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André Kavai gibt auch SPD-Vorsitz ab

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André Kavai gestern bei seiner letzten Pressekonferenz im Main-Kinzig-Forum.
André Kavai gestern bei seiner letzten Pressekonferenz im Main-Kinzig-Forum. © Diel

Main-Kinzig-Kreis - Mit dem Wechsel in die Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) gibt der scheidende Erste Kreisbeigeordnete Dr. André Kavai auch den Vorsitz des SPD-Unterbezirks auf. Von Erwin Diel

Als Nachfolger hat der 36-Jährige den Parteigremien den Landtagsabgeordneten Christof Degen (33) aus Neuberg vorgeschlagen. Gestern zog Kavai an seinem letzten Arbeitstag im Main-Kinzig-Forum Gelnhausen Bilanz.

Persönliche Dinge zusammenpacken, Mittagessen mit Mitarbeitern, zuletzt den Abwesenheitsassistenten im Computer programmieren, danach Abflug in einen längeren Urlaub, so sieht der Abschied des hauptamtlichen Dezernenten aus. Neun Jahre trug der Hanauer im Kreisausschuss Verantwortung, galt dort lange als „Kronprinz“ von Landrat Erich Pipa. Ebenso überraschend wie der damals 27-jährige Nobody ins Amt kam, fiel jetzt auch sein Abschied aus. Zum 1. April wechselt Kavai als Geschäftsführer zum RMV nach Hofheim. Er könne dort ein Themengebiet vertiefen, in das er sich in seiner Zeit als Verkehrsdezernent des Kreises umfassend eingearbeitet habe, begründete Kavai den Schritt. Den RMV kennt er als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Den Nahverkehr bezeichnet Kavai als seine Leidenschaft.

Nahverkehr und Altenhilfe

Neben dem Nahverkehr sei die Altenhilfe ein zweites Feld, bei dem er glaube, mit seinem Fachwissen „auf jedem öffentlichen Podium bestehen“ zu können. Der Sozialdezernent hat auf den drohenden Fachkräftemangel in den Pflegeberufen aufmerksam gemacht, engagiert für ein „Bündnis für Pflege“ geworben. Mit Kavais Namen verbunden sind der weitere Ausbau der Alten- und Pflegezentren unter anderem mit dem „Stadtteilzentrum an der Kinzig“ auf dem Areal des alten Kreishauses in Hanau sowie das Projekt „SowieDaheim“, bei dem zurzeit mehr als 100 schwer an Demenz erkrankte Menschen in Gastfamilien zeitweise betreut werden.

Die Nachfolge Kavais im Kreisausschuss tritt Susanne Simmler an, zuletzt Geschäftsführerin der Breitband Main-Kinzig GmbH. Die 37-jährige Hanauerin sei „jetzt das Gesicht des Kreises“. Von Landrat Erich Pipa (65) ist bekannt, dass ihn derüberraschende Abschied seine möglichen Nachfolgers wenig erfreute. Die SPD im Kreis habe keinen Nachwuchsmangel, sagt indes Kavai. Neben Simmler gebe es eine Reihe von jüngeren Bürgermeistern, „Leute im besten Alter und mit Perspektiven“. Die SPD zeige kommunalpolitische Stärke, habe an vielen Orten den Generationswechsel geschafft.

Das ist die neue SPD-Spitze

Den Vorsitz im Unterbezirk gebe er auf, weil er von Hofheim aus nicht mehr die Präsenz vor Ort zeigen könne wie bisher, sagte Kavai. Christof Degen, der dem im Januar konstituieren Landtag neu angehört, sei „unser bester Mann“. Dass er bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion geworden sei, bedeute den „Ritterschlag“. Schließlich sei Bildung einer der wenigen den Ländern verbliebenen Zuständigkeitsbereiche. Bei einer Mitgliedervollversammlung am 17. Mai solle Degen den Vorsitz übernehmen. Stellvertreter blieben Susanne Simmler und der Gelnhäuser Bürgermeister Thorsten Stolz.

Es gebe nichts Schlimmeres als Sitzungen, bei denen nichts rauskommt, ineffektive Präsenzkultur, die einen ein Stück in den Wahnsinn treibt, sagt Kavai, um im gleichen Atemzug zu bedauern, dass Verkehrsprojekte heute leider Generationenprojekte seien. Möglicherweise kommt der Macher Kavai beim RMV vom Regen in die Traufe.

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