 aus dem tiefen Süden Spaniens nach Hanau, angeworben als „Gastarbeiter“. Er landete in Großauheim bei der BCC; weder von der Firma noch von dem Ort hatte er jemals zuvor gehört. Zu dieser Zeit, noch regierte der Diktator Franco, nutzten die spanischen Arbeiter hierzulande die bundesrepublikanische Freiheit und begannen, sich in mehr oder weniger politisch geprägten Vereinen zu organisieren. 1971 wurde auch in Hanau ein solcher Club gegründet, das Centro Espanol Demokratico Obrero, kurz: CEDO, der spanische Arbeiterverein, der als der „Spanier“ schlechthin gilt bis auf den heutigen Tag. 1981 wurde im Vereinslokal an der Ecke der Hanauer Vorstadt ein Kellner gesucht – und Arenas griff zu.

Es war die Zeit, als im „CEDO“ ein internationales junges Publikum verkehrte und oft in Dreierreihen die Theke umlagerte, denn auch vielen außerhalb der spanischen Community war aufgefallen, welche offene und tolerante Atmosphäre dort herrschte. 30 Jahre war Arenas dort eine Institution und er blieb eine lebende Legende über seinen Abschied in die Rente hinaus, 2011 ging er in den Ruhestand. Viele inzwischen auch älter gewordene Stammgäste des „CEDO“ meinten damals, der Spanier sei ohne Arenas nicht mehr der Spanier.

Aus Hanau zurück nach Andalusien

Doch das Leben ging weiter, auch im „CEDO“ und auch für Arenas, für ihn allerdings, kaum in Rente, mit gesundheitlichen Problemen verbunden. Er sei eigentlich ein Hanauer geworden in all den Jahren, hat er gegenüber dieser Zeitung einmal gesagt, freilich um sofort hinzuzufügen: ein „spanischer“ Hanauer. Er war aber in jedem Fall eine der bekanntesten Figuren der spanischen Gemeinde in Hanau.

Vor einiger Zeit schon hat er seine zweite Heimat verlassen und ist nach Andalusien zurückgekehrt. Wie erst jetzt bekannt wurde ist Juan Arenas Aguilar – die allerwenigsten seiner Hanauer Freunde kannten seinen Familiennamen – wenige Tage vor Weihnachten im Alter von 68 Jahren in der Nähe von Cadiz gestorben.

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