Terroranschlag in Hanau

Schwester von Terror-Opfer kritisiert im TV bei „Dunja Hayali“die „mangelhafte Aufklärung“

Seit den rassistisch motivierten Morden in Hanau fordern die Angehörigen der Opfer eine lückenlose Aufklärung der Tat. Nun hat Ajla Kurtovic in der ZDF-Fernsehsendung „Dunja Hayali“ diese Vorwürfe erneuert.

  • Am 19. Februar ermordete Tobias R. mehrere Menschen aus rassistischen Motiven in Hanau
  • Die Angehörigen fordern seither lückenlose Aufklärung
  • Die Schwester eines der Opfer hat die Forderung nun erneuert

Hanau – Fünf Monate nach den rassistischen Morden in Hanau hat Ajla Kurtovic, deren Bruder Hamza am 19. Februar eines der Opfer war, erneut eine lückenlose Aufklärung der Tat von Tobias R. gefordert. Am Donnerstagabend beklagte sie in der ZDF-Fernsehsendung „Dunja Hayali“ mit der gleichnamigen Moderatorin, dem Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (Grüne) sowie Christian Heinz (CDU), Vorsitzender des Innenausschusses im Hessischen Landtag, „die bis dato mangelhafte Aufklärung der Terrornacht“.

„Das Schlimmste für mich und meine Familie war, dass wir in der Tatnacht hingehalten wurden“, sei ihnen zunächst gesagt worden, dass ihr Bruder leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden sei. Erst um sechs Uhr morgens erfuhren sie, dass es keine Überlebenden gebe und ihr Bruder verstorben sei. „Wir hatten keine Chance, uns von meinem Bruder würdevoll zu verabschieden“, so Kurtovic in der ZDF-Sendung.

Ajla Kurtovic hat die Vorwürfe der Opfer-Angehörigen der ZDF-Fernsehsendung „Dunja Hayali“ erneuert. Hier ist sie bei der zentralen Trauerfeier im März in Hanau zu sehen.

Besonders belaste sie die Frage, ob man nicht rechtzeitig hätte handeln können. Der Attentäter habe in Schreiben, an die Behörden und in seinem Manifest auf seiner Homepage verwiesen, die über zwei Wochen online gewesen sei. Dass man jetzt von einem Täter rede, der sich unter dem Radar bewegt habe, könne sie nicht nachvollziehen. „Warum wurden solche wichtigen Signale nicht wahrgenommen?“, fragt sie unisono mit anderen Angehörigen.

Rubriklistenbild: © Kai Pfaffenbach

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